Handicap wetten erklärt — Vorgabe, Auszahlung und die zwei Schweizer Veranstalter
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Stand: Oktober 29, 2026 — Bewilligungsangaben abgeglichen mit den Veranstalterbewilligungen nach Geldspielgesetz und der Aufsicht durch die Gespa.
Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz einer Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000. Irgendwo zwischen diesen beiden Zahlen liegt die Wette, an die jemand gerade denkt — eine Wette mit Vorgabe, bei der eine Mannschaft schon vor dem Anpfiff ein Tor gutgeschrieben bekommt, ohne dass je ein Ball gerollt ist.
Das ist die Idee des Handicaps, und sie ist älter als jede Wettplattform. Ein Favorit gegen einen Aussenseiter langweilt als Wette, weil die Quote auf den Favoriten so tief liegt, dass ein Einsatz kaum noch etwas bedeutet. Also schraubt der Veranstalter an einer einzigen Zahl: Er gibt der schwächeren Mannschaft einen virtuellen Vorsprung oder belastet die stärkere mit einem virtuellen Rückstand. Beide Seiten des Marktes liegen danach näher beieinander, und die Wette wird wieder erzählbar.
Was dabei nicht passiert, und das ist der Punkt, an dem Marketing und Mathematik auseinandergehen: Das Handicap ändert nichts an der Stärke der Mannschaften. Es verteilt nur die Wahrscheinlichkeiten anders über die beiden Seiten. Ein ausgeglichener Markt ist kein offener Markt. Die Marge des Veranstalters sitzt in beiden Quoten, gleichmässig und unsichtbar, und die Vorgabe schiebt sie keinen Rappen weit weg.
Die Grundlagen: Was eine Wette mit Vorgabe tatsächlich ist
Ein Handicap ist eine Rechenanweisung auf das Ergebnis. Statt bei 0:0 beginnt die Partie im Kopf des Wettenden bei 0:1 oder bei 1:0, je nachdem, auf welcher Seite das Geld liegt. In den Wettprogrammen stehen solche Märkte als Vorgabe von einem halben, von einem ganzen oder von mehreren Toren.

Das halbe Tor ist kein Zufall und keine Marotte. Es macht die Wette unentscheidbar-kompromisslos, weil im Fussball kein halbes Tor fällt. Bei einer Vorgabe von −0,5 gewinnt der Favorit die Wette auch dann, wenn er bloss 1:0 gewinnt. Bei einer glatten Vorgabe von −1 dagegen kommt das Ergebnis 1:0 zurück, und gewertet wird 0:0: Die Wette gilt als nicht entschieden, der Einsatz fliesst zurück.
Genau hier zeigt sich, wie tief ein Handicap in das Bezugssystem einer Wette eingreift. Manche Veranstalter teilen eine Vorgabe zusätzlich in zwei Hälften, sodass beide Nachbarwerte gleichzeitig im Spiel sind. Wer eine Vorgabe von −1,5 vorfindet, gewinnt bei zwei Toren Unterschied, und beim Sieg mit einem Tor verliert er die Wette zur Hälfte statt sie ganz zurückzubekommen. Für die Prognose heisst das, dass zwei Dinge festgelegt werden müssen statt eines: das Vorzeichen und die Trefferhöhe. Wer nur eine Mannschaft stärker findet, hat noch keine Vorgabe-Wette.
Im Schweizer Rahmen kommt eine zweite Festlegung hinzu. Welche Vorgabe-Arten überhaupt angeboten werden dürfen, hängt nicht vom Geschmack des Veranstalters ab, sondern von der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Was dort fehlt, darf online nicht angeboten werden. Der Blick auf den Markt lohnt also, und er fällt kürzer aus, als ein Vergleich mit internationalen Plattformen suggeriert.
Ohne Vorgabe, mit Vorgabe: zwei Arten, dieselbe Partie zu lesen
Eine Einzelwette ohne Vorgabe ist eine Dreierwette auf den Ausgang: Sieg, Unentschieden, Niederlage. Das Unentschieden ist ein eigener Ausgang mit eigener Quote und steht als Drittes gleichwertig neben den beiden Siegern. Das ist der Markt, den jede und jeder kennt, auch ohne sich je mit Sportwetten beschäftigt zu haben.
Eine Zwei-Weg-Wette nimmt das Unentschieden aus der Gleichung und erledigt das über die Vorgabe. Bei −0,5 gegen +0,5 bleibt lediglich die Frage, welche Mannschaft die Partie gewinnt. Aus der Dreiteilung wird eine Zweiteilung. Und mit dieser Zweiteilung sinkt der Aufwand für den Buchhalter: Bei zwei statt drei Ausgängen ist es rechnerisch schlanker, eine ehrliche Quote zu stellen, als ein dreigeteiltes Feld zu balancieren.
Die praktische Konsequenz daraus ist subtiler, als sie klingt. Wer auf der Dreierwette und auf dem Zwei-Weg-Markt zur selben Partie unterschiedlich wettet, handelt nicht nach verschiedenen Meinungen, sondern in unterschiedlichen Rechenrahmen. Die Einschätzung der Mannschaften bleibt dieselbe; nur die Zahl neben dem Namen ändert sich. Aus der Sicht des Spielenden macht das den Vergleich zum Rückblick: Er sollte wissen, ob sein Handicap eine klar überlegene Mannschaft ausdrückt oder eine, deren Vorsprung eben noch trägt.
Ein weiterer Punkt gehört in diese Gegenüberstellung, und er wird oft übersehen. Auf der Dreierwette ist der Rückweg ins Ergebnis der Wette frei — das Unentschieden ist ausdrückbar. Auf dem Zwei-Weg-Markt verschwindet dieser Rückweg, und ein Teil des Geldes, das auf dem Dreier-Markt am Unentschieden hängt, muss auf dem Zwei-Weg-Markt auf eine der beiden Seiten umgelenkt werden. Das verschiebt die Quoten und macht sie enger. Für den Leser heisst das nur eines: Er vergleicht nicht zwei Preise für dieselbe Sache, sondern zwei Preise für zwei verschiedene Dinge.
Halbe, ganze und geteilte Vorgaben — wann welcher Wert sinnvoll ist
Der Grund, weshalb so viele Vorgaben auf halben Toren stehen, liegt nicht in einem Moderezept, sondern in der Null. Eine halbe Vorgabe hat kein ganzzahliges Gegenstück und erzeugt deshalb kein Ergebnis, das ungewertet bleibt. Eine glatte Vorgabe dagegen ist nur sinnvoll, wenn der Veranstalter die Partie als eng genug einschätzt, dass der Zwischenfall wahrscheinlich genug ist, um quotiert zu werden.
Rechnerisch ist so ein Markt schnell nachgestellt. Sagen wir, ein Zwei-Weg-Markt trägt auf beiden Seiten eine Quote von 1,90. Dann liegt der Quotenschlüssel bei 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = rund 95,0 %, und die Marge des Veranstalters liegt bei rund 5,0 %. Diesen beiden Nachbarwerten fehlt kein Tor, sondern nur die Gewissheit, dass die Vorgabe nicht aus dem Spiel verschwindet, und der Marge fehlt nichts von alldem.
Für den Leser ist das mehr als Rechenkosmetik. Wo die Vorgabe glatt ist, gibt es drei Ausgänge statt zwei, und für die Gewinnverteilung heisst das, dass ein Teil des eingezahlten Kapitals nicht verloren geht, sondern bloss nicht entschieden wird. Wer eine Serie solcher Wetten spielt und die Ausgänge zusammenzählt, wird feststellen, dass eine glatte Vorgabe die Wirkung einer Wette auf den Drei-Weg-Markt annähert, ohne dass das jemand so bewirbt.
Wie das Geld auf dem Konto landet: Einsatz, Quote, Rundung
Ein Handicap verändert die Quote, und die Quote bestimmt zusammen mit dem Einsatz den Gewinnbetrag. In dieser Reihenfolge läuft es ab.
Die Rechnung selbst ist unspektakulär. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Einsatz von CHF 50 auf eine Quote von 2,10 ergibt einen Rückzahlungsbetrag von CHF 105,00 — die Rundung greift hier nicht, weil keine Stelle im Rappenbereich liegen bleibt. Sobald die Quote eine dritte Nachkommastelle trägt, ändert sich das, und zwar nie zugunsten des Spielenden.
So sieht das auf der Habenseite aus: Wer CHF 100 auf eine Zwei-Weg-Wette mit Quote 1,90 setzt, bekommt bei gewertetem Sieg CHF 190,00 gutgeschrieben; der Reingewinn beträgt CHF 90,00. Dieselbe Wette, diesmal mit einer Vorgabe von −1, zahlt bei zwei Toren Unterschied ebenfalls CHF 190,00 auf CHF 100, und beim Sieg mit einem einzigen Tor bleibt es bei CHF 100,00 und damit bei null Gewinn. Die Vorgabe verschiebt also nicht die Höhe des maximalen Gewinns, sondern die Bedingung, unter der er fällig wird und die Bedingung, unter der der Einsatz zurückkommt.
Der zweite Teil ist der, der in der Werbung fehlt. Die kaufmännische Rundung ist ein Detail, das ein paar Rappen kostet und das Bild nicht verändert. Das Handicap selbst bewegt den Betrag nicht, sondern die Grenze, an der der Betrag fällt. Diese Grenze liegt je nach Vorgabe anders, und beim glatten Wert ist sie im Wortsinne scharf: Ein halbes Tor zu flach, und aus dem Gewinn wird nur noch die Rückzahlung des Einsatzes.
Was Quotenschlüssel und Marge über den Markt sagen
Die Quote, die ein Spielender sieht, ist das Ergebnis einer Konstruktion, und in dieser Konstruktion steckt der Quotenschlüssel des Marktes. Über alle Ausgänge eines Marktes gerechnet ist er der Quotenschlüssel, in der Marktdefinition die Zahl, die der Anbieter als Auszahlung ausschüttet. Die Marge ist 100 % minus diesen Wert.
Prüfen wir das an einem zweigeteilten Markt mit 1,90 auf beiden Seiten — einer Beispielrechnung, nicht einem Angebot eines der beiden Schweizer Veranstalter. Die Kehrwerte sind 1 ÷ 1,90 = 0,5263 und noch einmal 0,5263, zusammen 1,0526. Der Quotenschlüssel liegt damit bei 1 ÷ 1,0526 und damit bei rund 95,0 %. Die Marge beträgt 100 % minus 95,0 %, also rund 5,0 %.
Das ist der Franken, der auf beiden Seiten des Marktes fehlt. Anders gelesen: Von jedem Einsatz, der in einem solchen Markt liegt, geht rechnerisch ungefähr ein Zwanzigstel an den Veranstalter — unabhängig davon, welcher Ausgang eintritt. Die Vorgabe verschiebt die Aufteilung zwischen den beiden Seiten. Diese fünf Prozent stehen unberührt darunter.
Die Zahl ist ein Band, keine feste Grösse. Der Quotenschlüssel eines Marktes fällt enger aus, je näher die Quoten beieinanderliegen, und weiter, wenn die Konstruktion grosszügiger gebaut ist. Bei Quoten von 1,85 und 1,95 etwa betragen die Kehrwerte 0,5405 und 0,5128, zusammen 1,0533, was einem Quotenschlüssel von rund 94,9 % und einer Marge von rund 5,1 % entspricht. Zwischen den beiden Konstruktionen liegt ein gutes Zehntelprozent. Das entscheidet nicht, ob eine Wette ihr Geld wert ist, aber es entscheidet, wie viel des Einsatzes überhaupt zurückkommen kann.
Und an dieser Stelle lohnt die unbequeme Feststellung, die jede Vorgabe begleitet: Ein ausgeglichener Markt hilft dem Anbieter, nicht dem Spielenden. Die Marge fällt in einem Zwei-Weg-Markt nicht, weil es keine dritte Seite mehr gibt, auf der Publikum und Gegenposition sich treffen könnten. Wer also glaubt, die Vorgabe mache die Sache fairer, verwechselt Ausgeglichenheit mit Fairness.
Die Rechtslage: Warum hier nur zwei Veranstalter stehen
Der Schweizer Sportwetten-Markt ist kein Markt im üblichen Sinn. Er ist eine Zulassungsliste. Das Geldspielgesetz ordnet die Online-Sportwette den Grossspielen zu und legt fest, dass eine Bewilligung nur in der Schweiz gilt. Zuständig für die Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht die zuständige Stelle — sie beaufsichtigt Spielbanken, nicht Sportwetten.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide halten eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und stehen unter der Aufsicht der Gespa.
Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt. Die einzige Liste, die die Aufsicht führt, ist die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Das ist für jeden Vergleich von Handicap-Märkten der entscheidende Punkt: Die Auswahl besteht nicht aus zehn Bewerbern mit unterschiedlichen Profilen, sondern aus zwei Betrieben mit zwei Vertragsgebieten.
Ein Vertragsgebiet, ein Konto: Der Wohnsitz entscheidet
Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich durch, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie beschäftigt 221 Mitarbeitende, betreibt in der Westschweiz 2’350 Verkaufsstellen und nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne. Die beiden Gebiete überschneiden sich nicht.
Für den einzelnen Spielenden ist die Folge einfach. Wer in Zug wohnt, hat einen anderen Zugang als jemand in Genf. Ein Online-Konto setzt einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz voraus, tatsächlich in der Region des jeweiligen Veranstalters. Ein Wohnsitzwechsel bringt deshalb kein zweites Konto, sondern den Wechsel der zuständigen Plattform — und mit ihm einen Wechsel des Wettprogramms.
Im Westen der Schweiz ist zusätzlich die Verkaufsstelle der Normalfall. Wer dort einen Wettschein mit mehreren Voraussagen abgibt, muss beachten, dass ein solcher Schein insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten darf. Online ist dieses Limit irrelevant; es gilt für den Schalter, und es ist die Art von Regel, die ein Spielender erst merkt, wenn der Schein schon geschrieben ist.
Was die Gespa-Liste erlaubt und was sie ausschliesst
Nicht alles, was wie eine Sportwette aussieht, ist in der Schweiz auch eine. Die erlaubte Palette steht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Sie ist eine geschlossene Liste, und was auf ihr fehlt, darf online nicht angeboten werden.
Auf der Liste stehen sportliche Ereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten stehen nur zur Verfügung, wenn die Rangierung den Eintritt in einen internationalen Wettbewerb oder einen Podestplatz entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte weist die Liste nicht auf, einen Esport-Abschnitt ebenso wenig. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Für Handicap-Wetten ist daran eines bemerkenswert: Der Katalog bestimmt, auf welche Wettkämpfe überhaupt quotiert werden darf. Ein Handicap auf einen Wettbewerb, der nicht auf der Liste steht, existiert nicht, und ein Handicap auf ein Ereignis mit überwiegend minderjährigen Teilnehmenden ebenso wenig. Die Vorgabe ist also nicht einfach eine Rechenvariante, die man überall anhängen könnte.
Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt. Das Geldspielgesetz schränkt die Live-Märkte nicht auf bestimmte Arten ein. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt — es ist ein Merkmal des jeweiligen Veranstalters, kein Rechtsinstitut.
Ausländische Anbieter und die Sperrliste
Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land — hat in der Schweiz keine Geltung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar; bei gewerbsmässigem Betrieb reicht der Strafrahmen bis zu fünf Jahren. Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Doch Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz- noch Fairnesskontrolle.
Die Aufsicht führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter über DNS blockieren. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt; die Aufsicht nennt Interwetten und Bet-at-Home in diesem Zusammenhang und führt bet365 als auf der Liste geführt. In allen Fällen gilt dasselbe: Fehlende Schweizer Bewilligung heisst fehlender Anschluss an das Sperrregister, also keinen Schweizer Rechtsschutz. Wessen Guthaben in einem ausländischen Angebot liegt, hat dort kein Werkzeug, das in der Schweiz greift.
Das ist keine Wertung, sondern eine Beschreibung, und sie schneidet in beide Richtungen. Auch die bewilligten Veranstalter haben ihre Grenzen: ein geschlossener Marktkatalog, ein Wohnsitzerfordernis, ein Konto pro Person.
Was das für den Vergleich bedeutet
Wer zwei Veranstalter gegenüberstellt und feststellt, dass beide dieselbe Bewilligungsgrundlage haben, hat noch nichts verglichen. Der Unterschied liegt in den Vertragsgebieten, im Wettprogramm und in den eigenen Bedingungen der Häuser. Und wer ausländische Namen in eine solche Gegenüberstellung aufnimmt, muss sich klarmachen, dass er nicht Alternativen zu den bewilligten Veranstaltern vergleicht, sondern Angebote mit einem anderen Rechtsrahmen.
Der Testkaufbefund der Aufsicht aus dem Jahr 2025 gehört in dieses Bild. An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl ist kein Nebensatz. Sie zeigt, dass die Kontrolle am Schalter kein Selbstläufer ist und dass der Schutz online, über eine verifizierte Identität und ein Konto pro Person, anders organisiert ist als am Verkaufstresen.
Verantwortungsvoll spielen: Limiten, Sperren und was eine Regel kostet
Das Eigenartige an der Wette mit Vorgabe ist, dass sie sich wie eine Rechnung anfühlt. Eine Vorgabe von −1,5 ist ein glatter Auftrag: gewinne mit zwei Toren, und die Sache ist durch. Dieses Gefühl, das Ergebnis vorhersehen zu können, ist der teuerste Bestandteil des Konstrukts. Es verändert die Marge nicht, und es verändert die Limiten nicht.
Die Limiten soll der Spielende selbst setzen. Der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Absenkung wirkt sofort; eine Erhöhung wirkt nach dem Gesetz erst nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an, und das dürfen sie. Wer nach einer Serie seine Verlustlimite anheben will, stösst also auf drei Tage Wartezeit. Das ist die wirksamste Bremse im System: Sie ist lang genug, dass die meisten Impulse verfallen.
Bei Sporttip stehen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage an. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Wer sein Konto schon kennt, weiss, dass die erste Zahl, die er dort einträgt, nicht die Einsatzhöhe ist, sondern die Grenze, an der er aufhört.
Dazu kommt die Einzahlungsseite. Spielguthaben im Swisslos-Wallet lassen sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart nennt Swisslos unter anderem PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Ein Guthaben von CHF 9’999 ist kein Spielbudget für einen Gelegenheitswetter. Es ist eine Obergrenze für jemanden, der viel Geld bewegt.
Die Spielsperre und das Register
Der schärfere Hebel ist die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und eine solche Sperre wird vor Fristablauf nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre dagegen wird in einem schweizweiten Register eingetragen, und dieses Register gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und daran ist eine Fachstelle beteiligt.
Für den Leser ist die Wirkung dieser Konstruktion entscheidend: Sie ist keine Bequemlichkeitsfunktion des Anbieters, sondern ein behördlich geführtes Verzeichnis, und sie ist der einzige Mechanismus auf dieser Seite, der einen Entschluss über alle Anbieter hinweg durchsetzt. Wer sich in einem Schweizer Casino sperren lässt, sperrt sich im selben Register auch für Sportwetten.
Sperren und Altersgrenzen haben zudem eine Rechtsfolge, die man kennen sollte. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Der Einsatz ist in diesem Fall nicht nur verloren — er ist rechtlich gar nicht angefallen.
Wann Gewinne verfallen und wann Geld wirklich weg ist
Zwei Fristen gehören in denselben Abschnitt, weil beide dasselbe kosten: nicht das Geld, das man verloren hat, sondern das, das man verdient hat und nicht abholt.
Bei Sporttip verfallen Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, zugunsten des Swisslos-Zwecks. Wer eine verweigerte Auszahlung anfechten will, hat 10 Tage Zeit und muss das per eingeschriebenem Brief tun. Beides sind keine Kulanzfristen, sondern Bedingungen.
Auf der Guthabenseite zahlt Swisslos Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Beträge über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto.
Was hier auffällt: Die Schmerzgrenze verläuft nicht dort, wo man sie vermutet. Nicht bei den drei Arbeitstagen für den grösseren Gewinn, sondern bei der Auszahlung, die Auszahlung kostet und die an ein Konto in eigenem Namen gebunden ist. Auszahlungen gehen nur an ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt. Das ist unbequem und beabsichtigt.
Steuern: Was der Gewinn kostet — und wie selten
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also gilt «je nach Kanton».
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie über die Deklaration in der Steuererklärung. Für einen gewöhnlichen Wetter bleibt das theoretisch. Er gewinnt weit unter dieser Schwelle, zahlt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Für ausländische Anbieter gilt das nicht. Gewinne dort unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, doch die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Das ist der stille Preis des ausländischen Angebots: Der Schweizer Freibetrag schützt es nicht. Steuerlich verbindlich beraten kann hier nur eine Steuerberaterin, ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Die Werberegeln schliessen sich hier an, weil sie denselben Gegenstand betreffen. Werbung darf nicht aufdringlich, nicht irreführend und weder auf Minderjährige noch auf gesperrte Personen gerichtet sein. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonushöhen und Bedingungen stehen ausschliesslich in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Tipps und Strategien: Was Handicap-Wetten ausrechnen können und was nicht
Ein Handicap-Tipp ist eine Prognose mit einem Zusatzbefehl. Die Formkurve hilft, die Kaderlage hilft, der Quotenvergleich hilft — und keines dieser drei Werkzeuge macht aus einer Wette eine Gewissheit. Das ist keine Floskel fürs Kleingedruckte, sondern der Kern des Konstrukts. Ein Handicap verschiebt eine Grenze. Ob ein Team diese Grenze überschreitet, weiss der Veranstalter ebenso wenig wie der Spielende.
Formkurven sind das erste Werkzeug, und sie sind unvollständig. Die letzten fünf Ergebnisse einer Mannschaft sind fünf Einzelereignisse, und keines davon trug eine Vorgabe von −1,5. Aus einer Serie von 2:0-Siegen folgt keine Aussage darüber, wie häufig eine Mannschaft mit zwei Toren Unterschied gewinnt. Der Umweg führt über die Frage, wie viele Tore die Mannschaft typischerweise erzielt und wie wenige sie zulässt — und schon hat die Prognose zwei Zahlen mehr, als der Bauch je berechnet.
Die Kaderlage ist der zweite Hebel, und sie ist sprunghafter als die Formkurve. Ein Ausfall im Angriff senkt die Torerwartung; ein Ausfall in der Abwehr hebt die Torerwartung des Gegners, und beide zusammen verschieben die Wahrscheinlichkeit, dass die Vorgabe hält oder reisst. Weil die Vorgabe nicht auf Sieg oder Niederlage lautet, sondern auf einen Abstand, wirkt eine Kaderänderung hier anders als in der Dreierwette: Sie kann die Favoritenstellung kaum antasten und die Vorgabe trotzdem kippen.
Der sportliche Vergleich ist der dritte und schwächste Hebel. Wer zwei Tabellennachbarn sieht, liest daraus ein erwartetes Ergebnis von einem Tor Unterschied, und das ist ungefähr die Höhe, bei der eine glatte Vorgabe den Einsatz in die Rückzahlung verwandelt. Aus der Erwartung folgt also keine Kante, sondern eine Grenzlinie.
Strategien, die ihren Namen verdienen — und die es nicht tun
Was es gibt, sind überprüfbare Handlungsregeln, und sie beziehen sich eher auf den Markt als auf die Mannschaften. Einige davon sind nützlich, andere sind es nicht.
Die erste brauchbare Regel betrifft die Konstruktion. Wer zwei Bewilligungskonstruktionen mit verschieden engen Quoten vorfindet, kann den Quotenschlüssel des Marktes ausrechnen und sehen, wie viel des Einsatzes überhaupt zurückkommen kann. Bei Quoten von 1,90 und 1,90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95,0 %. Bei 1,85 und 1,95 liegt er bei rund 94,9 %. Der Unterschied ist klein, aber er ist vorhanden und messbar — und im Gegensatz zu einer Prognose ist er keine Frage des Urteils.
Die zweite Regel betrifft die Grenze. Wer auf eine halbe Vorgabe setzt, kauft sich die Sicherheit, dass kein Einsatz zurückfliesst und kein Tor halbiert wird. Wer auf eine ganze Vorgabe setzt, akzeptiert den Zwischenfall einer Rückzahlung und kann dafür eine Quote bekommen, die den Zwischenfall einpreist. Was besser ist, hängt davon ab, ob man den Zwischenfall für häufig oder für selten hält. Handicaps sind ein Instrument, um die Marktlage auf den Favoriten deutlicher zu machen; sie sind keine Geldmaschine.
Was dagegen nicht funktioniert, lässt sich ebenso klar benennen. Eine Vervielfachung des Einsatzes nach einer verlorenen Vorgabe-Wette funktioniert nicht, weil ein Handicap nichts nachholt. Das Zusammenlegen vieler Vorgabe-Wetten zu einer Kombination funktioniert nicht als Strategie, weil sich mit jeder Voraussage die Marge mitmultipliziert: Bei vier Voraussagen mit einer Einzelmarge um die fünf Prozent beträgt die aufaddierte Gebühr rechnerisch rund ein Fünftel des Einsatzes — die Kombination erhöht den Gewinn der Wette, nicht ihren Wert. Und das System, das auf einem Muster in den Ergebnissen aufbaut, funktioniert nicht, weil die Ergebnisse der nächsten Woche nichts von den Ergebnissen der letzten wissen.
Der Kombiboost von Sporttip zeigt, wie ein Anbietermerkmal in dieser Frage liegt. Er gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind begrenzt. Ein Zuschuss von 100 % auf den Nettogewinn klingt nach einem Geschenk; bei fünfzehn Voraussagen ist er eine Vergütung dafür, fünfzehn separate Margen zu bezahlen.
Noch eines gehört zur Nüchternheit: Verlängerung und Penaltyschiessen zählen bei einer Handicap-Wette im Fussball nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Wer das übersieht, hat seine Vorgabe auf 120 Minuten berechnet und gewettet auf 94.
Wettarten und Quoten im Schweizer Programm
Der Marktkatalog der beiden bewilligten Veranstalter ist kleiner als das, was ein internationaler Vergleich erwarten lässt. Das ist keine Schwäche der Häuser, sondern die Folge der Zulassungsliste. Ihre Anwendung steht unter «Die Rechtslage», hier geht es um die Bauweise der Märkte.
Von den klassischen Wettarten stehen die Einzelwette, die Kombiwette und die Systemwette zur Verfügung; die Wette mit Vorgabe sitzt darüber. Eine Einzelwette ist eine Voraussage auf ein Ereignis. Eine Kombiwette umfasst bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen, und die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Ein ausdrückliches Limit schützt vor der naiven Alles-Kombinieren-Logik: Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Auch die Ausschüttung ist nach oben gedeckelt: Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Der Höchsteinsatz beträgt CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 und in den Verkaufsstellen bei CHF 3; für Multiples gelten CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Die Zahlen zeigen, was die beiden Häuser verbindet und was sie trennt. Sporttip ist die Plattform für grössere Einzelbeträge; Jouez Sport ist online billiger im Einstieg und tiefer gedeckelt beim einzelnen Schein. Wer mit CHF 5 spielt, merkt davon wenig.
Zu den weiteren Wetten auf Sporttip gehört Cash-Out, und die Bedingungen sind so eng gefasst, dass sie die Funktion beschreiben statt sie zu bewerben: Es gibt ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
So absurd die Bezeichnung «Sofortgewinn» für einen abgebrochenen Gewinn auch klingen mag: Das Wort stammt nicht von dieser Seite. Was hier gilt, ist ein Verzicht. Wer vorzeitig aussteigt, tauscht einen erhofften Betrag gegen einen kleineren, der auf dem aktuellen Stand beruht.
Zwei weitere Regeln betreffen den Ausgang selbst. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich auf Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Und wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Bei Einzelwetten gibt es den Einsatz zurück, in einer Kombinationswette erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettende Person nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die erhöhte Quote ist also an eine Bedingung gebunden und fällt weg, sobald man die erste Bedingung des Angebots verlässt.
Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne
Wer Handicap-Wetten in der Schweiz vergleichen will, stösst zuerst auf eine Zahl, die keine Auswahl ist. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten; sie bedienen getrennte Kantonsgebiete. Die folgenden acht Namen sind Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, die dennoch auf dem Schirm von Schweizer Spielenden auftauchen. Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Alternative: Für alle acht gilt dieselbe Feststellung — keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Keine Bewilligung wird hier als legal oder sicher bezeichnet, und alle acht werden nur als Marktbeobachtung beschrieben, nicht als Angebot.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter beziehungsweise gemeldete Bewilligung | Vertragsgebiet oder Wohnsitzerfordernis |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | 20 Kantone, Tessin und Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande | Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt, Wallis |
| Duelbits | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
| Pribet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
| 1xBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
| MrXbet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
| Roobet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
| Betwinner | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt | Schweizer Wohnsitz nicht nötig, kein Schweizer Rechtsschutz |
Die Tabelle zeigt, was ein Vergleich hier leisten kann und was nicht. In der Spalte der Bewilligung stehen nicht zwei Varianten einer Zulassung, sondern zwei Arten von Rechtsverhältnis: das eine mit Aufsicht in Bern, das andere ohne jeden Schweizer Anknüpfungspunkt. Die Spalte der gemeldeten Bewilligung läuft deshalb in acht Zeilen auf dieselbe Feststellung hinaus, und das ist kein Ausfüllmangel, sondern das Ergebnis. In der vierten Spalte steht für die acht ausländischen Namen dieselbe Rechtsfolge.
Für den einzelnen Spielenden bedeutet das eine Verschiebung der Vergleichsachse. Er kann nicht zehn Handicap-Programme gegeneinander lesen und dann das günstigste wählen, weil sechs Zeilen dieser Liste unter anderen Regeln stehen und zwei unter dem Wohnsitzerfordernis zweier getrennter Gebiete. Bleibt die Wahl zwischen zwei Häusern — und sie fällt nicht über die Menge der Märkte, sondern über die Frage, ob man mit einem grösseren Einsatz in einem beschränkten Programm arbeitet oder mit einem kleineren in einem enger gedeckelten.
Swisslos Sporttip: das grössere Programm und die härtesten Rückzahlungsregeln
Sporttip ist der grössere der beiden bewilligten Auftritte und in zwanzig Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein verfügbar. Wer dort ein Konto will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben, darf keiner Spielsperre unterliegen und darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Ein Konto auf Verdacht gibt es nicht.
Die Oberfläche trägt, was die Bedingungen zulassen. Bei Sporttip werben Wetten ab 18 Jahren; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Einsatzspanne reicht von CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bis CHF 10’000 pro Systemwette, wobei Swisslos die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann. Die genannten Zusatzfunktionen — Cash-Out unter engen Bedingungen, Kombiboost ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, Quoten- und Profitboosts nur online und nur einmal pro Person — sind Merkmale eines Hauses, das seinen Spielenden viele Wege anbietet und jeden davon mit einer Bedingung versieht.
Der Teil, der dieses Haus am deutlichsten von seinem Westschweizer Gegenstück unterscheidet, ist die Auszahlungsseite. Zweimal pro Jahr ist die Auszahlung von Spielguthaben auf ein Konto in eigenem Namen kostenlos; ab dem dritten Mal kann eine Kommission von 3 % anfallen, und die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Die Frist von 26 Wochen, nach der nicht geltend gemachte Gewinne zugunsten des Swisslos-Zwecks verfallen, rundet das Bild ab.
Für den Vergleich heisst das: Sporttip ist das Haus für grössere Beträge und für mehr Funktionen. Zwei Gratisauszahlungen im Jahr sind für einen Spielenden mit lebhaftem Kontobewegungen knapp, und die 26-Wochen-Frist für die Geltendmachung eines Gewinns ist die Art von Klausel, die niemand liest und jeder bezahlt.
Loterie Romande Jouez Sport: schlanker im Einstieg, gedeckelt am Schalter
Jouez Sport ist das Pendant für die sechs Westschweizer Kantone und ein streng bestelltes Programm. Die Loterie Romande beschäftigt 221 Mitarbeitende und betreibt 2’350 Verkaufsstellen; sie ist zudem in der Franchise-Konstruktion, in der die beiden Veranstalter die Zahl der konzessionierten Häuser festlegen. Der Online-Einstieg ist mit CHF 2 günstiger als im Osten, und der Höchsteinsatz einer Einzel- oder Kombiwette liegt mit CHF 500 halb so hoch wie bei Sporttip.
Was dieses Haus interessant macht, ist jedoch weniger der Preis als die Deckelung. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Und wer am Schalter spielt, muss beachten, dass ein Wettschein mit Multiples insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten darf.
Für den Vergleich heisst das: Jouez Sport ist das Haus für den kleineren Einzeleinsatz und für eine begrenzte Kombination. Der Einstieg ist günstiger, der Deckel ist näher. Wer mit kleinen Beträgen spielt und den Wettschein gelegentlich in der Verkaufsstelle abgibt, findet hier ein Programm, das zu seiner Grösse passt.
Duelbits, Pribet, 1xBet, MrXbet, MyStake, Roobet, Betwinner und N1 Bet: die acht ohne Schweizer Bewilligung
Diese acht Namen haben eines gemeinsam, und es ist das Einzige, was an dieser Stelle von ihnen mit Sicherheit gesagt werden kann: Keiner von ihnen hält eine Schweizer Bewilligung. Sportwetten veranstalten dürfen hierzulande nur Swisslos und die Loterie Romande. Was diese Anbieter an Bewilligungen aus anderen Ländern melden, hat in der Schweiz keine Geltung — eine Bewilligung, die auf Schweizer Gebiet nichts bewirkt, schützt niemanden. Keiner der acht ist an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, keiner bietet Schweizer Rechtsschutz, und die Domains können auf die Sperrliste der Aufsicht gesetzt und über DNS blockiert werden.
Für Spielende in der Schweiz heisst das konkret: kein Zugriff auf das Sperrsystem, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Einsprachemöglichkeit. Dazu kommt die steuerliche Kehrseite. Während Gewinne bei den beiden bewilligten Veranstaltern bis zum Freibetrag steuerfrei bleiben, behandelt die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen.
Mehr lässt sich zu einzelnen dieser Namen nicht sagen, und es wäre unseriös, es zu versuchen. Wer bei einem von ihnen ein Konto eröffnet, sollte sich vorher dessen eigene Bedingungen durchlesen — Limiten, Quotenregeln, Auszahlungsfristen, Streitbeilegung stehen dort und nirgends sonst. Anhaltspunkte dafür, was Schweizer Spielende dort erwartet, liefert keine Schweizer Quelle.
Häufige Fragen zu Handicap-Wetten
Was ist ein Handicap bei Sportwetten?
Eine Wette mit Vorgabe gibt einer Mannschaft zu Beginn einen virtuellen Vorsprung oder Rückstand, der im gewerteten Ergebnis mitgerechnet wird. Aus einer Partie mit zwei oder drei Ausgängen wird so ein Markt mit zwei Seiten und annähernd ausgeglichenen Quoten. Die Stärke der Mannschaften verändert die Vorgabe nicht.
Wie verändert ein Handicap die Quote und das gewertete Ergebnis?
Das gewertete Ergebnis ist das tatsächliche Resultat plus Vorgabe beziehungsweise minus Vorgabe der gewählten Seite. Dadurch liegen beide Quoten näher beieinander. Eine glatte Vorgabe kann den Einsatz ungewertet zurückfliessen lassen, eine halbe Vorgabe nicht. Die Marge des Veranstalters bleibt in beiden Seiten der Quote enthalten.
Zählen bei einer Fussball-Handicap-Wette Verlängerung und Penaltyschiessen?
Nur wenn es das Wettprogramm ausdrücklich sagt oder sie Gegenstand der Wette sind. Sonst umfasst die gewertete reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Wer eine Vorgabe über 120 Minuten berechnet hat und auf die reguläre Spielzeit wettet, rechnet an einer anderen Partie als der, auf die er gesetzt hat.
Worin liegt der Unterschied zwischen einer Handicap-Wette und einer Einzelwette ohne Vorgabe?
Ohne Vorgabe ist das Unentschieden ein eigener Ausgang mit eigener Quote. Mit Vorgabe verschwindet es aus dem Markt, und die Wette gewinnt oder verliert über den Abstand zum Ergebnis. Beides sind Einzelwetten; nur die Zahl neben den Mannschaftsnamen ist eine andere.
Wie wird der Gewinn gerechnet, und wie wird gerundet?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten. Swisslos rundet zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab, wobei die zweite Rundung den Betrag senkt. Der Reingewinn ist der Gewinnbetrag minus Einsatz.
Wettarten – korbballtipps
Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»
