Online Radsport wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine geschlossene Rennliste
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Wo ein Rennen drei Wochen dauert, dauert auch der Einsatz drei Wochen. Wer in der Schweiz auf Radsport setzen will, landet zwangsläufig bei einem von zwei Veranstaltern, und beide führen eine Rennliste, die nicht das ganze Peloton kennt. Datenstand: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Bewilligungen und Angaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) sowie gegen die veröffentlichten Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande.
Was Verlustlimiten bei einer Rundfahrt wirklich bedeuten
Die Limite steht, bevor die erste Quote sichtbar wird. Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.
Für einen Einsatz am Samstagabend ist das eine Formalität. Für die Tour de France ist es die wichtigste Einstellung im Konto. Im Juli läuft die Rundfahrt über drei Wochen, ein Einsatz auf den Gesamtsieger liegt also vom Grand Départ bis nach Paris im System, und die Verlustlimite für 30 Tage deckt diesen Zeitraum in einer einzigen Zahl ab. Wer in der ersten Woche 300 Franken auf dem Wettschein hat und in der zweiten nachlegt, rechnet gegen dieselbe Obergrenze. Die Quartalsfrist des Rennens und die 30-Tage-Frist der Limite gehen auseinander — und die Limite ist die, die zählt.

Die 72 Stunden bis zu einer Erhöhung sind der zweite Punkt, an dem Langzeitwetten anders sind als Fussballwetten. Ein erhöhtes Limit lässt sich nicht am Tag vor der Bergankunft nachziehen. Wer im März entscheidet, dass er im Juli mehr riskieren will, handelt im März. Wer es am 17. Juli merkt, hat Pech.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die kürzere, freiwillige Pause von bis zu sechs Monaten, die das Gesetz verlangt, lässt sich nach Ablauf beenden; die dauerhafte Sperre nicht. Genau darin liegt ihr Wert: Sie ist die eine Entscheidung, die man nicht zurücknehmen kann, während man sie trifft.
Wer sich sperren lässt, hat auf Einsätze und Gewinne keinen Anspruch. Das ist keine Randnotiz, sondern der Grund, warum eine Sperre mitten in einer laufenden Rundfahrt teuer wird: Ein noch offener Wettschein auf den Gesamtsieger ist dann kein Guthaben mehr. Wer eine Pause ernsthaft erwägt, sollte sie vor dem Rennen ziehen, nicht während.
Bei all dem ist eines wichtig: Ein unter 18-Jähriger kommt online nicht ins Spiel. Die Aufsicht hat 2025 an Verkaufsstellen 200 Testkäufe gemacht und in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schalter ist also nicht die sichere Zone, für die man ihn hält. Die strenge Variante ist das verifizierte Online-Konto, und das verlangt 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und eine Registrierung pro Person. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Dass eine Limite eine Zahl aus dem Formular ist und keine Meinung über die eigene Vernunft, merkt man erst, wenn die Rundfahrt in der dritten Woche kippt: Ein Favoritensieg auf der achten Etappe und die Gesamtwertung sehen anders aus als am ersten Tag. Wer die Limite für 30 Tage klein setzt, bindet sich für die Dauer des Rennens daran, auch wenn er es an Tag zwölf besser weiss.
Pausen, Sperren und die Frage, wann sie greifen
Wer Radsport wettet, sitzt selten an einem Abend am Bildschirm. Die Tour de France läuft im Juli, der Giro d’Italia in der Regel im Mai, die Vuelta a España seit Mitte der 1990er-Jahre im September; dazu kommen die Frühjahrsklassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907). Die Saison zieht sich also über Monate, mit Pausen dazwischen — und die Versuchung, in diesen Pausen die gesetzte Limite zu erhöhen, ist genau das, wogegen die 72 Stunden gebaut sind. Bei einem Fussballwochenende ist ein Aufschub von drei Tagen lästig. Bei einer Rundfahrt über zwanzig Etappen ist er ein Schutz, den man nicht umgehen kann.
Die kürzere Pause von bis zu sechs Monaten ist für die Saisonpause gedacht: eine Auszeit zwischen zwei Rundfahrten, keine Kündigung. Die dauerhafte Spielsperre fällt in ein anderes Kapitel, und das Gesetz zieht die Grenze scharf. Nach Ablauf der Frist von drei Monaten ist eine freiwillige Sperre nicht einfach wieder weg — es ist ein Fachorgan beteiligt. Wer sich die Pause als Urlaub mit Rückfahrkarte vorstellt, wird in der Praxis eines Besseren belehrt, und das ist keine Härte, sondern Sinn der Sache.
radsport wetten: der Spielplan, aus dem sich etwas auswählen lässt
Nicht jedes Rennen trägt ein Wettprogramm. Zum Radsport zählen Strassenradsport, Bahnradsport, Mountainbikesport, Cyclocross und BMX-Rennsport sowie Kunstradfahren, Radball und Radpolo. Wer auf Radsport setzen will, stösst in der Praxis auf die Strassenszene. Der Rennkalender ist das Filtergerüst, und er fällt in zwei Sorten auseinander.
Der erste Radsport-Wettkampf überhaupt war ein Eintagesrennen: am 8. Dezember 1867 in Paris, rund 100 Starter, etwa 23 km in Richtung Versailles. Der Vorläufer der Tour de France war also eine Sache von einem Nachmittag. Das Etappenrennen kam 1903, als die Tour zum ersten Mal ausgetragen wurde, mit Start am 1. Juli in Montgeron bei Paris. Seit 1992 veranstaltet die Amaury Sport Organisation (ASO) das Rennen. Eine Sorte Rennen ist damit auf einen Tag gebaut, die andere auf drei Wochen, und beide tragen dieselbe Sportart.
Für eine Wette ist der Unterschied nicht kosmetisch. Ein Eintagesrennen entscheidet sich an einem Nachmittag, die Wette wird mit dem Zielstrich gutgeschrieben, und das Konto ist am Abend sauber. Eine Rundfahrt verteilt denselben Einsatz über Wochen: Die Wertung verschiebt sich mit jeder Etappe, Stürze kosten Zeit, ein Ausfall nach einem Sturz auf der achten Etappe löscht die Gesamtwertungs-Story in einer halben Stunde aus — bei der Vuelta 2026 ist genau das passiert. Wer auf den Gesamtsieger setzt, wettet nicht auf eine Form, sondern auf drei Wochen ohne Zwischenfall.
Die drei Grand Tours sind die Tour de France im Juli, der Giro d’Italia in der Regel im Mai und die Vuelta a España im September. Sie sind die einzigen Strassenrennen, die drei Wochen dauern dürfen. Alles andere ist kürzer, und die meisten Rennen sind Eintagesrennen.
Die UCI WorldTour läuft seit 2011 und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour; die bekannte Renndatenbank listet 36 Rennen der aktuellen WorldTour. Diese Serie ist der bequemste Ausgangspunkt für die Frage, welche Rennen überhaupt auf dem Zettel stehen — sie liefert Namen, Länder und Termine, aber keine Quoten.
Etappe, Gesamtwertung, Trikot: drei Wetten mit drei Uhren
Die Gesamtwertung und der Etappensieg sind nicht zwei Geschmacksrichtungen derselben Wette. Der Etappensieg ist ein 200-km-Ereignis mit einem Zielstrich und einem Ergebnis am Abend. Die Gesamtwertung ist ein Fenster von drei Wochen, in dem die Zeitabstände zwischen allen Fahrern gelten, nicht die Platzierung auf einer Etappe. Ein Zweiter auf der Bergankunft kann in der Gesamtwertung drei Minuten gewinnen, ein Etappensieger kann im Klassement stehen, wo er will.
Das Trikotgeschäft ist die dritte Uhr. Das Gelbe Trikot wurde 1919 von Desgrange eingeführt und markiert die Gesamtwertung. Das Gepunktete Trikot steht für die Bergwertung, das Weisse für die Nachwuchswertung; das Grüne Trikot ist die Punktewertung, die Erik Zabel sechsmal gewann. Weil Berg- und Sprintpunkte nach eigenen Regeln vergeben werden, kann die Trikotwertung einem Fahrer gehören, der keine einzige Etappe gewinnt — und umgekehrt. Für den Wetter heisst das: Eine Trikotwette ist eine Wette auf eine Zählweise, nicht auf einen Kurs. Wer die Punkteregeln nicht gelesen hat, wettet auf die falsche Tabelle.
Der Anteil der Mannschaften ist die vierte Variable, und sie verschiebt die Auswahl. An der Tour de France nehmen etwa 21 bis 22 Profimannschaften teil, darunter 18 UCI WorldTeams; die Teams bestehen seit 2018 aus acht Fahrern, bis 2017 waren es neun. Meist stehen zwanzig Etappen nach dem Grand Départ auf dem Programm. Wer auf einen Aussenseiter setzen will, wählt aus acht Fahrern pro Team, nicht aus dem halben Weltcup. Auskenner kennen diese Namen; Gelegenheitswetter sehen zum ersten Mal, dass ein Etappensieger aus einem Team von acht Leuten kommen muss.
Die Rekordliste erklärt, warum die Favoritenfragen im Radsport so zäh sind. Mit je fünf Gesamtsiegen führen Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar die Tour-Wertung an; Pogačar siegte 2020, 2021 und von 2024 bis 2026. Namen wie diese werden mehrfach genannt, und wer eine Quote auf einen Gesamtsieger prüfen will, muss lesen, ob die Wette auf das eine Rennen oder auf eine Saison läuft.
Der Junioren-Gedanke fehlt bei den grossen Rundfahrten auch 2026 nicht: Bei der Vuelta 2026 wurde der Österreicher Felix Gall Gesamtdritter, 2:44 hinter Sieger Enric Mas, als erster Österreicher auf dem Vuelta-Podium, nachdem er beim Giro d’Italia 2026 Zweiter geworden war. Vor ihm stand mit Adolf Christian (Dritter bei der Tour de France 1957) nur ein weiterer Österreicher auf einem Grand-Tour-Podium. Wer sich die Vorjahresergebnisse als Formkurve nimmt, sieht daran, wie schnell ein Fahrer von «podiumsfähig» zu «Aussenseiter mit Wert» wird.
Was dabei fehlt, ist die Aussage über das Ergebnis. Eine Auswahl an Rennen und Ergebnissen ist keine Vorhersage. Wer eine Quote auf einen Favoriten sieht, sieht einen Preis für eine Möglichkeit, nicht einen Hinweis darauf, was im Juli in Paris passiert.
Quoten und Marge: der Preis, der in jeder Quote steckt
Jede Quote auf eine Etappe hat two Seiten, und zwischen ihnen liegt der Anteil, den der Veranstalter behält. Wo ein Markt nur zwei Ausgänge hat — ein Duell zweier Fahrer auf einer Etappe etwa — lässt sich das rechnen, ohne einen einzigen echten Kurs zu kennen. Unterstellt man das illustrative Beispiel eines Zwei-Wege-Marktes mit Quoten von 1.90 und 1.90, ergibt sich ein Auszahlungsschlüssel von rund 95 %, und die Marge liegt bei ungefähr 5 % des Einsatzes. Das ist eine Bandbreite, keine feste Zahl: Sie gilt unter der Annahme, dass beide Quoten so stehen wie im Beispiel, und bei einem Markt mit mehr Ausgängen oder mit schiefen Quoten fällt sie anders aus. Where a real price stands, it stands with its date; ein Kurs ohne Datum wird hier nicht gedruckt.
Die Rechnung dahinter ist unspektakulär und der Grund, warum sie hier steht: Der Auszahlungsschlüssel ist 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂), und die Marge ist 100 % minus diesen Anteil. Beim Beispiel 1.90/1.90 kommt man auf 1 ÷ (0,526 + 0,526) und damit auf 0,950 — 95 Cent von jedem hingelegten Franken kommen als Auszahlung zurück, fünf bleiben beim Veranstalter. Verglichen mit anderen Sportarten ist eine Marge in dieser Grössenordnung kein Skandal, sondern die normale Haushaltsführung eines Buchmachers; sie ist der Preis für ein funktionierendes Wettprogramm und wird erst dann zum Gesprächsthema, wenn sie in einem einzigen Markt auffällig weit nach oben rutscht.
Ein Übriges zum «risikofreien» Cash-Out: Bei Sporttip ist der Cash-Out-Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Diese drei Sätze sind der ganze Vertrag. Wer bei einer Rundfahrt in der zweiten Woche kalte Füsse bekommt, tauscht einen offenen Wettschein gegen einen kleineren garantierten Betrag — die Differenz ist der Preis für die Sicherheit, und sie steht nicht auf der Seite. Dazu kommt die Regel: Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und bei Sporttip gibt es nur das vollständige Cash-Out, keine Teilauszahlung, und nur bei Online-Wetten, nicht auf einem Wettschein aus einem Verkaufspunkt. Für den Wetter ist das eine ehrliche Wette auf den eigenen Nerv — nur eben zu einem Kurs, den die Gegenseite ansetzt.
Zur Systemwette noch ein Satz, weil die Rundfahrten sie nahelegen. Kombiniert man Etappen über Wochen, wächst der Kurs, aber auch die Zahl der Dinge, die schiefgehen können. Die Marge wird bei jeder Kombination nicht kleiner, sondern grösser.
Bewilligung, Liste und Grenzen: was die Auswahl anbietet
Zwei Veranstalter teilen sich das Land. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport sind die einzigen, die Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen; das Gesetz deckelt die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten bei zwei. Ein weiterer Schweizer Buchmacher mit Bewilligung existiert nicht, deshalb lässt sich auch keine «Auswahl» im Sinn eines freien Marktes bauen.
Dazu kommt die Grenze des Vertragsgebiets. Swisslos führt Sporttip in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14 in Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Das Online-Konto folgt dem Wohnsitz: Wer im Aargau wohnt, kommt zu Sporttip, wer in Genf wohnt, zu Jouez Sport — und umgekehrt nicht. Zwei Angebote, die sich für die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung nicht überschneiden, sind kein Vergleich zweier Freiheiten, sondern eine Lage mit zwei Türen.
Die weitere Grenze ist die Rennliste. Wetten sind nur auf Rennen und Wettarten zulässig, die auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Platzierungswetten nur, wenn die Platzierung den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet — nie Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste kennt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Für den Radsport heisst das: Nicht weil der Sport populär ist, steht er im Programm, sondern weil das Rennen und die Wettart auf der Liste stehen. Wer die Tour sehen möchte, findet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit; wer ein unbekanntes Eintagesrennen sucht, findet es nicht zwingend.
Der Vergleich der Anbieter
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung | Anmerkung zur Lage |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, beaufsichtigt von der Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Konto nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet; Teilgebiet 19 Kantone, Tessin, Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, beaufsichtigt von der Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) | Konto nur für Personen mit Wohnsitz in FR, GE, JU, NE, VD oder VS; 2’350 Verkaufsstellen |
| WirWetten | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden |
| BC.Game | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden |
| BillyBets | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden |
| Donbet | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden |
| bet365 | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Von der Gespa namentlich auf der Sperrliste genannt |
| 22Bet | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden |
| BetOnRed | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden |
| IviBet | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz | Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden |
Der Augenschein trügt hier weniger stark als sonst, aber er trügt. Zehn Zeilen in einer Tabelle sehen nach zehn Möglichkeiten aus; sie sind zwei plus acht. Die Spalte mit der Bewilligung ist die einzige, die eine Wahl beschreibt, und in acht Zeilen steht dort «nein». Was darüber entscheidet, ob ein Anbieter überhaupt in Frage kommt, steht also nicht in der Programmspalte, sondern in der zweiten — und für einen Teil der Leserschaft entscheidet schon die dritte Spalte, weil das Vertragsgebiet nur einen der beiden zugelassenen Veranstalter zulässt.
Bei Swisslos und Loterie Romande ist die Bewilligung dieselbe Art: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa. Sie gilt nur in der Schweiz. Die kantonalen Fonds und die Stiftung Sportförderung Schweiz sind die Empfänger des Überschusses: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe); aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang der Sportwetten-Erträge um 13 Millionen Franken ist die interessanteste Zahl in diesem Bericht: Das Angebot ist nicht deshalb dünn, weil es niemand nutzt, sondern weil es eng begrenzt ist.
Was bei den ausländischen Anbietern nicht in der Tabelle steht, ist die Grösse, die den Leser am direktesten betrifft: die Marge im einzelnen Markt. Der Grund ist einfach. Wo kein Anbieter seine Preise publiziert, gibt es nichts zu vergleichen, und ein Vergleich nach versprochenen Gewinnen wäre ohnehin die falsche Reihenfolge. Wer bei einem dieser Anbieter auf Radsport setzen möchte, prüft den Markt und die Bedingungen selbst, bevor Geld fliesst.
Die Vollständigkeit der Liste und ihre Kanten
Für die Radsport-Wette sind die beiden zugelassenen Veranstalter die einzigen mit Schweizer Bewilligung, und alles Weitere ist eine Kategorie für sich. Das klingt strenger, als es gemeint ist: Es ist eine Feststellung über das Angebot, nicht über die Menschen, die es nutzen.
Dass der Reingewinn zu einem guten Teil in den Sport zurückfliesst, ist eine Randnotiz wert — bei einem Publikum, das Radsport verfolgt, mehr als eine Randnotiz. Es ist eines der wenigen Argumente für ein begrenztes Angebot, das sich nachrechnen lässt.
Zwei Veranstalter, zehn Plätze: die Rangliste
Die Reihenfolge in dieser Liste folgt nicht dem versprochenen Gewinn, sondern dem, was sich beim Wetten tatsächlich prüfen lässt: Bewilligung, Limiten, Auszahlungsregeln und die Frage, wie viel Kontrolle man über den eigenen Einsatz behält. Zuerst die beiden Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, danach die ausländischen Plattformen, die Schweizer Spielende im Netz antreffen.
Die Einordnung: Von den zehn Anbietern hier lizenziert sind zwei — Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport. Alle anderen laufen ohne Schweizer Bewilligung, mit einer ausländischen Bewilligung, die in der Schweiz keine Kraft hat. Das ist ein Unterschied in der Sache. Im ersten Fall gibt es Schweizer Schutz: eine geprüfte Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, eine Limiten- und Spielsperre-Pflicht und einen gesetzlich geregelten Beschwerdeweg. Im zweiten Fall gibt es keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Regress. Auszahlung, Beschwerde und Durchsetzung richten sich nach dem Sitz des Anbieters.
Auch bei den ausländischen Anbietern gilt: Die Quoten in einem Wettmarkt liegen unter den tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten. Die Marge sitzt im Preis, bei jedem Anbieter und in jedem Markt. Wer sein Konto nachher öffnet, bemerkt das nicht, weil dort eine Quote steht, nicht eine Marge. Wer es vorher weiss, wählt anders.
Der Vergleich im Einzelnen: Swisslos Sporttip führt die Liste an
Swisslos Sporttip — was bleibt, wenn man das Haushaltsbuch liest. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist die eines Grossspiels unter dem Geldspielgesetz, vergeben von der zuständigen Aufsicht. Das entscheidende Zugangsdetail: Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Wer ausserhalb dieses Gebiets wohnt, kommt online nicht ins Spiel. Bei den Wetten gibt es Einzel-, Kombinations- und Systemwetten; der Mindesteinsatz beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Auf die Rundfahrtszeit gerechnet ist die Obergrenze von CHF 1’000 pro Wette griffig genug: Wer einen grossen Einzelbetrag auf den Gesamtsieger legen will, tut das in Tranchen, und jede Tranche ist eine eigene Wette. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettende nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Marktdeckel ist das eigentliche Pfund des Anbieters: Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten ist das Tor, durch das jedes Radrennen und jede Wette muss. Es gibt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Wer das Angebot mit den Preisen am oberen Rand vergleicht, ist falsch abgebogen: Es ist ein begrenztes Programm mit Schweizer Aufsicht, und die Begrenzung ist der Preis. Was dieser Anbieter anders macht als alle anderen: Er ist der einzige in dieser Liste, bei dem ein Radsport-Wettschein, eine Verlustlimite und eine Spielsperre aus derselben Hand kommen.
Loterie Romande Jouez Sport — betreutes Paar mit zwei Adressen in der Westschweiz. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe Art wie bei Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa. Wer in den sechs Kantonen wohnt, kann online ein Konto führen; wer ausserhalb wohnt, nicht. Die 2’350 Verkaufsstellen sind für Radsport-Wetten bemerkenswert: Ein Wettschein aus einem Kiosk ist nicht cash-out-fähig, weil Sporttip das vollständige Cash-Out nur online anbietet — die Filiale ist gut zum Wetten und schlecht zum Aussteigen. Ein Verkaufsstellennetz dieser Grösse ist dann ein Vorteil, wenn man ohnehin in der Stadt ist; für eine Bergankunft ist es keiner. Der Punkt, an dem dieser Anbieter vorbeizieht: Er erreicht eine Landeshälfte, die der andere nicht bedienen darf, und hat dafür das Netz gebaut, in dem sich Rundfahrts-Wetten auch physisch abschliessen lassen — ein Kanal, den kein Auslandsanbieter nachbaut.
WirWetten — ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. WirWetten ist ohne Schweizer Bewilligung, und die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, was in der Schweiz keine Wirkung entfaltet; das Angebot ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, und es gibt keinen Schweizer Regress. Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden und wären dann über Schweizer Telekom-Anbieter nicht mehr erreichbar. Auszahlung, Beschwerde und Regeln richten sich nach dem Sitz des Anbieters; wer dort sein Konto führt, hat seine Schweizer Schutzmechanismen gegen einen ausländischen Vertrag getauscht. Der Massstab hier ist nicht das Wettprogramm, sondern was im Streitfall übrig bleibt — und das ist ein Ort ausserhalb der Schweizer Aufsicht.
BC.Game — ohne Schweizer Bewilligung. Auch BC.Game hat keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hat in der Schweiz keine Kraft. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Regress, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Diese Liste ist kein Papier: Sie wird über DNS gesperrt, und gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Eine Adresse, die gestern funktioniert hat, ist morgen vielleicht nicht mehr die richtige. Wer ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung führt, plant das besser ein, als er einen Sturz einplant. Bei diesem Anbieter entscheidet weniger die Quote als die Frage, ob die Adresse in einem halben Jahr noch dieselbe ist.
BillyBets — ohne Schweizer Bewilligung. Die gleiche Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, die gemeldete Bewilligung nicht festgestellt und ohne Wirkung in der Schweiz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Regress, Domains potenziell auf der Sperrliste. Organisiert jemand Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung, ist das eine Straftat — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft. Das ist der Grund, warum ein Konto dort kein rechtliches Risiko für den Kunden ist und trotzdem ein schlechter Ort für einen Einsatz: Im Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Wer hier wettet, setzt nicht nur auf ein Rennen, sondern darauf, dass nichts dazwischenkommt — und dieser Teil der Wette hat keine Quote.
Donbet — ohne Schweizer Bewilligung. Dieses Angebot besitzt keine Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Regress, und die Webadresse kann von der Gespa gesperrt werden. Ein Schweizer Detail, das oft übersehen wird: Werden Wetten bei einem ausländischen Anbieter ausgezahlt, fehlt die Schweizer Verrechnungssteuer — dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Für Gewinne aus Schweizer Grossspielen gilt das nicht: Sie sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei, und der Betrag liegt weit über dem, was ein normaler Wetter gewinnt. Die Steuerfrage stellt sich also bei einem 50-Franken-Gewinn nicht — und bei einem grossen Treffer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ganz plötzlich. Die relevante Zahl bei diesem Anbieter ist keine Quote, sondern der Steuerfreibetrag, den man verliert.
bet365 — ohne Schweizer Bewilligung. Keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und in der Schweiz wirkungslos. bet365 steht namentlich auf der Sperrliste der Gespa, die Schweizer Telekom-Anbieter über DNS sperren. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Diese Liste ist ein gutes Beispiel für die Grenze der Durchsetzung: Sie erwischt den offensichtlichen Weg und nicht jeden Umweg. Wenn ein Anbieter dieser Grösse auf der Liste steht, ist das die klarste Aussage, die eine Schweizer Aufsicht über ihn machen kann — und die kürzeste.
22Bet — ohne Schweizer Bewilligung. Keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz, kein Sperrregister, kein Schweizer Regress, Domains potenziell gesperrt. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar; der Spielende nicht. Was fehlt, ist die ganze Maschinerie hinter einem Schweizer Konto: Limiten, Sperren, geprüfte Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, ein Beschwerdeweg. Wer sich mit den Limiten bei Swisslos schwergetan hat, sollte wissen, was er ohne sie gewinnt: nichts. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung sind die Limiten weg, aber auch die Gegenpartei, die sie garantiert.
BetOnRed — ohne Schweizer Bewilligung. Dieselbe Rechtslage: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz, kein Sperrregister, kein Schweizer Regress, Domains potenziell auf der Sperrliste. Bei den Schweizer Veranstaltern dürfen Gewinne und Salden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt werden — anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es dort nicht, und Kredit an Spielende ist verboten. Wer ausländische Konten nutzt, wählt einen anderen Auszahlungsweg und trägt den selbst. Die Frage bei diesem Anbieter ist die Auszahlung, und wer sie vorher nicht liest, liest sie später im Zweifel erfolglos.
IviBet — ohne Schweizer Bewilligung. Keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz, kein Sperrregister, kein Schweizer Regress, Domains potenziell gesperrt. Wer eine Rundfahrt-Wette trägt, sollte auch die steuerliche Seite kennen: Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei — der Freibetrag seit dem 1.1.2026, im Vorjahr CHF 1’070’400; oberhalb davon behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Kantonale Freibeträge weichen ab, je nach Kanton. Ausländische Anbieter fallen nicht unter die Verrechnungssteuer, dafür unter die kantonale Praxis. Bei diesem Anbieter ist die Differenz zwischen einem Schweizer Konto und einem ohne Bewilligung keine Preisfrage, sondern eine Frage der Belegkette.
Eine Rangliste, die zwei Systeme nicht vermischen sollte
Aus den zwei Gruppen eine einzige Rangfolge zu bauen, wäre bequem und falsch. Die beiden Schweizer Veranstalter stehen oben, weil sie die einzigen mit Schweizer Bewilligung sind, und deshalb lässt sich das, was auf ihrem Zettel steht, auch in der Schweiz durchsetzen. Die acht Plattformen darunter stehen dort als die Anbieter, denen Schweizer Spielende im Netz begegnen — beschrieben und bewertet nach denselben Kriterien, aber ohne den Anspruch, dass irgendetwas davon in der Schweiz gilt.
Die Frage, die sich daraus ergibt, ist keine, die die Liste selbst beantwortet: ob es sich lohnt, für eine Rundfahrt-Wette das Land zu verlassen. Für eine Wette auf einen Etappensieg am Samstagnachmittag ist der Unterschied klein. Für eine Wette, die drei Wochen offen liegt, ist er es nicht.
Die Rechtslage: was die Bewilligung trägt und was sie ausschliesst
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport.

Für das Konto verlangt das Gesetz einen Wohnsitz in der Schweiz, und in der Praxis einen Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet. Der ganze Rest folgt aus dieser Konstruktion: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es sie nicht gibt, und die Aufsicht veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.
Worauf gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste — die Rennliste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, geführt von der Gespa. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Rennen und während des Rennens, sofern ein Entscheid des Veranstalters sie deckt; das Gesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht geregelt — es ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters, und genau so sollte man es lesen.
Sperrliste und Steuer: was Auslandsseiten den Wetter kosten
Die Sperrliste der Gespa umfasst ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter über DNS sperren. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele für Anbieter, die gesperrte Domains innerhalb von Stunden durch neue ersetzen — Domain-Hopping. Das ist die Antwort auf die praktische Frage, wie viel eine solche Sperre wert ist: Sie kostet einen Moment, nicht den Zugang. Ein Werkzeug, das gegen die finanziellen Folgen ausländischer Wetten wirkt, fehlt in der Schweiz: Es gibt keine Sperre, mit der Banken oder Kartenherausgeber Zahlungen an unerlaubte Wettseiten unterbinden. Wer sich darauf verlässt, verlässt sich auf etwas, das es nicht gibt.
Ein ausländischer Bewilligungsnachweis aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar; der Spielende wird nicht bestraft. Werden Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen, trifft es trotzdem das Geld des Spielers — und einen Schutz oder eine Fairplay-Kontrolle gibt es nicht. Beides ist wahr, und beides gehört in dieselbe Entscheidung: Ein Schweizer Konto hat den vollen Schutz, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und ein verifiziertes Konto. Ein Konto ohne Schweizer Bewilligung hat keines davon.
Zur Werbung noch ein Satz, weil er die Auswahl erklärt: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein Spiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Deshalb findet man die ausländischen Anbieter in dieser Liste beschrieben und bewertet, aber nicht beworben.
Das Risiko hinter der Bewilligung
Ein Schweizer Konto ist nicht deshalb besser, weil es Schweizer ist, sondern weil drei Dinge daran hängen, die sich im Streitfall zeigen: die Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, eine Aufsicht mit Beschwerdeweg und ein Sperrsystem, das einen vor sich selbst schützt. Fehlt eines davon, merkt man es nicht am ersten Tag.
Häufige Fragen zu Online-Radsport-Wetten in der Schweiz
Darf man in der Schweiz auf Radrennen wie die Tour de France wetten?
Ja, aber nur bei einem Veranstalter mit Schweizer Bewilligung und nur, wenn das Rennen und die Wettart auf der Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen. Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport sind die beiden erlaubten Anbieter; ein Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus.
Wie prüft man als Wetter, ob Radsport und Etappen- oder Trikotwetten zugelassen sind?
Die Aufsicht führt die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Platzierungswetten stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich gelistet sind; Trainingsläufe nie. Wer eine bestimmte Etappen- oder Trikotwette im Programm sucht, prüft zuerst die Liste und danach den Anbieter.
Was unterscheidet eine Wette auf den Gesamtsieger von einer auf einen Etappensieg?
Der Etappensieg entscheidet sich an einem Tag und ist danach abgerechnet. Die Gesamtwertung läuft über drei Wochen, in denen Zeitabstände statt Etappenplatzierungen zählen; bei der Tour de France stehen meist zwanzig Etappen an, und ein Ausfall löscht die Wette auch dann, wenn das Team weiterfährt.
Wie rechnet man Gewinn und Marge aus Einsatz und Quote?
Der Rückfluss einer gewonnenen Wette ist Einsatz mal Quote. Bei zwei Ausgängen ergibt der Auszahlungsschlüssel 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂); die Marge ist 100 % minus diesen Anteil. Im illustrativen Beispiel zweier Quoten von je 1.90 liegt er bei rund 95 %, die Marge also bei etwa 5 % des Einsatzes.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den zugelassenen Anbietern?
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; Senken wirkt sofort, Erhöhen erst nach 72 Stunden. Dazu kommt die selbstgewählte Spielsperre von 1 bis 180 Tagen und die unbefristete Sperre im schweizweiten Register.
Was fehlt bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung?
Es fehlen Schweizer Aufsicht, der Anschluss ans Sperrregister und der Schweizer Regress; dazu kommt kein Verbraucherschutz nach Schweizer Regeln. Die Bewilligung eines anderen Landes hat in der Schweiz keine Wirkung, Domains können über DNS gesperrt werden, und in einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden.
Sportarten – korbballtipps
Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»
