Gratis Wettprognosen heute lesen lernen – und erkennen, wann eine Quote nur Marketing ist

Updated Oktober 2026
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Ein abgegriffenes Notizheft, ein Bleistift und eine Stoppuhr liegen auf einer Bank am Rand eines Trainingsplatzes.

Oktober 29, 2026 abgeglichen mit den Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip und Jouez Sport, den Online-Teilnahmebedingungen von Swisslos sowie den Angaben der Gespa zum Geldspielgesetz.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wer heute nach kostenlosen Wettprognosen sucht, findet binnen einer Minute mehr Tipps, als er in einem Jahr lesen kann. Die Auswahl ist riesig, doch genau das ist der Punkt, an dem man genauer hinschauen sollte. Eine Prognose ist keine Vorhersage, sondern eine Einschätzung mit einer Wahrscheinlichkeit dahinter, und in der Schweiz gibt es für Sportwetten überhaupt nur zwei Veranstalter, die eine Wette annehmen dürfen. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie eine Prognose gebaut wird, was sie wert ist, was sie kostet, und ab welchem Punkt sie für den eigenen Geldbeutel gefährlich wird.

Es geht nicht darum, wer heute Abend gewinnt. Das kann niemand wissen, und wer es behauptet, verkauft etwas. Es geht darum, was in einer Quote steckt, bevor man sie annimmt.

Verlustlimiten zuerst, Einsatz danach

Bevor eine einzige Prognose gelesen wird, steht in der Schweiz eine Formalie, die keine Formalie ist. Wer zum ersten Mal an Sporttip teilnimmt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Das ist keine Empfehlung, die man wegklickt, sondern die technische Bedingung dafür, dass ein Spielerkonto überhaupt entsteht. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Wer die Limite senken will, tut das sofort. Wer sie erhöhen will, wartet 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.

Der letzte Satz ist der wichtigste und der langweiligste zugleich. Die Limite, die man in der ersten Euphorie setzt, ist dieselbe, die man in der zwölften Nacht am liebsten nach oben schieben würde. Dass zwischen Absicht und Wirkung 72 Stunden liegen, ist kein Schikane-Baustein, sondern die einzige Bremse, die in diesem Moment greift. Wer eine Prognose liest und sie überzeugend findet, hat in dieser Nacht keinen Zugriff auf mehr Geld, als er sich vorher selbst erlaubt hat. Das ist der ganze Trick, und er funktioniert nur, wenn die Limite vorher stand.

Wie streng diese Vorgaben im Alltag sind, zeigt ein anderer Blickwinkel. Das Gesetz verlangt von den Veranstaltern Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste; eine Senkung wirkt nach dem Gesetz sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. In der Schweiz gibt es keine gesetzlich fixierte Einzahlungsobergrenze — die Limiten kommen von der spielenden Person, nicht vom Staat. Man kann das als Liberalität lesen oder als Zumutung: Der Schutz liegt bei dem, der ihn am wenigsten will. Genau deshalb gehört er an den Anfang dieser Seite und nicht ans Ende.

Was eine Spielsperre wirklich umfasst

Es gibt zwei Arten, sich auszuschliessen, und sie unterscheiden sich in der Konsequenz, nicht in der Gesinnung. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Diese Sperre läuft ab, ohne dass man sie vor Fristablauf aufheben könnte. Daneben steht die unbefristete Spielsperre, die in einem schweizweiten Register eingetragen wird und auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein gilt. Das Register umfasst also mehr als Sportwetten — wer sich dort einträgt, schliesst sich aus dem gesamten regulierten Spielbetrieb aus, nicht nur aus dem Fussballwettenprogramm.

Nach dem Geldspielgesetz betrifft die Spielsperre überschuldete und suchtgefährdete Personen sowie die Selbstsperre, und eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Klingt hart, ist es auch. Ein Wettschein ist kein Sparvertrag.

Wo der Alltag die strengste Regel unterläuft

Die an der Kasse verkaufte Wette ist die weiche Stelle. Gespa-Testkäufe aus dem Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Wer aus dieser Zahl liest, die Aufsicht sei schwach, liest zu kurz. Die Schutzversprechen der Branche beziehen sich auf das Onlinekonto, mit verifizierter Identität, Altersprüfung und Limitenzwang. Am Schalter steht ein Mensch, ein Kunde, eine Warteschlange — und die Quote. Es ist genau der Ort, an dem prognosegläubige Menschen am häufigsten abbiegen, und es ist der Ort, an dem am wenigsten überwacht wird.

Wer aufhören will, braucht gute Fusswege, keine guten Vorsätze

Das Gesetz verlangt, dass ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten angeboten werden muss. Die Sperre ist damit kein Notausgang, sondern Teil des Produkts — nur einer, über den niemand spricht, solange es läuft. Wer heute merkt, dass eine Prognose nicht mehr Unterhaltung, sondern Anweisung ist, findet die Einstellung im Spielerkonto, bei Swisslos unter Limiten und Spielerschutz. Sie zu suchen, während man sie noch nicht braucht, ist der einzige Zeitpunkt, an dem sie einem nicht im Weg steht.

Wie aus Form, Statistik und Quotenvergleich eine Prognose wird

Eine Wettprognose heute stützt sich auf vier Dinge: die Form einer Mannschaft, Ausfälle von Schlüsselspielern, statistische Kennzahlen und den Vergleich der Quoten. Das ist die Reihenfolge, in der seriöse Arbeit entsteht, und zugleich die Reihenfolge, in der kostenlose Angebote am schnellsten abkürzen. Fussball wettprognosen, die auf einer einzigen Tabelle beruhen, sind keine Prognose, sondern eine Tabelle mit einem Meinungswort davor. Statistik ohne Ausfälle ist Geschichte. Ausfälle ohne Statistik sind ein Gefühl.

Form heisst: nicht die letzten drei Ergebnisse, sondern die letzten drei Leistungen. Eine Mannschaft, die zweimal in der Nachspielzeit gewinnt, hat sechs Punkte und ein Problem. Eine, die zu Hause gegen den Tabellenletzten verliert und auswärts beim Zweiten punktet, hat ein Auswärtsgesicht, das keine Tabelle zeigt. Ausfälle sind der zweite Faktor, und der schwierigste, weil sich Prognosen über den Zustand der Spieler selbstverschuldet irren. Wer die Aufstellung nicht kennt, kennt die Wahrscheinlichkeit nicht.

Was Statistiken können, und was sie nicht können

Statistische Kennzahlen wie Tore pro Spiel, Ballbesitz, Chancenverwertung oder der erwartete Torwert beschreiben eine Vergangenheit. Sie liefern die Basisrate, also die Häufigkeit, mit der ein Ereignis historisch auftrat. Eine gute Prognose verknüpft diese Basisrate mit dem konkreten Kontext des Spiels. Eine schlechte nimmt die Basisrate und tut, als wäre sie ein Versprechen. Der Unterschied zwischen beiden ist der ganze Beruf.

Ein Grenzfall, den fast jede Gratisprognose ignoriert: Was zählt eigentlich zur regulären Spielzeit? Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten im Fussball — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur dann, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Prognose für ein Pokalspiel, die von 90 Minuten ausgeht, während ein Freund der Seite das Weiterkommen des Aussenseiters in Verlängerung einpreist, ist kein Widerspruch, sondern ein anderes Produkt. Solche Bedingungen gehören in die Prognose hinein, sonst bleibt sie unvollständig.

Quotenvergleich: die einzige Disziplin, die Geld einbringt

Der Kern jeder wettbaren Prognose ist der Vergleich. Nicht der Vergleich mit dem Bauchgefühl, sondern der Vergleich der eigenen Wahrscheinlichkeitseinschätzung mit der Quote des Veranstalters. Eine Quote ist eine Zahl, die eine Wahrscheinlichkeit als Preis ausdrückt — und in deren Innerem steckt bereits ein Anteil, den der Veranstalter für sich behält. Wo die eigene Einschätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt, spricht man von einer Value Bet. Klingt technisch, ist es auch, und deshalb machen kostenlose Angebote so gern eine Wertaussage daraus.

Der Quotenschlüssel, also die Auszahlungsquote eines Marktes, errechnet sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Die Marge ist 100 % minus dieser Schlüssel. Für einen Zweiwegemarkt mit den Quoten 1.90 und 1.90 ergibt das einen Kehrwert von 0,5263 bei jeder Seite, zusammen 1,0526. Der Auszahlungsschlüssel liegt also bei rund 95 %, die Marge bei rund 5 %. Bei einem dreistufigen Markt mit allen drei Quoten über 3.00 fällt dieselbe Rechnung anders aus, die Marge landet je nach Quotensetzung eher zwischen 2 % und 4 %, und sie wächst, je schlechter die drei Zahlen gewählt sind. Die 5 % sind also keine feste Grösse, sondern der Preis eines bestimmten Quotensatzes — die Bandbreite beginnt bei etwa zwei Prozent und reicht unter ungünstigen Quoten deutlich über sieben Prozent hinaus.

Genau darin liegt das Problem jeder Gratisprognose: Die Prognose kann gut sein und die Wette trotzdem teuer. Fünf Prozent Marge bedeutet, dass der Veranstalter von jedem auf diesen Markt gesetzten Franken etwa fünf Rappen einbehält und einbehalten muss — Wettgewinn-Modelle sind kein Wohltätigkeitsbetrieb. Eine Wette mit einem echten Vorteil von zwei Prozent auf einen Markt mit fünf Prozent Marge ist in der Summe eine Wette mit einem Nachteil. Deshalb ist der Vergleich der Quoten keine Nebentätigkeit, sondern der Kern.

Zeitpunkt und Platzierung

Eine Wette auf die korrekte reguläre Spielzeit, auf das Weiterkommen oder auf die Anzahl der Karten sind unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Basisraten. Wer gegen eine Prognose setzt, ohne zu wissen, auf welches Ereignis sie sich bezieht, hat nicht die gleiche Wette abgeschlossen. Die praktische Reihenfolge ist deshalb immer dieselbe: erst das Marktprodukt verstehen, dann die Wahrscheinlichkeit schätzen, dann die Quote prüfen, dann den Einsatz setzen. Wer diese Reihenfolge umdreht und mit dem Einsatz beginnt, hat bereits aufgehört, zu analysieren.

Wo die Grenze zwischen Prognose und Versprechen liegt

Eine kostenlose Prognose, die ihre Methode offenlegt, ist ein Service. Eine, die «sichere» Tipps verspricht, ist ein Werbetext mit Zahlen darin. Kein Tipp ist jemals sicher, und niemand weiss ein Ergebnis, bevor es passiert. Wer mit einer Prognose Geld verdienen will, muss langfristig richtig liegen — und dass eine Seite über Wochen und Monate eine nachvollziehbare Bilanz vorlegt, ist unter kostenlosen Angeboten die Ausnahme. Kurzfristige Erfolge lassen sich zeigen, dauerhafte Gewinne nicht simulieren. Eine Bilanz ohne Verluste ist keine Bilanz.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Zehn Namen stehen hier, und sie zerfallen in zwei Gruppen, die man nicht verwechseln darf. Zwei davon sind schweizerisch bewilligte Veranstalter, acht sind ausländische Plattformen, die in der Schweiz weder eine Bewilligung haben noch eine haben können. Wer die folgenden Abschnitte liest, sollte die beiden Gruppen nie zusammenrechnen. Die Bewilligungslage entscheidet, welcher Schutz überhaupt existiert — Zugang zum Sperrregister, Beschwerdeweg, Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen. Bei allem anderen ist ein Vergleich möglich und nützlich.

Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin bzw. berichtete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande
22Bet ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz
Donbet ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz
BetFury ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz
Interwetten ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz

Spalte drei klingt an acht Stellen gleich, und das ist keine Nachlässigkeit. Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland, gleich welche — hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Bundesgesetz über Geldspiele sagt das in Artikel 4 ausdrücklich, und die Aufsicht führt keine Liste ausländischer Bewilligungen, die sie anerkennen würde. Wenn ein Anbieter also eine Bewilligung aus einem anderen Land berichtet, ist das kein Zwischenschritt zur Schweizer Zulassung, sondern eine Angabe über ein Rechtsgebiet, in dem der hiesige Spielende nicht steht. Diese Unterscheidung ist das Einzige, was in der Spalte zählt, und sie wird unten im Abschnitt zur Rechtslage weiter ausgeführt.

1. Swisslos Sporttip — der eine Veranstalter mit deutschem Vertragsgebiet

Swisslos betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 und verfügt über eine Veranstalterbewilligung sowie eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet voraus, mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre und eine einmalige Registrierung pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Was das Produkt kostet und was es zulässt, steht in den Bedingungen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000; für eine Systemwette sind es CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Ist ein Wettereignis abgesagt und wird es nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Gewinne, die nicht innert 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; gegen eine verweigerte Auszahlung lässt sich innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben.

Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Name «Boost» suggeriert eine grössere Wette; tatsächlich erhöht sich nicht die Quote, sondern der Nettogewinn, und ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 spricht man nicht mehr von einer Einzelwette, sondern von einem Produkt mit deutlich kleinerer Trefferwahrscheinlichkeit. Wer den 100-%-Wert anstrebt, braucht fünfzehn solche Voraussagen in einer Kombi.

Auch die Gewinnabwicklung hat ihre Eigenheiten. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 10 auf Quote 2.10 sind das CHF 21.00 vor der Rundung und je nach Ausgang der Rundungsstufe der entsprechende Rappenbetrag auf dem Wallet. Die Rundung wirkt immer zuungunsten des Spielenden, sie ist aber klein und transparent geregelt — anders als die Marge, die im Preis steckt und nirgends ausgewiesen wird.

Beim Cash-Out gilt Ähnliches. Sporttip bietet ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber ausschliesslich bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer den Ausstieg nimmt, kauft Sicherheit gegen einen Abschlag — und genau dieser Abschlag ist der Preis, den die Bequemlichkeit kostet.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Ein Live-Tipp auf ein Tor, das im selben Moment fällt, wird also nicht zum Treffer. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Funktion für Bet-Builder-Kombinationen verbinden; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Für Prognoseleser ist Sporttip damit der Ort, an dem eine Einschätzung tatsächlich umgesetzt werden kann — und der Ort, an dem die Einschätzung am strengsten gerahmt wird. Geschlossene Sport- und Marktlisten, ausgeprägte Sonderregeln zu abgesagten Spielen, Livewetten mit Quote 1.00 bei Verspätung: Das ist kein Anbieter für spontane Bauchgefühle. Wer systematisch nach Methode setzt, findet hier klare Regeln vor; wer Tempo sucht, wird an jeder Ecke gebremst.

2. Loterie Romande Jouez Sport — dieselbe Bewilligung, ein anderes Vertragsgebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und hält ebenfalls eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz unter der Aufsicht der Gespa. Die Genossenschaft nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Grössenordnung ist der entscheidende Punkt: Das ist ein Netz physischer Verkaufsstellen, das den Alltag in der Westschweiz prägt — und die Grenze, an der ein deutschschweizer Prognoseleser nicht teilnehmen kann, weil das Onlinekonto den Wohnsitz im Gebiet der Veranstalterin voraussetzt.

Beim Spielprodukt selbst spricht das Reglement eine deutliche Sprache. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 ist bemerkenswert: Sie schliesst Wetten aus, die fast nichts kosten und fast nichts bringen, und zwingt die Kombi zu einem echten Preisniveau. Die Obergrenze von 100’000 ist dagegen eine Zahl, die in der Praxis niemand berührt — sie steht dort, um den maximalen Gewinn zu begrenzen, nicht um ein realistisches Szenario zu beschreiben.

Mit diesen zwei bewilligten Veranstaltern ist die Liste der legalen Optionen in der Schweiz vollständig. Es gibt keine dritte Bewilligung, und die Aufsichtsbehörde publiziert keine Liste weiterer lizenzierter Buchmacher, weil es keine gibt. Was sie publiziert, ist die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

3. 22Bet — ohne Schweizer Bewilligung

22Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine berichtete Bewilligung aus einem anderen Land hat hier keine Wirkung, und die Aufsicht führt die Marke nicht im Sperrregister-Zusammenhang, weil eine Verbindung zu diesem Register schlicht nicht besteht. Aus Schweizer Sicht bedeutet das: keine Aufsicht durch die Gespa, kein Beschwerdeweg in der Schweiz, Auszahlungen nicht nach den hiesigen Vorgaben. Die Domain kann von der Aufsicht auf die Sperrliste gesetzt und über DNS-Sperren blockiert werden.

Für Prognoseleser ist damit die wichtigste Konsequenz nicht die Quote, sondern der Umgang mit dem Geld. Ohne Schweizer Bewilligung greift weder der Verbraucherschutz des Geldspielgesetzes noch die Praxis, Einsätze und Gewinne unbeteiligter Spielender in einem Verfahren gegen die Veranstalterin zu trennen. Der Hinweis auf die Sperrliste ist keine Drohung, sondern eine Zustandsbeschreibung: Wer heute teilnimmt, findet den Weg dorthin morgen möglicherweise nicht mehr.

4. Rollbit — ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit darf in der Schweiz keine Sportwetten anbieten. Die Bewilligungslage fällt damit in dieselbe Kategorie wie bei jedem anderen ausländischen Anbieter: keine Schweizer Zulassung, keine Wirkung eines ausländischen Papiers auf schweizerischem Gebiet, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Die Aufsicht kann Domains der Marke auf die Sperrliste setzen.

Was einen Vergleich über die Bewilligungsgrenze hinaus schwierig macht, ist die Asymmetrie der Informationen. Ein schweizerischer Veranstalter muss seine Regeln in Spielregeln und Teilnahmebedingungen publizieren, die von der Aufsicht adressierbar sind. Bei einer ausländischen Plattform ist die Regellage eine privatrechtliche Frage zwischen Spieler und Betreiber. Wer dort liest, liest eine andere Rechtsordnung — und die Prognose, die ihn gelockt hat, sieht dasselbe aus wie bei Swisslos.

5. Donbet — ohne Schweizer Bewilligung

Donbet hat keine Schweizer Bewilligung. Für in der Schweiz wohnhafte Spielende heisst das: keine Schweizer Aufsicht, keine Einbindung in den Schutzmechanismus des Spielergesetzes, kein inländischer Beschwerdeweg. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und über DNS blockiert werden. Wer die Marke dennoch nennt, nennt sie als Referenz für eine Bekanntheit, nicht als Option mit Rechtsfolgen.

Der prognostische Wert einer Tipseite hängt hier an einer Frage, die sich nicht auf der Seite selbst beantworten lässt: Wem gehört das Konto, und wo lässt sich eine Auszahlung durchsetzen? Wer eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung nutzt, verschiebt dieses Risiko in eine Jurisdiktion, in der er im Zweifel keinen Fuss in der Tür hat.

6. BDMBet — ohne Schweizer Bewilligung

BDMBet gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Mindestanforderungen des Geldspielgesetzes — Altersprüfung, Identitätsverifizierung über Ausweisdaten, ein Konto pro Person, Abgleich mit dem Sperrregister — sind hier nicht Teil einer behördlich überprüften Einrichtung. Der Zugang kann überdies blockiert werden, sobald die Aufsicht die Domain auf die Sperrliste setzt.

Wer kostenlose Prognosen für heute liest und daneben einen Anbieter wählt, sollte die beiden Entscheidungen getrennt behandeln. Die Prognosequalität und die Verlässlichkeit der Auszahlung sind zwei verschiedene Wetten, und die zweite gewinnt man nicht dadurch, dass man die erste gewinnt.

7. BetFury — ohne Schweizer Bewilligung

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Damit gilt das Nämliche: keine Aufsicht durch die Gespa, kein Schweizer Sperrregister-Zugang, kein Beschwerdeweg vor schweizerischen Instanzen. Die Aufsicht kann die Domain der Marke auf ihre Sperrliste setzen.

Ein Punkt, der bei solchen Marken häufig übersehen wird, betrifft die Spielsuchtprävention. Der schweizerische Selbstsperrmechanismus funktioniert, weil alle bewilligten Anbieter in dasselbe Register sehen. Da draussen existiert er nicht, und wer sich dort sperren will, verhandelt mit dem Kundendienst einer Privatfirma.

8. HighFlyBet — ohne Schweizer Bewilligung

HighFlyBet fällt unter die Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Für Sportwetten, die in der Schweiz veranstaltet werden dürfen, kommt nur die bewilligte Gruppe in Frage; eine Bewilligung aus einem Drittland hilft dabei nicht weiter, weil sie schweizerisch keine Kraft hat. Ein Blockieren der Domain über die Sperrliste bleibt möglich.

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist damit für die Teilnahme lebensfähig, aber nicht für den Schutz. Wer Sportwetten als Freizeit betreibt, mag das akzeptabel finden. Wer sich vorstellt, im Streitfall eine Schweizer Adresse zu haben, irrt — die hat er nicht.

9. Interwetten — ohne Schweizer Bewilligung

Interwetten hat keine Schweizer Bewilligung. Die Aufsicht nennt die Marke namentlich im Zusammenhang mit Domain-Hopping: Blockierte Domains werden innert Stunden durch neue ersetzt, und Interwetten zählt zu den Anbietern, die die Gespa in diesem Kontext aufführt. Für Spielende heisst das: Der technische Sperrmechanismus ist wirksam, aber nicht endgültig.

Gerade weil der Name weithin bekannt ist, lohnt die klare Einordnung. Eine bekannte Marke ist keine bewilligte Marke. Zwischen Bekanntheit und Bewilligung liegt in der Schweiz die Grenze zwischen Aufsicht und Nichtaufsicht — und die entscheidet über mehr als über die Optik einer Seite.

10. Sportaza — ohne Schweizer Bewilligung

Sportaza zählt zur Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Die Kennzeichen sind hier dieselben: keine Gespa-Aufsicht, keine Einbindung in das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Instanzenweg, jederzeitiges Blockierungsrisiko über die Sperrliste. Eine im Ausland berichtete Bewilligung ändert daran in der Schweiz nichts.

Was aus Schweizer Sicht für die Teilnahme spricht, ist in dieser Gruppe nie die Rechtssicherheit, sondern allenfalls ein breiteres Wettprogramm, das die geschlossene Liste der bewilligten Sportarten und Märkte nicht zulässt. Das ist ein echter Unterschied — nur kein Schutz, sondern eine grössere Auswahl mit grösserem Risiko.

Grundlagen: was eine Prognose und was eine Quote aussagt

Die erste Frage jeder Prognose ist nicht, wer gewinnt, sondern was eine Quote überhaupt behauptet. Eine Quote ist ein Preis für eine Wahrscheinlichkeit, und ihr Kehrwert ist die implizite Wahrscheinlichkeit des Veranstalters. Quote 2.00 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 50 %, Quote 1.50 entspricht rund 66,7 %, Quote 4.00 entspricht 25 %. Diese Zahlen addieren sich über alle Ergebnisse eines Marktes immer auf mehr als 100 % — der Überschuss ist die Marge, und deshalb ist die implizite Wahrscheinlichkeit einer einzelnen Quote nie die tatsächliche Einschätzung des Veranstalters, sondern immer eine um die Marge verzerrte Version davon.

Ein Fussball ruht an der Seitenlinie im taufeuchten Gras, die ersten Sonnenstrahlen fallen schräg über den Platz.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Das ist die erste Lektion, die man ohne Prognose ziehen kann: Wer Quoten liest, liest Aussagen über Wahrscheinlichkeiten, die bereits um einen Aufschlag korrigiert wurden, dessen Höhe er nicht kennt.

Prognose und Ergebnis sind zwei verschiedene Dinge

Eine Prognose beschreibt Wahrscheinlichkeiten, keine Ereignisse. Ein Tipp mit einer geschätzten Trefferwahrscheinlichkeit von 70 % verliert in drei von zehn Fällen, und zwar auch dann, wenn die Prognose fehlerfrei ist. Wer den Verlust als Beweis nimmt, dass die Prognose falsch war, braucht einen Stichprobenumfang, den ein einzelnes Spiel niemals liefert. Diese Binsenweisheit ist die häufigste Ursache für verprasstes Geld im Sportwettenbereich, weil sie in der Logik des Einzelabends keinen Sinn ergibt.

Eine seriöse Prognose veröffentlicht deshalb nicht nur Tipps, sondern eine Bilanz. Aufwand, Trefferquote, durchschnittliche Quote, Rendite über einen längeren Zeitraum. Fehlt eine dieser Angaben, hat man eine Meinung und keine Statistik.

Ein Beispiel für die Rechnung, die hinter jedem Wettschein steckt

Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus dem Einsatz multipliziert mit der Quote; bei Kombinationen multipliziert mit der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird dieser Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer CHF 10 auf eine Quote von 2.10 setzt, käme auf CHF 21.00 vor der Rundung; wer mit einer Kombi aus drei Voraussagen mit Quoten von 2.10, 1.85 und 1.75 rechnet, erhält eine Gesamtquote von rund 6.80 und bei CHF 10 Einsatz einen Betrag von rund CHF 68.00. Die Zahlen sind Beispiele, keine Preise eines Wettprogramms.

Der Nutzen dieser Rechnung liegt nicht im Rechnen. Er liegt darin, dass die Zahl, die auf dem Bildschirm steht, das Ergebnis von zwei Vorgängen ist, bei denen der Veranstalter die zweite Hälfte selbst festlegt. Wer den Gewinn schätzt und hart kalkuliert, sollte wissen, dass die Auszahlung nicht exakt der Multiplikation entspricht, sondern eine Rundungsstufe weiter liegt.

Warum Gratisprognosen trotzdem nicht wertlos sind

Kostenlos ist nicht gleich schlecht, und bezahlt ist nicht gleich seriös. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in der Offenlegung. Eine kostenlose Prognose, die ihre Methode nennt, ihre Bilanz zeigt und ihre Verluste nicht verschweigt, ist besser als ein Abo-Angebot mit Hochglanz. Wer die Methode nicht erklärt, kann alles behaupten. Und weil die implizite Wahrscheinlichkeit jeder Quote um die Marge nach oben verzerrt ist, ist der Kundige im Vorteil: Er sieht, wo ein «Tipp mit 90 % Trefferwahrscheinlichkeit» im Widerspruch zu der Quote steht, die derselbe Anbieter für dasselbe Ereignis ausgibt.

Ein zweites Kriterium ist die Trennung von Werbung und Prognose. Eine Seite, die einen Buchmacher empfiehlt und im gleichen Text die Quote für den Tipp nennt, verkauft zwei Dinge gleichzeitig. Das ist nicht verboten, aber es ist ein Hinweis. Die Analyse bleibt am Ende eine Einschätzung — und wer Einschätzungen als Ergebnisse verkauft, hat bereits die Grenze überschritten, die den Sport vom Versprechen trennt.

Rechtslage: warum es in der Schweiz genau zwei Veranstalter gibt

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist. Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat. Nicht zuständig ist die ESBK: Sie beaufsichtigt ausschliesslich Casinos. Eine Bewilligung braucht zwei Teile, eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt — Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Die Nettoerträge fliessen gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu.

Eine Alpwiese mit weidenden Kühen und einem Holzzaun unter wolkigem Himmel.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Für ein Onlinekonto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Swisslos bedient die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande bedient Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Weiter braucht es ein Mindestalter von 18 Jahren, eine verifizierte Identität, ein Konto pro Person und den Abgleich mit dem Sperrregister. Die Aufsicht führt keine Liste weiterer lizenzierter Buchmacher, weil es keine gibt; veröffentlicht wird die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Was überhaupt gewettet werden darf

Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste. Die Gespa publiziert eine Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden stehen darauf, aber nur wenn sie genannt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie genannt sind. Ranglistenwetten sind zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste enthält keine Eckball- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Wer eine Gratisprognose für heute liest, liest mit einiger Wahrscheinlichkeit einen Markt, den ein bewilligter Schweizer Veranstalter gar nicht anbietet. Das ist kein Detail, sondern die Grenze zwischen einer interessanten Prognose und einer Wette, die sich hier nicht platzieren lässt. Livewetten sind erlaubt, prematch und live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Was virtuelle Sportarten angeht, ist die Rechtslage nicht geklärt, und dazu ist hier nichts zu sagen. Esport kommt in der Gespa-Liste nicht vor.

Warum das nicht nur eine Formalie ist

Die Bewilligungsfrage entscheidet in der Schweiz über den gesamten Schutzapparat. Nur die bewilligten Veranstalter müssen Alters- und Identitätsprüfungen einrichten, Limits verlangen, den Abgleich mit dem Sperrregister vollziehen und Auszahlungen ausschliesslich auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers leisten. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es in der bewilligten Schweizer Sportwette nicht. Eine Kreditgewährung an Spielende ist untersagt. Wohingegen: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, begeht eine Straftat — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Die spielende Person wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden. Ein Schutz- und Fairplay-Kontrollsystem besteht nicht.

Dass die Schweiz gegen unerlaubte Angebote vorgeht, ist messbar. Seit dem 3. September 2019 publiziert die Aufsicht eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die die schweizerischen Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren. Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Aufsicht Domain-Hopping nennt und bei dem sie unter anderem Interwetten und Bet-at-Home aufführt; Bet365 wird als auf der Liste stehend genannt. Eine Zahl von 671 Domains ist ein Beleg für die Wirksamkeit des Instruments und für die Hartnäckigkeit der Gegenseite zugleich. Es gibt in der Schweiz übrigens keine Zahlungssperre gegen unerlaubte Wettangebote: Weder Banken noch Kartensysteme blockieren solche Transaktionen durch ein staatliches Instrument. Wer meint, die Zahlung werde schon scheitern, irrt.

Steuern: die Grenze, die kaum ein Spieler erreicht

Gewinne aus schweizerisch erlaubten Grossspielen — die Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab und ist je nach Kanton verschieden. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholt. Wer CHF 1’000 gewinnt, gewinnt steuerfrei und ohne Verrechnungssteuer. Für die breite Mehrheit ist das Thema mit einem Satz erledigt.

Die andere Seite betrifft Gewinne aus ausländischen Anbietern. Sie unterliegen zwar nicht der Verrechnungssteuer, können aber nach kantonaler Praxis steuerbar sein: Die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Das ist die steuerliche Kehrseite des ausländischen Angebots, von der in den Werbeanzeigen nicht die Rede ist. Für konkrete Fälle gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Werbung und Gratiskredite

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Es gibt keine Sperrstunde für Werbung. Gratisspiele oder Gratiskredite brauchen die vorgängige Zustimmung der Aufsicht; im Jahr 2025 wurden 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Diese Seite nennt keine Bonus- oder Aktionscodes und beschreibt keine Wege, wie solche Ansprüche geltend gemacht werden.

Für die Bewertung von Prognosequellen hat dieser Abschnitt eine unmittelbare Folge. Eine kostenlose Prognose, die auf einen Markt zeigt, den kein Schweizer Veranstalter anbietet, ist eine Prognose zu einer Wette, die hier nicht gespielt werden kann. Wer eine Prognose nutzt und auf einem ausländischen Anbieter landet, tauscht den geschlossenen Schweizer Rechtsrahmen gegen ein Hausrecht ein, das er nicht kennt. Und weil Gratisspielguthaben aus Promotionen bei Swisslos gar nicht auszahlbar ist und die Auszahlung von Spielguthaben im Übrigen an Bedingungen gebunden ist, ist auch der Weg vom beworbenen Guthaben zum eigenen Konto länger, als die Werbung suggeriert.

Was eine Wette den Spielenden tatsächlich kostet

Wer kostenlose Prognosen für heute sucht, stösst meist auf zwei Arten von Angeboten. Die eine ist die harmlose Form: ein redaktioneller Tipp ohne wirtschaftliche Verbindung. Die andere ist die belastete Form: ein Hinweis auf einen Bonus, eine Aktion, einen erhöhten Gewinn. Um beide einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf den Mechanismus, den sie teilen — und der sich am Schweizer Beispiel nüchterner darstellt als bei jedem Offshore-Bonus.

Die Marge, zum dritten Mal

Die Marge steckt in jeder Quote, und sie ist der einzige Kostenposten, der bereits bezahlt ist, bevor die Prognose überhaupt geschrieben wurde. Bei einem Zweiwegemarkt mit 1.90 auf beiden Seiten liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 % — pro Franken Einsatz auf diesem Markt bleiben dem Veranstalter etwa fünf Rappen. Das ist der Normalfall, nicht ein Ausreisser. Wer über hundert Wetten einen Vorteil von zwei Prozent gegenüber der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit hat, rechnet über den ganzen Zyklus gegen diese fünf Rappen an. Die Prognose muss also mehr als nur richtig sein.

Bei Kombinationen multiplizieren sich die Quoten, und mit ihnen die impliziten Wahrscheinlichkeiten. Eine Kombi aus drei Voraussagen mit je 66,7 % impliziter Wahrscheinlichkeit ergibt eine gemeinsame implizite Wahrscheinlichkeit von rund 29,6 %. Der Variantenreichtum, den eine Kombi erzeugt, ist also nicht kostenlos: Er vervielfacht den Ertrag und verkleinert die Trefferwahrscheinlichkeit im gleichen Schritt. Wer sich von einer Prognoseseite zur Kombi verleiten lässt, hat zwei Entscheidungen getroffen, nicht eine.

Vom versprochenen Gratisguthaben zum Kontostand

Bei Swisslos gibt es Gratisspielguthaben aus Promotionen, und dieses Guthaben ist nicht auszahlbar. Der Weg vom Guthaben zum eigenen Konto ist deshalb kein Punkt, den eine Prognoseseite je erwähnt. Die reguläre Auszahlung ist klar geregelt: Innerhalb von 365 Tagen zahlt Swisslos Spielguthaben zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Beträge darüber bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen.

Das Nachladen funktioniert nicht unbegrenzt: Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Wer sein Konto regelmässig nachlädt, merkt erst hier, wie die Obergrenzen wirken: Nicht der Einsatz pro Wette bremst, sondern die Nachladefähigkeit über einen Monat.

Sporttip-Limits, die ein Prognoseleser kennen sollte

Ein Detail, das in den Regalen der Gratisprognosen nie auftaucht: Bei Sporttip sind Wetten Personen ab 18 Jahren zugänglich, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Eine Wette über dieser Limite wird nicht angenommen — das ist wichtig, weil jede Prognose mit einer vorgeschlagenen Einsatzhöhe an dieser Grenze scheitern kann.

Wer also eine Tippquelle liest, die eine Einsatzempfehlung in Prozent des Kapitals ausdrückt, sollte prüfen, ob die Empfehlung überhaupt setzbar ist. Ein Vorschlag von 3 % Kapital auf einer Bank von CHF 50’000 wären CHF 1’500 — bei Sporttip eine Wette, die schlicht nicht angenommen wird. Die Hausregel entscheidet über die Umsetzbarkeit, nicht nur über die Rendite.

Häufige Fragen zu Gratisprognosen

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?

Grundlage sind die Form der Beteiligten, Ausfälle und Aufstellungen, statistische Kennzahlen wie Tore pro Spiel oder Chancenverwertung sowie der Quotenvergleich mehrerer Veranstalter. Eine gute Prognose nennt ausserdem, auf welches Ereignis sie sich bezieht. Fehlt diese Angabe, ist unklar, was überhaupt bewertet wurde.

Was ist eine Value Bet, und weshalb steckt in jeder Quote eine Marge?

Eine Value Bet ist eine Wette, deren tatsächliche Eintrittswahrscheinlichkeit über der in der Quote ausgedrückten Wahrscheinlichkeit liegt. Die Quote enthält die Marge des Veranstalters: Bei einem Zweiwegemarkt mit 1.90 auf beiden Seiten liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 %, die Marge also bei rund 5 %.

Wie viel Kapital darf auf eine einzelne Wette entfallen?

Eine allgemein gültige Zahl gibt es nicht; gängige Ansätze begrenzen den Einzelanteil auf ein bis drei Prozent der Bankroll. In der Schweiz ziehen die Hausregeln zusätzlich enge Grenzen: Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000.

Welche Wetten sind in der Schweiz erlaubt, und wo steht das?

Erlaubt sind Wetten auf Sportwettbewerbe, die auf der Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa stehen — in der Fassung vom 10. September 2026. Sie enthält keine Eckball- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Veranstalten dürfen nur Swisslos und Loterie Romande.

Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinnbetrag ist der Einsatz multipliziert mit der Quote, bei Kombinationen mit der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Der Nettogewinn ist der Betrag minus Einsatz.

Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»