Online Wimbledon wetten in der Schweiz 2026 – die zwei bewilligten Veranstalter und was die Quoten kosten
Ladevorgang...
Auf dem Papier sieht ein Tennisspiel wie die einfachste Wette der Welt aus: zwei Spieler, zwei Ausgänge, keine Unentschieden-Diskussion. Genau diese Einfachheit ist der Grund, weshalb über die Quote kaum jemand nachdenkt. Ein Beispiel, das nichts kostet und nichts verspricht: Setzt man für eine Zwei-Weg-Wette je 1.90 auf beide Seiten an, zahlt das Markt insgesamt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) zurück, also rund 95 Prozent der Einsätze. Die Differenz behält der Veranstalter — eine Marge von ungefähr 5 Prozent, gerechnet an diesem Beispiel und nicht an einem ausgeschriebenen Kurs. Bei einem Einsatz von CHF 100 über beide Seiten sind das rund CHF 5, die unabhängig davon verschwinden, wer das Match gewinnt. Wer in der Schweiz auf Wimbledon setzen will, setzt dabei nicht bei einem beliebigen Buchmacher, sondern bei einem von zwei Veranstaltern, und was dort auf dem Wettprogramm steht, ist keine Geschmacksfrage, sondern eine behördlich genehmigte Liste.
*Stand: Oktober 29, 2026 — Bewilligungen und Limiten geprüft gegen die Angaben der Gespa und die veröffentlichten Teilnahmebedingungen der beiden Schweizer Veranstalter.*
Was Wimbledon für Schweizer Wetten bedeutet: Rasen, Runden, Reformen
Ein Grand-Slam-Turnier auf Rasen ist im Wettprogramm ein Ausreisser. Es gibt weltweit kein zweites Turnier dieser Grösse auf diesem Belag, und das verändert, wie sich Quoten über zwei Wochen bewegen. Die Zahlen zum Ereignis selbst: Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung. Gespielt wird im Londoner Stadtteil Wimbledon, veranstaltet vom All England Lawn Tennis and Croquet Club, und es ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen. Im Kalender steht es als drittes Grand-Slam-Turnier des Jahres und dauert jährlich zwei Wochen ab Ende Juni.
Die Ausgabe 2026 ist gespielt und abgerechnet. Das Herreneinzel gewann Jannik Sinner aus Italien, der damit seinen Vorjahressieg wiederholte; das Dameneinzel ging an Linda Nosková aus Tschechien. Für die nächste Ausgabe 2027 sind die Daten in dieser Übersicht nicht enthalten — was ein Wettender daraus mitnehmen kann, ist weniger das Kalenderblatt als die Struktur: ein zweiwöchiges Turnier, das jedes Jahr neu beginnt.

Dass Wimbledon eine Veranstaltung mit eigener Geschichte ist, merkt man beim Blick auf den Anfang. Die ersten Lawn Tennis Championships in Wimbledon begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road. Turnierdirektor ist seit 2020 Jamie Baker. Das klingt nach Anekdote, hat aber eine praktische Konsequenz für Wettende: Ein Turnier mit einer so langen, lückenlos dokumentierten Tradition produziert Ergebnisdaten, auf die sich Quoten überhaupt erst stützen können. Kein Veranstalter setzt Kurse auf ein Format, dessen Regeln er nicht kennt.
Und die Regeln sind der eigentliche Punkt. Bei den Wimbledon Championships spielen die Herren auf drei Gewinnsätze und die Damen auf zwei; bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz seit März 2022 einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Diese eine Regelzeile entscheidet darüber, welche Satz- und Game-Wetten auf dem Wettschein überhaupt eine andere Struktur haben als bei einem normalen Turnier. Ein Damenmatch kann in zwei kurzen Sätzen vorbei sein, bevor eine Livewette auf den dritten Satz noch einen Markt hat. Wer live setzt, merkt das nicht an der Quote, sondern daran, dass sein Markt verschwindet.
Was Quoten über Chancen sagen und was nicht
Eine Quote ist ein Preis, keine Prophezeiung. Sie enthält zwei Dinge, die man getrennt betrachten muss: die Einschätzung des Veranstalters und seinen Aufschlag. Beim Beispiel oben — zwei Kurse zu je 1.90 — spiegelt der Kurs von 1.90 nicht eine Fünfzig-Prozent-Chance wider, sondern eine etwas niedrigere. Der Markt zahlt rund 95 Prozent der Einsätze zurück, der Rest ist Marge.

Wie viel von der Einschätzung des Veranstalters und wie viel von seinem Aufschlag kommt, lässt sich an einem einzelnen Kurs nicht auseinanderhalten. Das ist keine Schwäche der Rechnung, sondern eine Eigenschaft des Preises. Deshalb ist ein Vergleich von Quoten zwischen zwei Anbietern nur dann sinnvoll, wenn man dieselbe Wette, dieselbe Sportart und denselben Zeitpunkt vergleicht: Der Kurs für eine Zwei-Weg-Wette auf ein Tennismatch und der Kurs für ein Fussball-1X2 sind nicht dieselbe Grösse, und der Kurs vor dem ersten Aufschlag ist nicht der Kurs im zweiten Satz.
Was folgt daraus konkret? Wenn ein Anbieter mit «Bestquoten» wirbt, ist das eine Beschreibung der Position innerhalb des Marktes, nicht eine Zusage an den einzelnen Wettschein. Und wenn zwei Kurse gleich aussehen, aber zu verschiedenen Zeitpunkten abgerufen wurden, sagt der Vergleich nichts. Ein Wettender, der eine Quote wirklich einordnen will, braucht die Gegenquote desselben Marktes zum selben Zeitpunkt.
Wer in der Schweiz überhaupt Wimbledon-Wetten annehmen darf
Die Bewilligung ist der erste Filter, und er sortiert schärfer als jede Quote. Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern mit dem Geldspielkonkordat ab 1.1.2021 — nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip auf der einen, die Loterie Romande mit Jouez Sport auf der anderen Seite. Das heisst nicht, dass es zwei Buchmacher gibt, unter denen man frei wählen könnte. Es heisst, dass die Auswahl davon abhängt, in welchem Kanton man wohnt.
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.
Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt. Die Gespa publiziert nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains. Wer in Genf wohnt, kommt nicht zu Sporttip; wer in Zürich wohnt, nicht zu Jouez Sport. Für Zugezogene und für alle, die während der Turnierwochen zwischen zwei Kantonen pendeln, bedeutet das: Das Konto lässt sich nicht einfach mitnehmen, und der Wohnsitz steht vor jeder Quote.
Warum ausländische Lizenzen hier keine Wirkung haben
Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Das ist kein Formfehler, sondern der Kern der Sache: Der Anbieter organisiert Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung, und das ist strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS).
Spielende werden nicht bestraft. Was sie trotzdem verlieren können, ist greifbar: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle. Der ausländische Anbieter hängt nicht am Schweizer Sperrregister, und es besteht kein Schweizer Rechtsweg.
Dazu kommt die Zugangssperre. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Wer heute eine Seite erreicht, hat damit nichts über morgen bewiesen.
Die ehrliche Gegenrechnung gehört in denselben Absatz, weil sie sonst als Marketing durchgeht: Die bewilligte Seite bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber auch nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzbedingung und eine Identitätsprüfung. Die ausländische Seite bedeutet das Gegenteil in jedem Punkt. Keine der beiden ist per se «die sichere Wahl».
Was Wetten ohne Bewilligung für den Einzelnen kosten
Der zweite Teil der Rechtsfolge trifft erst später, und deshalb wird er gern ausgeblendet. Gewinne aus Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also gilt «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender liegt weit darunter: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Wer eine solche Zahl irgendwo liest, liest über ein anderes Land.
Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Praxis — Thurgau nennt Gewinne aus ausländischen Grossspielen ausdrücklich — diese Gewinne als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist der Punkt, an dem die Beschwerde über fehlende Schweizer Regulierung eine Rechnung bekommt. Allgemeine Information, kein Steuerrat: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Was auf der Gespa-Liste steht und was nicht
In der Schweiz darf auf Sportwetten nur gesetzt werden, was ein Sportanlass ist. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS).
Die Liste ist strenger, als sie aussieht. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder auf das Podest entscheidet, nie Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste zeigt keine Corner- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, wenn der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Wer sich also fragt, ob eine Livewette auf einen Satz mitten im Match zulässig ist — zulässig ist, was der bewilligte Veranstalter anbietet. Beim Cash-Out ist die Rechtslage anders: Er ist nicht reguliert. Er ist ausschliesslich die Funktion des jeweiligen Veranstalters, und bei Sporttip ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Was das für den Spielerschutz heisst: Limiten, Sperren, Register
Ein Zwei-Wochen-Turnier ist eine lange Woche für den Wettschein. Es wird täglich gespielt, oft in mehreren Runden gleichzeitig, und Live-Wetten machen aus dem Nachmittag eine Kette von kleinen Entscheidungen. Deshalb ist die Frage hier nicht, ob Spielerschutz existiert, sondern wann er greift.
Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Bei Swisslos gilt: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die Zahl mit dem grössten Nachhall ist die 72-Stunden-Regel. Eine Erhöhung ist damit nicht unmöglich, aber sie ist langsam — und langsam ist der ganze Zweck. Wer am Samstagabend nach zwei verlorenen Live-Wetten die Limite anheben will, kann das nicht am Samstagabend. Gesetzlich wäre eine Erhöhung nach 24 Stunden möglich; Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein festes staatliches Einzahlungslimit gibt es in der Schweiz nicht.
Die Sperre ist der zweite Mechanismus, und sie hat eine andere Zeitachse. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Rechtlich stehen die Art. 80–82 BGS für die Sperre über-indebtidierter oder suchtgefährdeter Personen sowie für die Selbstsperre und das gemeinsame Register der gesperrten Personen; eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Das ist die scharfe Kante: Die Sperre schützt nicht nur, sie enteignet im Streitfall. Vor der ersten Wette sollte man das wissen und nicht danach.
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18-Jährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Online ist ein Konto pro Person mit verifizierter Identität vorgesehen (Art. 47–52 VGS). Die Prüfung ist nicht dekorativ: Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Wie unterschiedlich der Vollzug ausfällt, zeigt eine Zahl aus dem Jahr 2025: Bei Testkäufen der Gespa wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz an der Online-Registrierung und der Schutz an der Verkaufsstelle sind zwei verschiedene Dinge. Wer Sportwetten an einer Verkaufsstelle für ein Kind mitnehmen will, sollte diese Zahl kennen.
Ein Abend während Wimbledon — und was ihn begrenzt
Nehmen wir einen konkreten Abend im zweiten Turnierdrittel, ohne Ergebnisvorhersage. Drei Matches laufen parallel, ein Wettender hat eine Limite gesetzt und setzt live auf einen Satz, dann auf ein Spiel. Was ihn an diesem Abend begrenzt, ist nicht die Quote. Es ist die Verlustlimite, die er vor dem ersten Einsatz festgelegt hat, und es ist die Tatsache, dass eine Erhöhung 72 Stunden braucht. Das ist die Wirkung, die das System entfalten soll: Der Entschluss wird vor dem Abend gefasst und nicht in seinem Verlauf.
Cash-Out gehört in dieses Bild, weil er die Entscheidung nach vorne zieht. Ein Cash-Out bei Sporttip zahlt weniger als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; angeboten werden muss Cash-Out nicht für alle Wetten. Wer ihn als Notbremse einplant, plant mit einer Bremse, die der andere in der Hand hält.
Wettarten und Quoten: vom Turniersieger bis zum einzelnen Game
Die Märkte reichen vom Turniersieger über Matchwetten bis zu Satz- und Gamewetten. Massgeblich ist nicht, was technisch denkbar wäre, sondern was die Gespa-Liste für Tennis zulässt — und innerhalb dieses Rahmens, was der Veranstalter anbietet.
Auszahlungsseitig gilt eine feste Rechenregel. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zweite Abrundung ist klein, aber sie ist eine Richtung: Der Betrag fällt, er steigt nicht.
Zu den Wettarten kommt eine Unterscheidung, die in der Praxis mehr ausmacht als die Quote selbst. Einzelwetten stehen für sich. Kombinationswetten verbinden mehrere Voraussagen in einem Wettschein, und ihr Preis ist das Produkt der Einzelquoten — das heisst, jede zusätzliche Voraussage multipliziert die Chance auf den Volltreffer mit einer Zahl kleiner als eins, während sie den möglichen Gewinn multipliziert. Systemwetten kombinieren mehrere Wetten in einem Satz von Teilmengen. Diese drei haben bei Sporttip unterschiedliche Höchsteinsätze, und deshalb ist die Wahl der Wettart keine Stilfrage: Sie entscheidet mit, wie viel Geld überhaupt auf den Schein darf.
Eine Besonderheit, die man kennen muss, bevor man Kombiwetten baut: Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Fall ist selten und der Ausgang ist eindeutig: Der Schein wird annulliert, nicht ausbezahlt.
Einzelwette, Kombi, System — was jede ihren Preis kostet
Der Unterschied wird erst greifbar, wenn man die Quoten multipliziert. Zwei Kurse zu je 1.90 ergeben als Kombination 3.61. Aus CHF 10 Einsatz werden also CHF 36.10 statt je CHF 19 auf beiden Einzelscheinen. Klingt verlockend, bis man die Marge mitzählt: Sie sitzt in beiden Kursen und wird durch die Multiplikation nicht kleiner, sondern mit jedem Bein erneut fällig. Wer fünf Voraussagen kombiniert, hat fünfmal denselben Aufschlag bezahlt.
Dazu kommen die Bedingungen bei Sporttip, die an Kombinationen hängen. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 bei sieben, 40 bei zehn und 100 bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Der Sprung von vier auf sieben Voraussagen ist der grösste in dieser Staffel, und er ist derjenige, der am meisten Voraussagen verlangt, die alle einzeln aufgehen müssen. Der Quotenboost dagegen gilt nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Wer eine Kombination früh auszahlen will, verliert also den Boost zusätzlich zum Abschlag auf den möglichen Gewinn. Diese beiden Kosten stehen nie auf demselben Bildschirm, aber sie treffen am selben Abend ein.
Wie eine Auszahlung tatsächlich gerechnet wird
Die Formel ist unspektakulär: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote. Aus CHF 20 auf Kurs 2.10 werden CHF 42; der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote − 1), in diesem Fall CHF 22. Bei einer Kombination aus zwei Kursen ergibt sich die Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten, nicht aus deren Summe.
Der Rückweg über die Marge ist die interessantere Rechnung, weil er erklärt, warum der Vergleich von Kursen überhaupt etwas bringt. Verteilt ein Markt seine Quoten auf alle Ausgänge, ist die Auszahlungsquote der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Kurse; die Marge ist 100 Prozent minus diesem Wert. Für die illustrativen Kurse 1.90 und 1.90 ergibt das eine Auszahlungsquote von etwa 95 Prozent und eine Marge von rund 5 Prozent. Der Vorbehalt gehört zum Ergebnis: Das gilt für dieses Beispiel, für diese Wettart und für diesen Zeitpunkt. Der Kurs einer Einzelwette auf einen Turniersieger ist kein Kurs einer Zwei-Weg-Wette auf ein Match, und ein Kurs vor dem ersten Aufschlag ist kein Kurs im dritten Satz. Wie hoch der Aufschlag in einem konkreten Markt liegt, sieht man erst, wenn alle Kurse desselben Marktes zum selben Zeitpunkt vor einem liegen.
Bei Livewetten verschiebt sich dieses Bild zusätzlich, weil der Kurs auf den Stand des Matches reagiert. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Beim Tennis sind das die Momente, in denen ein Spiel kippt, und es sind genau die Momente, in denen sich die Quote am schnellsten bewegt. Wer live setzt, setzt gegen eine Uhr, die er nicht stellt.
Spielplan, Runden und der Weg durch das Turnier
Der Spielplan gliedert das Turnier in Runden vom Auftakt bis zum Finale. Der Wettbewerb wird auf Rasen gespielt, die Herren auf drei, die Damen auf zwei Gewinnsätze. Für Livewetten ist das kein Detail, sondern die Struktur des Angebots: Ein Match im Dameneinzel kann in zwei Sätzen enden, bevor ein Markt auf den dritten Satz überhaupt entstanden ist.
Aus der Satzregel folgt direkt, welche Wette welcher Runde zugeordnet werden kann. Satzwetten setzen voraus, dass es einen Satz zu setzen gibt. Matchwetten setzen voraus, dass das Match zu Ende gespielt wird — bei einem Aufgabe-Sieg kann die Abrechnung anders aussehen als erwartet. Game-Wetten hängen am einzelnen Aufschlag, und ihr Kurs ändert sich mit jedem Punkt.
Der Turniersieger ist der Markt mit der längsten Laufzeit und der grössten Unsicherheit am Anfang. Über zwei Wochen mit fünf Runden bei den Herren und sechs bei den Damen verschieben Verletzungen, Formschwankungen und die Auslosung den Kurs stärker als in einem gewöhnlichen Ligaspiel. Deshalb ist die Long-Term-Wette auf den Turniersieger die einzige Wettart, bei der die Geduld ein echter Teil der Strategie ist — und die einzige, bei der ein früher Cash-Out in Versuchung führt. Bei Sporttip ist Cash-Out für Langzeitwetten möglich; der Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg.
Was in dieser Woche nicht zur Verfügung steht, ist ebenso wichtig. Die Gespa-Liste zeigt keinen Esport-Abschnitt, und sie zeigt keine Corner- oder Kartenmärkte. Das sind keine Tennis-Märkte, aber es erklärt, warum ein Wettender aus einem ausländischen Angebot bekannte Zusatzmärkte hier nicht findet. Wer sie sucht, sucht sie bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung — mit den Rechtsfolgen, die der Abschnitt zur Rechtslage beschreibt.
Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei Bewilligungen, acht ohne
Die Vergleichslogik folgt aus dem Schweizer Rahmen. Zwei Veranstalter dürfen hier überhaupt Sportwetten annehmen, alle anderen sind als Referenz aufgeführt, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen — und jeder von ihnen trägt den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung». Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist strafbar (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS, Busse bis CHF 500’000). Beschreiben und bewerten ist erlaubt, bewerben nicht.
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Unibet | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| WirWetten | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rabona | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, acht tragen den Vermerk, dass keine vorliegt. Das ist die ganze Spannbreite, und sie ist kürzer, als die Länge der Liste vermuten lässt. Wer sich zwischen fünf ausländischen Marken entscheidet, entscheidet zwischen Varianten desselben Status, nicht zwischen Graden von Sicherheit.
Bei den acht ausländischen Marken kommt ein Punkt hinzu, der in keine Spalte passt und deshalb hier stehen muss. Keiner von ihnen hängt am Schweizer Sperrregister, für keinen besteht ein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Das ist keine Aussage über einzelne Anbieter, sondern über den Status, den sie alle teilen. Wer während Wimbledon von einem ausländischen Anbieter auf den anderen wechselt, wechselt nicht die Rechtslage.
Swisslos Sporttip: zwei Limiten, ein Register, ein Kantonsgebiet
Sporttip ist das Produkt der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) veranstaltet. Der Zugang ist geografisch: Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein.
Die Limiten sind der eigentliche Charakter dieses Angebots. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige; Senken gilt sofort, Erhöhen nach 72 Stunden. Beim Einsatz gilt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten von CHF 1, der Höchsteinsatz von CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer diese Sätze liest, sollte den letzten Teil zweimal lesen: Der Schein wird abgelehnt, nicht gekappt.
Dazu kommt, wer gar nicht teilnehmen darf. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18-Jährige sind ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Eine Sperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen; eine unbefristete Spielsperre landet in einem schweizweiten Register, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für Liechtenstein gilt.
Was am Ende des Jahres damit geschieht, ist bei einem gemeinnützigen Veranstalter Teil des Angebots. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist der Unterschied, den ein ausländischer Anbieter strukturell nicht bieten kann — und es ist gleichzeitig eine Zahl, die zeigt, dass das Sportwettengeschäft für Swisslos im Vergleich zum Lotteriegeschäft überschaubar bleibt.
Das Urteil: Sporttip ist die richtige Adresse für alle, die im Vertragsgebiet wohnen und den Wettschein als Teil eines geregelten Angebots verstehen wollen — aber der Preis dafür ist eine dichte Kette von Regeln. Ein Mindesteinsatz von CHF 1 und ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette begrenzen einerseits die Verlustgeschwindigkeit und machen andererseits ein Vorgehen unmöglich, das auf einem grossen Einzelschlag aufbaut. Die 72-Stunden-Sperre auf Erhöhungen ist die eigentliche Grenze: Sie zwingt dazu, die Limite zu setzen, bevor man weiss, wie das Turnier läuft.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, ein anderes Gebiet, weniger Zahlen
Jouez Sport ist das Produkt der Loterie Romande, die für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Der bewilligungsrechtliche Rahmen ist identisch mit dem von Sporttip: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS unter Aufsicht der Gespa. Auch hier gilt: Ein Online-Konto steht nur Personen mit Wohnsitz im Gebiet des Veranstalters offen. Die sechs Kantone sind keine kleinere Version des Swisslos-Gebiets, sondern eine andere Zugehörigkeit — wer in Freiburg wohnt, gehört zur Westschweiz, wer in Bern wohnt, nicht.
Für die Spielerschutzmechanismen gilt derselbe gesetzliche Rahmen: Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme, Senken sofort, Erhöhen nach 72 Stunden, ein freiwilliger Unterbruch von bis zu sechs Monaten, die Sperre mit Eintrag im schweizweiten Register. Wer in der Westschweiz wohnt, bekommt also nicht eine weichere Version desselben Spiels, sondern dasselbe System mit einem anderen Namen auf dem Wettschein.
Der 2’350-Verkaufsstellen-Zahl sollte man während eines Grand-Slam-Turniers besondere Beachtung schenken. Sie erklärt, warum in der Westschweiz ein Teil des Wettgeschehens weiterhin am Schalter stattfindet — und sie ordnet die Zahl aus den Testkäufen der Gespa ein: Der Schutz an einer Verkaufsstelle ist von anderer Art als der Schutz an der Online-Registrierung. Die 221 Mitarbeitenden sind der Hinweis auf eine Organisation, die einen erheblichen Teil ihrer Tätigkeit als Verkaufsstellennetz betreibt, nicht als Plattform.
Das Urteil: Jouez Sport ist die vollwertige Alternative für Wettende in den sechs Westschweizer Kantonen und keine Zweitwahl — die Befugnisse sind dieselben, die Aufsicht ist dieselbe, die Limitenlogik ist dieselbe. Was hier schärfer auffällt, ist die Reichweite des Schalternetzes: Bei 2’350 Verkaufsstellen in einem Gebiet, in dem eine Sportwette 2025 in 47,5 Prozent der Testkäufe an Minderjährige verkauft wurde, ist der Papierschein der prüfungsbedürftigere Kanal — nicht der Bildschirm.
ZotaBet: als Referenz gelistet, nicht als Schweizer Anbieter
ZotaBet ist eine der ausländischen Marken, auf die Schweizer Spielende während eines Rasenturniers stossen. In der Schweiz liegt keine Bewilligung vor; nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten anbieten. Eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und selbst wenn eine bestünde, hätte sie in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Was daraus unmittelbar folgt: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert wird. Über Limiten, Auszahlungsregeln oder Live-Angebot der Marke lässt sich hier nichts sagen, weil dazu nichts vorliegt — und ein Satz, der stattdessen eine Vermutung formulieren würde, wäre schlechter als kein Satz.
Das Urteil: Eine Marke für Wettende, die ein ausländisches Konto bereits führen und es parallel nutzen wollen. Für jeden, der ein Konto mit Schweizer Rechtsschutz sucht, ist die Zeile «keine Schweizer Bewilligung» das einzige Kriterium, das zählt — alles andere kommt danach.
Unibet: bekannte Marke, derselbe Status wie alle ohne Bewilligung
Unibet gehört zu den Namen, die Schweizer Wettende am ehesten kennen. Die Bekanntheit ändert nichts an der Rechtslage: keine Schweizer Bewilligung, keine Veranstalter- oder Spielbewilligung nach dem BGS, damit kein Platz in der geschlossenen Gruppe der zwei bewilligten Veranstalter. Eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Der Status bringt die bekannten Folgen mit: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko über die Domain. Zu den Konditionen der Marke — Limiten, Auszahlungsregeln, Live-Wetten — findet sich in dieser Übersicht nichts, und deshalb steht hier nichts dazu.
Das Urteil: Eine Marke, die ihre Bekanntheit vor sich her trägt und bei der die Bewilligungsfrage trotzdem offen bleibt — offen im Sinne von: nicht vorhanden. Für Schweizer Spielende, die Wimbledon als Gelegenheit für ein einzelnes Match nutzen, ist das der teuerste Moment, um mit einem neuen Anbieter anzufangen, weil dann zwei Unsicherheiten gleichzeitig bestehen: die Regeln des Anbieters und das Ergebnis des Matches.
Betscore: ein Einstiegspunkt, der die Bewilligung nicht ersetzt
Betscore ist in dieser Liste als ausländische Referenzmarke aufgeführt. Eine Bewilligung für die Schweiz besteht nicht; die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) sind Swisslos und der Loterie Romande vorbehalten. Eine ausländische Bewilligung wäre in der Schweiz ohne Geltung (Art. 4 BGS).
Was für alle Marken dieser Gruppe gilt, gilt hier genauso: kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Die Gespa nennt für dieses Muster Domain-Hopping und führt Beispiele, bei denen gesperrte Domains innert Stunden ersetzt wurden. Konditionen zu Limiten, Auszahlungen oder Live-Angebot sind für diese Marke hier nicht erfasst.
Das Urteil: Wer Betscore aus einem anderen Markt kennt, sollte die Vertrautheit nicht mit Schweizer Rechtsschutz verwechseln. Für einen Spielenden, der eine Verlustlimite mit 72-Stunden-Sperre für Erhöhungen als nützlich empfindet, ist ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung strukturell der falsche Ort — nicht weil er schlechter wäre, sondern weil dieses Werkzeug dort gar nicht vorgesehen ist.
WirWetten: deutschsprachige Ansprache ohne Schweizer Bewilligung
WirWetten spricht deutschsprachige Spielende an, was die Marke hier sichtbar macht. Die Bewilligungslage ist davon unberührt: keine Schweizer Bewilligung, keine Bewilligung nach BGS, kein Platz unter den zwei bewilligten Veranstaltern. Eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Die Folgen für den Status sind dieselben wie bei den anderen ausländischen Marken: keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko. Zu Limiten, Auszahlungsregeln und Live-Angebot der Marke ist hier nichts erfasst — wer diese Punkte prüfen will, prüft sie in den eigenen Bedingungen des Anbieters vor dem ersten Einsatz.
Das Urteil: Eine Marke für Wettende, die sich ohnehin ausserhalb des Schweizer Systems bewegen und das bewusst tun. Ein deutschsprachiges Wettprogramm ist dabei kein Kriterium, das irgendetwas über die Bewilligung aussagt — die Sprache einer Seite und die Geltung einer Bewilligung sind zwei verschiedene Dinge, und nur eines davon steht in den Bedingungen.
BetFury: Referenzmarke, deren Bewilligung keine Wirkung hätte
BetFury gehört zur Gruppe der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung als Grossspiel ist in der Schweiz zwei Veranstaltern vorbehalten; eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für diese Marke bestehen nicht. Eine ausländische Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Für die Rechtsfolgen gilt dasselbe Muster wie bei den anderen Marken dieser Gruppe: keine Anbindung an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain-Sperrung über die Sperrliste möglich. Zahlen zu Limiten, Auszahlungszeiten oder Live-Wetten liegen für diese Marke hier nicht vor.
Das Urteil: Wie bei jeder Marke ohne Schweizer Bewilligung trägt der Wettende die Prüflast vollständig selbst — Bedingungen, Auszahlungspraxis und Beschwerdeweg inklusive. Wer während der zwei Turnierwochen täglich setzt, sollte diese Prüflast nicht als Formalität behandeln: Sie fällt genau dann an, wenn etwas schiefgeht.
Rollbit: derselbe Status, dieselben vier Konsequenzen
Rollbit ist in dieser Übersicht als ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung geführt. Swisslos und die Loterie Romande sind die beiden Veranstalter, die Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen; für Rollbit besteht keine solche Bewilligung, und eine ausländische wäre hier ohne Geltung (Art. 4 BGS).
Die vier Konsequenzen, die dieser Status mit sich bringt, sind bei jeder Marke der Gruppe dieselben: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko über die Domain, und für Gewinne gilt die kantonale Steuerpraxis für ausländische Grossspiele statt der Schweizer Freibetragsregel. Zahlen zu Limiten, Auszahlungen oder Live-Angebot liegen für diese Marke hier nicht vor.
Das Urteil: Die Steuerfrage ist bei dieser Gruppe der Punkt, der am wenigsten bekannt ist und am spätesten auffällt. Wer einen grossen Einzelgewinn bei einem ausländischen Anbieter erzielt, hat keine Verrechnungssteuer an der Quelle, dafür eine mögliche volle Steuerpflicht nach kantonalem Recht. Die Rechnung kommt also nicht beim Anbieter, sondern in der Steuererklärung.
Rabona: im Wettbewerb um Namen, nicht um Bewilligungen
Rabona ist eine der ausländischen Marken, die Schweizer Spielende während eines grossen Tennisturniers antreffen. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht; das BGS erlaubt Sportwetten als Grossspiel nur den beiden Veranstaltern, und eine ausländische Bewilligung hätte hier keine Geltung (Art. 4 BGS). Eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt.
Damit gelten die bekannten Folgen: kein Sperrregister-Anschluss, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockierung über die Sperrliste der Gespa. Angaben zu Limiten, Auszahlungsregeln oder Live-Märkten der Marke sind hier nicht erfasst.
Das Urteil: Der Wettbewerb unter den ausländischen Marken findet über Namen, Boni und Spielprogramm statt — nicht über Bewilligungen, weil in dieser Gruppe keine zu verteilen ist. Wer das durchschaut hat, vergleicht sie untereinander statt mit den beiden Schweizer Veranstaltern, und weiss dann wenigstens, welche Frage er sich nicht erneut stellen muss.
Bruce Bet: die letzte Zeile derselben Gruppe
Bruce Bet trägt in dieser Übersicht denselben Vermerk wie die übrigen ausländischen Marken: keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos (Sporttip) und die Loterie Romande (Jouez Sport) dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine Bewilligung nach dem BGS für Bruce Bet besteht nicht, und eine ausländische hätte in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Es gelten die vier Konsequenzen der Gruppe: kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister der gesperrten Personen, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko über die Domain, und Gewinne fallen unter die kantonale Steuerpraxis für ausländische Grossspiele. Limiten, Auszahlungsregeln und Live-Angebot der Marke sind hier nicht erfasst.
Das Urteil: Am Ende dieser Liste steht kein Vergleich zwischen zehn Anbietern, sondern zwischen zwei und acht. Die zwei sind öffentlich-rechtlich verankert, gemeinnützig ausgerichtet und an ein Wohnsitzgebiet gebunden; die acht sind es nicht. Wer sich für eine der acht entscheidet, sollte diese Entscheidung bewusst treffen — und nicht, weil das Wettschein-Formular aufgeräumter aussah.
Wo die Zahlen aufhören und die Prüfung beginnt
Einige Punkte lassen sich abschliessend sagen, andere nur beschreiben. Die Auszahlungsquote und die Marge eines Marktes lassen sich berechnen, sobald alle Kurse dieses Marktes zum selben Zeitpunkt vorliegen. Für das Beispiel einer Zwei-Weg-Wette mit zwei Kursen zu je 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei etwa 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent. Wie hoch der Aufschlag in einem konkreten Wimbledon-Markt liegt, hängt vom Markt, von der Wettart und vom Zeitpunkt ab — der Kurs auf den Turniersieger, der Kurs auf ein Match und der Live-Kurs im dritten Satz sind drei verschiedene Märkte, und sie werden zu drei verschiedenen Zeiten gestellt.
Was den Leser zum Prüfen bringt, ist deshalb nicht eine Zahl, sondern eine Reihenfolge. Zuerst die Bewilligung: Bewilligungsstatus und Vertragsgebiet stehen in den Teilnahmebedingungen. Dann die Limiten: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, Mindest- und Höchsteinsätze. Dann die Regeln, die den Gewinn berühren: Rundung auf 5 Rappen, Kombiboost-Staffel, Verfall des Boosts beim Cash-Out, Quote 1.00 in spielentscheidenden Situationen. Dann der Wohnsitz. Und erst danach die Quote, weil sie sich am schnellsten ändert und am wenigsten erklärt.
Häufige Fragen zu Wimbledon-Wetten in der Schweiz
Wann fand das Turnier 2026 statt, und was ist der nächste Termin?
Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung. Gespielt wird immer auf Rasen — das Turnier ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf diesem Belag und dauert jährlich zwei Wochen ab Ende Juni. Die folgenden Ausgaben finden 2027 statt; die genauen Daten liegen für diese Übersicht nicht vor.
Wer darf in der Schweiz Wetten auf Wimbledon annehmen, und was ist zugelassen?
Nur zwei Veranstalter: Swisslos mit Sporttip für die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit Jouez Sport für FR, GE, JU, NE, VD und VS. Erlaubt ist die geschlossene Gespa-Liste aus Sportarten, Wettkämpfen und Wettarten, aktuell Version 10.09.2026; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ausgeschlossen.
Warum haben Herren- und Damenmatches unterschiedlich viele Sätze?
Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Bei 6:6 entscheidet ein Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz seit März 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Für Satz- und Matchwetten heisst das: Ein Damenmatch kann vorbei sein, bevor ein Markt auf den dritten Satz entsteht — Live-Wetten haben dadurch ein kürzeres Fenster.
Wie wird die Auszahlung gerechnet, und was behält der Veranstalter?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal dem Produkt der Einzelquoten; bei Sporttip wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Die Marge steckt in den Kursen: Bei zwei Quoten von je 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent und die Marge bei etwa 5 Prozent.
Was gilt bei Live-Wetten auf Tennis, und wie schnell ändern sich die Quoten?
Live-Wetten sind in der Schweiz erlaubt, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das BGS beschränkt sie nicht auf bestimmte Märkte. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob live übertragen wird; nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert, zählt sie mit Quote 1.00, ebenso in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter oder Videoschiedsrichter-Entscheid.
Wie wirken sich Verlustlimiten und Spielsperre auf die Turnierwochen aus?
Limiten setzt der Spielende selbst: Bei Swisslos vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage, Oberlimite CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; Senken gilt sofort, Erhöhen nach 72 Stunden. Eine Sperre lässt sich für 1 bis 180 Tage setzen; eine unbefristete Sperre steht im schweizweiten Register und gilt auch für Casinos. Bei Sperre besteht kein Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Tennis – korbballtipps
Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»
