Wetten auf die US Open in der Schweiz – zwei Veranstalter, eine Marge
Ladevorgang...
Ein Turnier, das schon entschieden ist
Die US Open 2026 fanden vom 30. August bis 13. September 2026 in New York City auf Hartplatz statt. Alexander Zverev gewann das Herreneinzel gegen Ben Shelton mit 6:3, 7:6(2), 5:7, 6:2. Jelena Rybakina setzte sich im Dameneinzel gegen Aryna Sabalenka mit 6:4, 5:7, 6:2 durch. Wer heute nach einer Quote auf dieses Turnier sucht, sucht ein Ergebnis. Der nächste Anlass folgt 2027.
Stand: Oktober 29, 2026 (Daten geprüft gegen die Aufsichtsdaten der Gespa).
Das ist der erste Punkt, den ein Wettender in der Schweiz verstehen muss, und es ist keine Formalität. Wer einen Schein auf einen Sieger ausstellt, der längst feststeht, bekommt keine Quote von 3.20, sondern eine Reklamation.
Das Turnier selbst ist alt und stabil. Die US Open wurden erstmals 1881 im Newport Casino in Rhode Island ausgetragen, Veranstalter ist die United States Tennis Association. Seit 1978 wird auf Hartplatz gespielt. Davor war der Belag von 1975 bis 1977 Sand und von 1881 bis 1974 Rasen.
Aus dieser Verschiebung folgt mehr, als sie zu versprechen scheint. Ein Turnier, das seinen Belag dreimal gewechselt hat, ist kein Naturgesetz, sondern eine Veranstaltung mit Regeln, die jemand festlegt. Genau solche Regeln entscheiden später darüber, was ein Schein wert ist. Deshalb beginnt die Einordnung des Turniers nicht bei den Favoriten, sondern bei dem, was in der Schweiz überhaupt erlaubt ist.
Die Bewilligungslage in der Schweiz und ihre Folgen
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat (in Kraft seit 1.1.2021). Nicht von der ESBK. Die ESBK beaufsichtigt Casinos und sonst nichts.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel (Art. 21-25 BGS), und sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Mehr gibt es nicht.
Swisslos betreibt Sporttip. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Das ist die vollständige Liste der Stellen, bei denen ein Wettschein auf die US Open in der Schweiz zulässig ist.
Was eine Bewilligung dem Wettenden tatsächlich bringt
Eine Bewilligung ist kein Gütesiegel, sondern eine Zuständigkeitsfrage. Sie entscheidet, wer einsteht, wenn etwas schiefgeht.

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Zwei Dinge folgen daraus, die man selten so deutlich liest. Erstens: Der Reingewinn geht an öffentliche Zwecke statt an einen Konzern in Übersee. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Zweitens: Dieses Geld kommt aus den Margen der Wetten. Wer bei Sporttip spielt, finanziert den Schweizer Sport mit. Keine Anklage, nur die ehrlichste Beschreibung des Geschäftsmodells.
Wo die Bewilligung endet
Die Bewilligung ist räumlich begrenzt, und zwar strenger, als viele annehmen. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Wer in Genf wohnt, bekommt dort kein Konto. Wer in Zürich wohnt, bekommt bei Jouez Sport keines. Ein Umzug von Aarau nach Lausanne kann also den Zugang zum Wettanbieter kosten, ohne dass sich am Sport das Geringste ändert.
Diese Enge ist Konstruktion, kein Zufall. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Verlustlimiten, Sperren und was davon in der Praxis greift
Ein Grand-Slam-Turnier dauert zwei Wochen. Zwei Wochen mit täglichen Matches, Live-Quoten und dem Gefühl, dass die nächste Wette die vorige korrigiert. Genau in dieser Zeit greifen die Limiten, die sich ein Wettender vorher setzt — oder eben nicht greifen.
Die Limiten, die Swisslos verlangt
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind die wichtigste Zahl des Abschnitts, und sie sind keine Bürokratie. Nach einem verlustreichen Abend ist die Limite zu senken eine Entscheidung, die auf der Stelle wirkt. Sie zu erhöhen eine, die drei Tage Bedenkzeit kostet. Der Mechanismus ist asymmetrisch gebaut, und zwar zugunsten des Wettenden.
Der gesetzliche Rahmen dazu: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt von Gesetzes wegen sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich feste Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht. Wer eine erwartet, wartet auf eine Regel, die es nie gab.
Sperren und Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Die Rechtsgrundlage: Spielsperre nach Art. 80-82 BGS, also die Sperrung überschuldeter oder suchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre, erfasst in einem gemeinsamen Register gesperrter Personen. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18-Jährige sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei einem Turnier mit Qualifikationsrunden und Doppelkonkurrenzen ist das keine theoretische Regel.
Ein Kontrollkauf der Gespa aus dem Jahr 2025 zeigt, wie ernst die Kontrolle an der Front genommen wird: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Verkaufsstelle als Ort strenger Prüfung vorstellt, erzählt eine Geschichte, die die Aufsicht selbst widerlegt.
Was aus einem Konto ohne Limite folgt
Wer ohne gesetzte Limiten einsteigt, hat kein Netz — nur die eigene Disziplin. In der zweiten Turnierwoche ist sie am schwächsten.
Wie Quoten entstehen und was die Marge kostet
Eine Quote ist der Preis für eine Voraussage. In diesem Preis steckt die Einschätzung des Veranstalters und sein Anteil, die Marge. Beides gehört zusammen, und nur eines davon steht auf dem Schein.
Der Quotenschlüssel als Rechengrösse
Der Quotenschlüssel, auch Auszahlungsquote, ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt: 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Die Marge ist 100 % minus diesen Wert. Das ist ein Marktbegriff ohne gesetzliche Definition — er beschreibt das Geschäft, nicht eine Vorschrift.
Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90. Das sind keine zitierten Preise, sondern ein Rechenbeispiel. Die Summe der Kehrwerte beträgt 1,0526. Der Quotenschlüssel liegt damit bei rund 95 %, die Marge bei 5 %.
Auf jeden Franken, der auf einen solchen Markt gesetzt wird, behält der Veranstalter im Durchschnitt etwa fünf Rappen. Das gilt für die Gesamtheit der Einsätze auf diesen Markt, nicht für eine einzelne Wette: Eine einzelne Wette zahlt entweder aus oder nicht. Der Wert ist ein Durchschnitt über viele Wetten unter der Annahme ausgeglichener Quoten, kein Ergebnis für einen einzelnen Schein.
So einfach ist die Rechnung, so unangenehm das Ergebnis. Bei einem ausgeglichenen Zwei-Weg-Markt liegt der Quotenschlüssel in dieser Grössenordnung. Bei einem Drei-Weg-Markt mit klarem Favoriten sieht es anders aus, und jeder Veranstalter trägt seinen eigenen Aufschlag auf. Der Quotenschlüssel von rund 95 % ist keine Konstante, sondern eine Eigenschaft dieses Beispiels. Wer zwei Anbieter vergleicht, vergleicht in Wahrheit zwei Aufschläge auf dieselbe Einschätzung. Der Unterschied zwischen 95 % und 90 % Auszahlungsquote wiegt über ein ganzes Turnier mehr als jede Werbeprämie.
Genau hier liegt die Grenze der Anbieterwahl für Schweizer Wettende: Es gibt zwei, und beide arbeiten unter demselben Regime. Der Vergleich entscheidet über Prozentpunkte, nicht über die Frage, ob man überhaupt im System ist.
Welche Wettarten üblich sind
Bei Sporttip gibt es Einzelwetten, Kombinationswetten, Systemwetten, Livewetten und Langzeitwetten. Langzeitwetten sind für ein Turnier wie die US Open die naheliegende Form für eine Voraussage auf den Turniersieger: Sie steht vor dem ersten Aufschlag und läuft bis zum Final. Livewetten kommen während des Matches dazu.
Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Diese Mindestquote von 1.50 ist die eigentliche Hürde: Sie zwingt zu Voraussagen mit echtem Risiko statt zu Absicherungen auf 1.10.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein «Boost», der an einen Cash-Out gebunden ist, belohnt also das Durchhalten, nicht das Absichern.
Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Spielraum für Systemwetten ist also zehnmal so gross wie der für eine einzelne Wette — und die Systemwette ist genau die Form, die eine Wette auf ein Turnier über mehrere Runden abbildet.
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für ein Tennisturnier heisst das: «Zverev gewinnt sein Viertelfinale» kombiniert mit «Zverev gewinnt das Turnier» gehört in diese Funktion, nicht in einen selbst gebauten Schein. Zwei Voraussagen über denselben Spieler sind keine zwei Chancen, sondern eine.
Das Kalenderjahr entscheidet, worauf Sie setzen
Der wichtigste Satz für einen Wettschein auf die US Open steht im Kalender, nicht im Wettprogramm. Das Turnier läuft jedes Jahr, und die Ausgabe 2026 ist gespielt.
Termin, Preisgeld und Zyklus
Die US Open 2026 fanden vom 30. August bis 13. September 2026 in New York City auf Hartplatz statt. Das Gesamtpreisgeld betrug 108 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um 21 % gegenüber dem Vorjahr. Die Einzelsieger erhielten jeweils 5’500’000 $. Diese Summe erklärt, warum die Startliste eines Grand Slams so tief ist — und warum eine Voraussage auf die erste Runde schwerer fällt als eine auf das Halbfinale.
Veranstaltungsort ist das USTA Billie Jean King National Tennis Center im Flushing Meadows-Corona Park in Queens, New York City.
Das Arthur Ashe Stadium, der Hauptplatz, fasst 23’771 Sitzplätze, wurde 1997 eröffnet und erhielt 2016 ein schliessbares Dach für 180 Millionen US-Dollar. Ein Platz unter dem Dach verändert die Bedingungen, und Bedingungen verändern Quoten. Wer einen Dachplatz als reines Freilufttennis verkauft, verkauft eine Halle als Wiese.
Der Entscheidungssatz als eigene Rechengrösse
Seit 2022 gilt im Entscheidungssatz — dritter Satz bei den Damen, fünfter bei den Herren — bei 6:6 ein Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Von 1971 bis 2021 wurde jeder Satz mit einem Tiebreak bis 7 Punkte entschieden.
Für Satzwetten hat diese Änderung Folgen. Ein Tiebreak bis 10 Punkte braucht im Schnitt mehr Aufschläge als einer bis 7, und jeder Aufschlag ist beim Return ein Bruchpunktrisiko. Ein Satz kann damit länger dauern, als eine Satz-Quote einpreist. Wer auf einen glatten Satzgewinn setzt, setzt auf einen Verlauf, den die Regel seit 2022 unwahrscheinlicher gemacht hat.
Im regulären Spielbetrieb bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einem Tennismatch ist der Tiebreak dagegen Teil des Satzes, nicht eine Verlängerung. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob eine Wette schon nach zwei Sätzen durch ist oder bis zum Schluss läuft.
Rekorde und was sie nicht sagen
Bei den US Open halten William Larned, Richard Sears und Bill Tilden mit je 7 Titeln den Rekord im Herreneinzel, im Dameneinzel hält Molla Mallory mit 8 Titeln den Rekord. Die Herrenkonkurrenz 2026 gewann Zverev gegen Shelton mit 6:3, 7:6(2), 5:7, 6:2, die Damenkonkurrenz Rybakina gegen Sabalenka mit 6:4, 5:7, 6:2.
Wer vor einem Turnier auf den Sieger setzt, setzt auf sieben gewonnene Matches, nicht auf einen Lauf. Aus dem Ergebnis von 2026 folgt für 2027 nichts. Eine Setzliste für die nächste Ausgabe gibt es hier nicht — sie entsteht erst, wenn das Programm erscheint, und dann beginnt auch die Formanalyse.
Die Veranstalter im Vergleich
Zwei Veranstalter, zwei Vertragsgebiete, ein einheitlicher Rechtsrahmen — dazu acht ausländische Marken, über die Schweizer Spielende stolpern. Die Übersicht ordnet die Bewilligungslage neben dem, was jeweils berichtet wird. Eine Spalte zum Preisniveau fehlt bewusst: Sie trüge über die Mehrzahl der Zeilen dieselbe Aussage, und eine Spalte, die einen Wert wiederholt, sagt dem Leser nichts.
| Veranstalter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung | Zugang |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip | Konto nur für Wohnsitz im Vertragsgebiet: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin und Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Kontaktadresse 1001 Lausanne; Produkt Jouez Sport | Konto nur für Wohnsitz in FR, GE, JU, NE, VD und VS |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
| MyStake | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
| AmunRa | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
| Duelbits | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
| Gamdom | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
| X3Bet | keine Schweizer Bewilligung | laut Meldungen Tobique, Kanada, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Konto, kein Zugang zum Sperrregister |
Zwei Zeilen der Tabelle tragen eine Bewilligung, acht nicht. Das Verhältnis ist die wichtigste Information des Abschnitts: Wer in der Schweiz ein Konto sucht, hat die Wahl zwischen zwei Häusern, und wer bei einem der acht anderen anmeldet, verlässt den Schweizer Rechtsrahmen mit allem, was daran hängt.
Die geprüften Anbieter im Einzelnen
Zehn Namen, zwei Gruppen. Die Reihenfolge folgt der Bewilligung, nicht der Grösse.
Swisslos Sporttip: der Veranstalter, an dem in der Deutschschweiz kein Weg vorbei führt
Sporttip ist einer der beiden Veranstalter, die das interkantonale Recht zulässt. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, Produkt Sporttip, Bewilligungsrahmen BGS (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa. Dazu kommt die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.
Der Zugang hängt am Wohnsitz. Ein Konto erhalten Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet, und das umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre, eine Registrierung pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Für ein Tennisturnier heisst das: Die Registrierung ist einmalig, die Prüfung ernst, und sie entscheidet, wo jemand überhaupt spielen darf. Wer sie nicht besteht, findet in der Schweiz kein bewilligtes Angebot.
Beim Geld ist der Kreislauf geschlossen. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht. Eine Kreditvergabe an Spielende ist ausgeschlossen (Art. 75 Abs. 1 BGS). Unbequem, aber es ist der Grund, warum im Streitfall überhaupt jemand erreichbar ist.
Zu den Grenzen des Angebots: Gefragt wird nach dem Turnier, und die Runde, in der das Turnier endet, ist der Markt, den die Langzeitwette abbildet. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten und CHF 10’000 für Systemwetten. Die Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.
Das Fazit: Ein Konto bei Sporttip ist die einzige seriöse Basis für einen Wettschein auf die US Open mit Wohnsitz in der Deutschschweiz — nicht wegen eines Angebotsvorteils, sondern weil die Alternative ausserhalb der Bewilligung liegt. Die Marge bezahlt man mit, den Schweizer Rechtsweg bekommt man dazu.
Loterie Romande Jouez Sport: das Pendant für die sechs Westschweizer Kantone
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura — dieselbe Bewilligungsgrundlage, derselbe Rahmen, eine zweite Veranstalterin.
Der Betrieb hat eine eigene Grösse. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Zweitausend Verkaufsstellen sind ein Vertriebsnetz, das erklärt, warum der Wettmarkt in der Westschweiz über die Ladentheke genauso präsent ist wie online.
Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in einem der sechs Kantone voraus. Wer in Bern wohnt, kommt hier nicht hinein; wer in Freiburg wohnt, kommt bei Swisslos nicht hinein. Für einen Umzug in der Schweiz heisst das: Die Anmeldung bei der anderen Veranstalterin beginnt bei null.
Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos — die Westschweiz bekam dreimal so viele. Wer aus den Westschweizer Kantonen ein Gratisspielguthaben erhält, erhält es auf gesetzlicher Grundlage, nicht als Marketinggeschenk.
Das Fazit: Jouez Sport ist die einzige seriöse Basis für einen Wettschein auf die US Open mit Wohnsitz in der Westschweiz. Die grössere Zahl an Gratisspielguthaben ist ein Nebeneffekt ihrer Aufsichtspraxis, kein Wettvorteil — wer wegen eines Gratisspielguthabens die Limiten ignoriert, hat die Rechnung schon falsch aufgestellt.
Rollbit
Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten. Laut Meldungen ist keine Bewilligung festgestellt; in der Schweiz hat eine ausländische Bewilligung keine Wirkung (Art. 4 BGS). Rollbit hängt nicht am Schweizer Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren.
MyStake
MyStake hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ist laut Meldungen nicht festgestellt und entfaltet hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Konto hängt an keinem Schweizer Sperrregister, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste kommen.
AmunRa
AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Mehr gibt es zu diesem Punkt nicht zu sagen: Entweder eine Bewilligung liegt vor und wird gemeldet, oder sie liegt nicht vor — hier liegt sie nicht. Was das für einen Wettschein auf die US Open bedeutet, hängt an der Person: Wer den Schweizer Rechtsweg nicht braucht, verzichtet auch auf ihn; wer ihn braucht, findet ihn hier nicht.
Duelbits
Duelbits hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS). Kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Einbindung in die Schweizer Aufsicht.
Gamdom
Gamdom hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ist laut Meldungen nicht festgestellt; in der Schweiz gilt sie nicht (Art. 4 BGS). Gamdom hängt nicht am Sperrregister, und die Domain kann auf die Sperrliste kommen. Der Domain-Hopping-Mechanismus der Gespa blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — macht die Sperre für einen entschlossenen Nutzer durchlässig, aber nicht rechtlich folgenlos.
BetLabel
BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ist nicht festgestellt und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, kein Schweizer Schutz für ein Guthaben in einem Streitfall.
ZotaBet
ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt; in der Schweiz hat sie keine Wirkung (Art. 4 BGS). ZotaBet hängt nicht am Schweizer Sperrregister. Ob ein Konto dort überhaupt für eine Schweizer Person eröffnet wird, klärt der Anbieter selbst — nach Schweizer Recht ist es jedenfalls kein bewilligtes Angebot.
X3Bet
X3Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Hier nennt die Meldung immerhin einen Namen: Tobique in Kanada. In der Schweiz hat auch diese Bewilligung keine Wirkung (Art. 4 BGS). Kein Zugang zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und eine Domain, die auf die Sperrliste gesetzt werden kann. Wer eine kanadische Aufsicht als Beruhigung liest, liest sie am falschen Ort: Schweizer Recht kennt kein Verfahren, in dem Tobique für ein Guthaben einsteht.
Wohin die Steuer bei einem Turniergewinn läuft
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen, zu denen die ESTV die Sportwetten zählt, sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Besteuert wird erst darüber. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab: je nach Kanton.
Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Zurückgeholt wird sie über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung.
Für einen typischen Wettenden liegt die Schwelle unerreichbar hoch. Ein Gewinn aus einer Wette auf ein Tennismatch bleibt weit unter CHF 1’071’000, und es fällt keine Einkommensteuer an und keine Verrechnungssteuer. Wer die Wette auf einen Turniersieg über mehrere Runden kombiniert, kann die Schwelle theoretisch reissen — dann ist die Deklaration der grössere Aufwand als die Steuer selbst.
Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, und genau daraus machen manche Marken ein Argument. Die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen dagegen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer glaubt, der ausländische Anbieter sei wegen der Steuerfreiheit attraktiv, zahlt im Zweifel mehr. Diese Frage klärt der eigene Kanton mit einem Anruf, nicht ein Wettforum. Auskunft geben die kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater.
Wer kein Konto bekommt und warum
Vier Gruppen bleiben vom bewilligten Schweizer Wettangebot ausgeschlossen, und der Ausschluss ist nicht verhandelbar.
Minderjährige. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18-Jährige sind ausgeschlossen; die Gespa setzt die Altersgrenze bei 18 an, online sind Minderjährige nach Art. 72 BGS nicht zugelassen.
Personen ohne verifizierte Identität. Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität (Art. 47-52 VGS). Eine Registrierung ohne Ausweis gibt es nicht, und genau das ist der Punkt, an dem sich die Schweizer Bewilligung am deutlichsten von einer ausländischen Marke unterscheidet.
Wettkämpfer. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei einem Turnier mit Qualifikationsrunden und Doppelkonkurrenzen betrifft das mehr Personen, als man denkt.
Gesperrte Personen. Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Die Spielsperre trifft überschuldete oder suchtgefährdete Personen sowie die Selbstsperre und steht in einem gemeinsamen Register.
Das sind die vier Regeln, die eine Bewilligung mitbringt. Die Kehrseite: Ein bewilligter Veranstalter darf nicht jeden aufnehmen und nicht alles anbieten. Wer das als Bevormundung liest, verwechselt einen geschlossenen Markt mit einem schlechten Angebot.
Inhalt, Zahlungen und Grenzen des bewilligten Angebots
Was ein bewilligter Veranstalter anbieten darf, steht auf einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt den Katalog der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS).
Auf der Liste stehen Sportereignisse — keine Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Corner- und Kartenmärkte fehlen auf der Liste, und eine Esport-Sektion gibt es nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Match und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Begrenzung auf bestimmte Live-Märkte.
Bei Sporttip gelten Live-Wetten unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Bei einem Tennismatch sind das die Momente, in denen die Quote am schnellsten läuft und am wenigsten stabil steht. Wer live auf einen Bruch setzt, während der Videoschiedsrichter prüft, spielt gegen eine Regel, nicht gegen den Markt.
Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Virtuelle Sportarten sind hier kein Thema — über ihre rechtliche Zulässigkeit wird nichts ausgesagt. Esport erscheint nicht auf der Gespa-Liste, und das genügt als Antwort.
Werbetreibende dürfen nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Ein zeitliches Werbeverbot kennt die Schweiz nicht. Ein Verbot mit einer Busse von einer halben Million Franken ist kein Papierparagraph — es ist der Grund, warum die acht ausländischen Marken hier beschrieben und nicht empfohlen werden.
Ausländische Marken: was eine ausländische Bewilligung hier nicht wert ist
Acht der zehn Anbieter in dieser Übersicht haben keine Schweizer Bewilligung. Bei Rollbit, MyStake, AmunRa, Duelbits, Gamdom, BetLabel und ZotaBet ist eine ausländische Bewilligung laut Meldungen nicht festgestellt; bei X3Bet nennt diese Meldung Tobique in Kanada. In der Schweiz haben solche Bewilligungen keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Die Folgen sind konkret. Ein ausländischer Anbieter hängt nicht am Schweizer Sperrregister. Wer dort spielt, steht ausserhalb des Systems, das eine Spielsperre schweizweit durchsetzt. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg gegen den Anbieter, und in einem Verfahren gegen den Veranstalter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Der Spielende wird nach der Haltung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft — geschützt wird er aber auch nicht.
Die Organisation von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Das trifft die Veranstalter, nicht die Spielenden. Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an solche Anbieter sperren. Ein Zahlungsausfall ist also möglich, aber nicht garantiert — und genau diese Unberechenbarkeit ist der Punkt, nicht die Höhe eines Verlusts.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS). Die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele und führt bet365 auf der Liste.
Am Turnier selbst ändert das nichts. Die US Open werden auch bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung angeboten, und die Quote kann dort im Einzelfall höher stehen. Was fehlt, ist alles andere. Wer das bewusst in Kauf nimmt, sollte es bewusst tun — und nicht in der Annahme, eine ausländische Marke mit anerkannter Aufsichtsbehörde sei hier «die sicherere»: Eine Aufsicht in Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung.
Wer sich vor dem nächsten Aufschlag entscheiden muss
Der Zeitpunkt der Entscheidung ist nicht der erste Aufschlag in New York, sondern die Anmeldung Wochen vorher. Wer ein Konto bei einem bewilligten Veranstalter will, muss den Ausweis hochladen, die Adresse prüfen lassen und die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — und das geschieht, bevor irgendeine Quote ins Spiel kommt.
Aus dieser Reihenfolge folgen die praktischen Konsequenzen. Erstens: Ein Konto, das erst am Tag des ersten Matches eröffnet wird, ist ein Konto, das an diesem Tag möglicherweise nicht bereitsteht. Zweitens: Die Limiten stehen fest, bevor der erste Schein läuft, und ihre Erhöhung kostet 72 Stunden. Wer sie zu tief ansetzt, sitzt im Final auf einem Konto, das ihn bremst, und das ist kein Fehler des Veranstalters.
Drittens: Wer im falschen Kanton wohnt, findet in der Schweiz kein bewilligtes Angebot und muss sich entscheiden, ob er auf einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ausweicht. Das ist eine Entscheidung mit Folgen für Rechtsweg, Sperrregister und Steuer, und sie wird nicht dadurch kleiner, dass sie bequem ist.
Was am Turnierende in der Bilanz steht
Zwei Wochen Turnier, ein Ergebnis, eine Zahl davor. Am Ende bleibt die Frage, ob die Summe der gestellten Quoten unter dem lag, was die Marge aufgefressen hat. Bei einem Quotenschlüssel von rund 95 % auf einem ausgeglichenen Markt behält der Veranstalter im Durchschnitt etwa fünf Rappen je Franken. Das ist kein Skandal, sondern die Preisgestaltung eines Unternehmens, das seine Kosten kennt.
Wer die US Open über eine Saison begleitet, kann daraus eine begründete Voraussage für das nächste Jahr bauen. Wer sie einmal spielt, spielt gegen die Marge und gegen einen einzigen Zufall. Das ist kein Grund, es zu lassen. Es ist der Grund, nur so viel einzusetzen, wie man verlieren kann.
Was vor dem ersten Schein zu prüfen ist
Drei Kontrollen reichen und dauern wenige Minuten.
Erstens: Erfüllt der Wohnsitz die Bedingung? Nur wer im Swisslos-Vertragsgebiet oder in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, bekommt ein bewilligtes Konto.
Zweitens: Stehen Sportart und Markt auf der Gespa-Liste? Das ist die Grenze des Angebots und nicht verhandelbar.
Drittens: Sind Verlustlimiten gesetzt, bevor die erste Wette läuft? Eine Erhöhung braucht 72 Stunden — wer die Limite mitten im Turnier anpassen will, wartet zu lange.
Häufige Fragen zu Wetten auf die US Open in der Schweiz
Dürfen in der Schweiz Wetten auf die US Open platziert werden, und bei welchen Anbietern?
Ja, aber nur bei Swisslos mit dem Produkt Sporttip und bei der Loterie Romande mit Jouez Sport. Diese beiden Veranstalter sind per interkantonalem Recht zugelassen. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus — bei Swisslos die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, bei der Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone.
Wie entsteht die Quote auf den Turniersieger, und was bedeutet die Marge?
Die Quote spiegelt die Einschätzung des Veranstalters plus seinen Aufschlag. Der Quotenschlüssel ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt; die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 % und die Marge bei 5 %.
Was bedeutet der Tiebreak bis 10 Punkte im Entscheidungssatz seit 2022 für Satzwetten?
Im Entscheidungssatz gilt bei 6:6 seit 2022 ein Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung; zuvor lief er bis 7 Punkte. Für Satzwetten heisst das mehr Aufschläge und mehr Bruchpunktrisiko als die frühere Zählung — ein Satz kann länger dauern, als eine Quote einpreist.
Welche Rolle spielen Hartplatz und Form bei einer begründeten Einschätzung vor dem Turnier?
Die US Open werden seit 1978 auf Hartplatz gespielt, davor war der Belag Sand und noch früher Rasen. Der Belag bestimmt, welche Spielweise trägt. Form ist ein Faktor, aber keine Vorhersage: Die Ausgabe 2026 gewann Zverev gegen Shelton, Rybakina gegen Sabalenka — daraus folgt für 2027 nichts.
Wie werden Gewinne aus Wetten auf Turniere steuerlich behandelt?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000. Der kantonale Freibetrag weicht ab. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Zuständig ist die kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater.
Was gilt für Anbieter ohne Schweizer Bewilligung und für die Sperrliste der Gespa?
Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt.
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Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»
