Verlustlimiten, Spielsperre und die zwei Schweizer Veranstalter: Schachwetten vor dem ersten Einsatz geklärt
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Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Gespa als Aufsichtsbehörde der Interkantonalen Geldspielaufsicht und die Spielregeln sowie Teilnahmebedingungen, die Swisslos und die Loterie Romande zu ihren eigenen Produkten veröffentlichen.
Wer sich hinsetzt, um auf eine Schachpartie zu setzen, hat in der Regel schon eine Meinung: die Eröffnung, die Form, der eine Spieler, der seit Jahren gegen den anderen nicht mehr gewinnt. Das ist der schöne Teil. Der unschöne kommt vorher, und er sieht aus wie ein Formular. Bevor bei Sporttip auch nur eine Einzelwette über CHF 1 abgegeben werden kann, verlangt der Veranstalter von jedem Konto drei Verlustlimiten – für einen Tag, für sieben Tage, für dreissig Tage. Das ist keine Fussnote, das ist die erste Tür, und sie ist die einzige auf dieser Seite, die der Wettende selbst zusperrt.
Genau dort liegt der eigentliche Gegenstand dieses Vergleichs. Schach fordert die Geduld heraus wie kaum ein anderes Sportangebot: eine klassische Partie zieht sich über Stunden, der Wert der Stellung verschiebt sich in kleinen Schritten, und wer live mitgeht, kann an einem Nachmittag zwanzig Mal die Meinung wechseln. Wer ohne Limite in so eine Partie hineinschaut, wettet nicht auf Schach, sondern auf die eigene Standhaftigkeit. Also zuerst das Gerüst, das den Einsatz begrenzt – danach, was auf dem Brett passiert.
Limiten, die den Rahmen setzen, nicht die Lust
Die Spielerschutzvorgaben in der Schweiz stehen auf drei Beinen: einer Limite, die der Wettende selbst setzt, einer freiwilligen Einzahlungsgrenze als Ergänzung und der Spielsperre als hartem Schluss. Alle drei greifen, bevor die erste Wette überhaupt platziert ist, und alle drei gelten unabhängig davon, auf welches Ereignis gesetzt wird. Eine Schachpartie ist da keine Ausnahme. Ein turnierlanger Klassikkampf kann während einer laufenden Limitenperiode zu Ende gehen, ein Kandidatenturnier über zwei Wochen laufen – die Limite läuft trotzdem weiter, Tag für Tag, und der Veranstalter rechnet sie nicht nach Ereignis ab.

Die drei Limiten vor der ersten Wette
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Wichtiger als die Zahlen ist die Mechanik dahinter: Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sich in einer schlechten Woche dazu entscheidet, weniger zu verlieren, ist geschützt, bevor er es sich anders überlegen kann. Wer in einer guten Woche glaubt, mehr zu brauchen, wartet drei Tage – und in diesen drei Tagen liegt die ganze vernünftige Absicht der Regel.
Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Sie begrenzt nicht den Verlust, sondern den Nachschub: Wer nur so viel einzahlen kann, wie er sich selbst erlaubt hat, kann das Konto nicht wieder auffüllen, wenn die Limite schon ausgeschöpft ist. Ein Schachwetter, der über drei Partietage nacheinander live nachlegt, merkt die Grenze genau dort. Zwischen Verlust- und Einzahlungslimite liegen zwei verschiedene Währungen – der eine Wert misst, was weg ist, der andere, was hereinkommt – und wer nur eine von beiden setzt, hat die Hälfte des Kreises offen gelassen.
Unten am Markt stehen die Einsätze selbst: Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Obergrenze des Einsatzes ist also keine Einladung, sie nach oben auszureizen: Sie verschiebt sich, ohne dass jemand den Wettenden anruft, und die Wette landet dann nicht auf dem Wettschein. Wer eine Systemwette über mehrere Schachpartien baut, sollte nachrechnen, ob der eigene Plan noch innerhalb der Grenze liegt, bevor er ihn auf dem Bildschirm ausfüllt.
Eine selbst gewählte Pause mit Frist
Der Zugang lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Das Wort «ohne» trägt hier das ganze Gewicht: Es gibt niemanden, den man anrufen kann, um die Sperre am dritten Tag aufzuheben, weil gerade eine Weltmeisterschaftspartie läuft und man eine Stellung zu kennen glaubt. Die Frist ist die Antwort des Systems auf den Moment, in dem der Vorsatz kippt.
Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich hier sperrt, ist nicht nur bei einem Produkt draussen, sondern in einem ganzen Marktsegment – der Preis dafür ist Endgültigkeit, der Nutzen ist, dass keine dritte Seite und kein zweiter Anbieter später die Entscheidung relativieren kann. Für einen Wettenden, der merkt, dass die Livequoten einer langen Partie ihn mehr beschäftigen als die Partie selbst, ist das die wirksamere der beiden Sperren. Für jemanden, der eine stressige Turnierwoche überbrücken will, ist die befristete Sperre das richtige Werkzeug.
Diese Möglichkeit, sich zeitweise vollständig auszuschliessen, gehört zum Rahmen, den die Schweiz den beiden Veranstaltern vorgeschrieben hat. Dass das nicht selbstverständlich ist, merkt man erst, wenn man den Blick auf die ausländischen Seiten richtet: Dort gibt es kein schweizweites Register, an dem ein Konto hängt, und niemand trägt eine Selbstsperre von dort in ein System ein, das auch den Rest des Marktes abdeckt.
Was aus diesen Regeln folgt: Ein Konto mit tiefen Verlustlimiten kann nicht in einen Nachmittag voller Livekorrekturen kippen. Ein Konto ohne Einzahlungslimite schon – auch mit noch so niedriger Verlustgrenze, denn die Limite stoppt die Rechnung, nicht den Griff zum Kartendepot.
Der Spielplan als Hürde vor jeder Schachwette
Schach ist ein Ereignissport mit einer sehr kleinen Oberfläche. Es gibt keinen Ligabetrieb mit vierzehn Partien pro Wochenende, aus dem man sich einen Spielplan zusammenstellen könnte, und keine Randnotizen, die zu hundert kleinen Märkten ausgebaut werden. Was anbietbar ist, hängt an wenigen Terminen im Kalender, und wer diese Termine nicht kennt, weiss nicht, worauf er überhaupt setzen könnte.
Warum der Schachkalender so kurz ist
Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Die Weltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert; 1948 und 2007 wurde sie als Turnier ausgespielt. Das ist die ganze Struktur: ein Zweikampf und davor ein Qualifikationsturnier. Zwei Ereignisse, die ein Wettangebot tragen können, und beide liegen in einem Fall über Wochen.
Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen und im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt; für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Wer sich an diese achtzehn Tage erinnert, erinnert sich an 14 einzelne Entscheidungen, jede mit eigener Quote, jede mit eigener Stellung – und genau das ist der Grund, warum sich Schach überhaupt für Wetten eignet. Es ist kein Endresultat, das man kauft, sondern eine Serie von Zwischenständen.
Der Kandidatenturnierpfad ist der zweite Terminblock und für Wettende der schwierigere. Anders als im Zweikampf tritt dort ein ganzes Feld über viele Runden an, die einzelnen Partien sind kürzer, die Remisquote ist höher, und wer eine Partie auf Sieg setzt, spielt gegen die halbe Ausgangstabelle. Der eigene Erwartungswert liegt in solchen Feldern tiefer als das Bauchgefühl suggeriert.
Der Zweikampf als Rechnung, nicht als Drama
Dommaraju Gukesh gewann die Schachweltmeisterschaft 2024 mit 7½:6½ gegen Ding Liren (3 Siege, 2 Niederlagen, 9 Remis); ein Tiebreak war nicht nötig. Rechnet man das auseinander, bleibt vom ganzen Kampf eine Differenz von einer einzigen Partie – über achtzehn Tage hinweg. Neun der vierzehn Partien endeten unentschieden.
Das ist die Zahl, an der jede Schachwette hängen sollte. Wer vor dem Kampf auf einen der beiden Spieler gesetzt hätte, hätte neun Partien lang einen offenen Wettschein gehalten, in denen faktisch nichts passiert ist, und am Ende die Entscheidung in einer Partie gesehen, die mit 7½:6½ den Ausschlag gab. Die Quote auf die Partie und die Quote auf den Titel sind deshalb zwei grundverschiedene Dinge, obwohl beide auf demselben Brett entstehen.
Die Turnierleitung hatte für den Gleichstand vorgesorgt: Bei Gleichstand nach 14 Partien hätte die Weltmeisterschaft 2024 durch Tiebreaks entschieden werden sollen – erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Für den Wettenden heisst das etwas sehr Konkretes: Der Kampf hätte sich nach der letzten klassischen Partie in ein anderes Spiel verlagern können, mit anderem Tempo, anderer Zeitkontrolle und einem Vorteil für den Spieler, der im Schnellschach stärker steht. Wer auf den Titelgewinner gesetzt hätte, hätte im Tiebreak-Fall um einen Ausgang gewettet, der nicht mehr am klassischen Schach gemessen wird.
Diese Regel macht ein sehr genaues Lesen des Wettprogramms nötig – ein Punkt, der gleich bei den Auszahlungsregeln wieder auftaucht. Grundsätzlich gilt bei Sporttip, dass die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit umfasst; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Zweikampf, der im Tiebreak entschieden wird, ist genau so ein Fall: Was gewertet wird, steht nicht in der Natur des Ereignisses, sondern im Angebot.
Zum Spielplan gehört auch, was nicht darin steht. Der Weltschachbund ist 1924 gegründet worden, der Titel wird seit 1948 vergeben, und an dieser Struktur hat sich seither wenig geändert – zwei Ereignisse tragen den Markt, nicht ein Dutzend. Der erste Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Auch daran sieht man die Form: Es sind einzelne Duelle mit klaren Namen, keine Serie. Wer ausserhalb dieser Termine auf Schach setzen will, findet in der Regel keine Partie, auf die sich ein Markt aufbauen lässt – und der Umstand, dass sich der Kalender über Monate erstreckt, macht die Sache für den Wettenden nicht einfacher, sondern nur länger.
Ein Zweikampf hat einen Zeitplan, der sich langsam aufbaut: Ankündigung Blöcke, Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel, und dazwischen ruhende Tage. Wer das betrachtet, versteht auch, warum die Quoten in den ersten Partien öfter in Bewegung sind als in den letzten.
Das Schachbrett selbst bringt kaum Überraschungen mit: 64 Felder, 32 Figuren zu Beginn, je 16 pro Seite – König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Die Materialbasis ist bei jedem Ereignis dieselbe. Was sich unterscheidet, sind die Spieler, das Tempo und die Rolle, die das Remis spielt.
Zehn Anbieter im Vergleich, mit den Schweizer Veranstaltern zuerst
Die Liste beginnt bei den beiden Stellen, die überhaupt eine Schweizer Bewilligung tragen, und geht dann zu ausländischen Seiten, die in der Schweiz kein Angebot betreiben dürfen. Die Reihenfolge ist keine Rangliste nach versprochenen Gewinnen. Sie folgt dem, was für einen Wettenden wirklich zählt: ob hinter einer Wette ein Schweizer Rechtsschutz steht, ob ein ausländischer Anbieter, der ohne Bewilligung operiert, von den Schweizer Behörden blockiert werden kann – und ob er noch erreichbar ist, wenn man es merkt.
| Anbieter | Bewilligung oder keine | Veranstalter bzw. berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
Zwei Zeilen mit einer Schweizer Bewilligung, acht ohne. Das Verhältnis ist kein Zufall und keine Marktlücke, die noch jemand füllt: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und diese Grenze gilt, bis die Kantone sie ändern. Wer heute in der Schweiz legal auf Schach setzen will, landet zwangsläufig bei Swisslos oder bei der Loterie Romande – je nachdem, in welchem Kanton er wohnt.
Die Spalte der berichteten Lizenz ist bei den ausländischen Anbietern bewusst inhaltsarm. Das ist der Punkt: Eine ausländische Bewilligung, gleich aus welchem Land, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Sie schützt niemanden hier, sie verpflichtet niemanden hier, und sie erzeugt keinen Anspruch, den ein Schweizer Gericht durchsetzen müsste.
Swisslos Sporttip
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 durchführt; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Geschäft ist kein Nebenzweig, sondern ein öffentlich verankertes Mandat: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Diese Zahlen sind die interessanteste Bewegung im ganzen Bild. Der Sportwettenbeitrag ist von einem Jahr aufs nächste um gut ein Zehntel gefallen, während das Gesamtergebnis auf einem hohen Niveau blieb. Für den Wettenden bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als dass hinter dem Angebot ein Ausschüttungsziel steht, das nicht der Gewinnmaximierung eines Eigentümers folgt, sondern der Abgabe an die Kantone – und das ist der Grund, warum die Quoten hierzulande nicht in einem Wettbewerb um Kunden entstehen, sondern in einem vorgegebenen Rahmen.
Das Vertragsgebiet ist die zweite Schranke. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer den Ausweis nicht hochladen will, kommt nicht weiter – und das ist auch der Grund, warum die Diskussion um anonyme Konten in der Schweiz keine ist: Winnings und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt, und anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht.
Bei den Regeln am Wettschein gibt es einen Punkt, der Schachwetter unmittelbar trifft: Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Boost auf eine Schachpartie bindet den Wettschein also fest: Wer ihn nutzt und dann während der Partie aussteigen will, verliert die Erhöhung, und die Rechnung dieses Verzichts steht nirgends auf dem Bildschirm.
Zum Aussteigen selbst: Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Über eine sechsstündige Klassikpartie hinweg heisst das: Der Ausstiegspreis wird während der Partie neu berechnet, und in ruhigen Stellungen – und davon gibt es im Schach viele – ist er weiter von der eigenen Meinung entfernt als in jeder Fussballhalbzeit.
Einschätzung. Für Wettende im Vertragsgebiet ist Sporttip der einzige Anbieter, bei dem die Wette in ein Schweizer Regelwerk mit Verlustlimiten, Register und Aufsicht eingebettet ist – und der Preis dafür ist sichtbar: ein Wettprogramm, das von der genehmigten Liste der Sportarten und Wettarten abhängt, feste Einsatzgrenzen und ein Cash-Out, dessen Bedingungen sich ohne Vorankündigung ändern können. Das ist die vernünftige Adresse für jemanden, dessen Schachinteresse sich auf die wenigen Ereignisse konzentriert, die ohnehin im Kalender stehen.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Das Verkaufsstellennetz ist hier keine Fussnote, sondern der Vertriebsweg: In der Westschweiz wird ein erheblicher Teil der Wetten weiterhin am Schalter aufgegeben, und wer zum Kandidatenturnier eine Klassikpartie über Stunden verfolgt, hat an einer Verkaufsstelle andere Möglichkeiten als im eigenen Browser.
Zwei Dinge folgen daraus, und beide betreffen den Wettenden direkt. Erstens: Wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, kann sein Onlinekonto nur hier eröffnen – das Vertragsgebiet ist auf FR, GE, JU, NE, VD und VS beschränkt, und ein Konto ausserhalb davon kommt nicht zustande. Wer in Zürich wohnt und in Genf arbeitet, kann nicht einfach den Anbieter wechseln, weil ihm dessen Quoten besser gefallen. Zweitens: Die Schutzmechanismen, die dieses Angebot tragen, sind die Mechanismen des Schweizer Systems – Limiten, die der Wettende selbst setzt, und die Spielsperre, die dann auch anderswo greift.
Beim Schutz gibt es eine Feinheit, die man kennen sollte: Der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen, und eine Senkung wirkt sofort, während eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden greift – die beiden Schweizer Veranstalter setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Das ist keine Auslegungsfrage, sondern eine Verschärfung gegenüber dem gesetzlichen Minimum, und sie ist der Grund, warum ein impulsiver Entschluss nach einer verlorenen Partie nicht am nächsten Morgen schon vollzogen ist.
Einschätzung. Die Westschweizer Adresse deckt dasselbe Rechtsregime ab wie Sporttip, aber mit einem anderen Zugang: Verkaufsstellen in Reichweite und ein Konto, das an sechs Kantone gebunden ist. Wer im Wallis oder in Freiburg zu Hause ist und seine Wetten gern persönlich abgibt, hat hier alles, was er braucht – und wer ausserhalb dieser sechs Kantone wohnt, hat hier gar nichts, so gut das Angebot auch sein mag.
Donbet
Donbet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, die berichtete Lizenz ist nicht erstellt und hat in der Schweiz keine Wirkung. Das ist keine Formalie: Eine ausländische Bewilligung, gleich aus welchem Land, entfaltet nach dem Geldspielgesetz in der Schweiz keine Kraft. Eine solche Seite hängt nicht am Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Gespa kann ihre Domains auf die Sperrliste setzen. Was passiert, wenn eine Domain dort landet, lässt sich nicht vorhersagen: Die Liste wird über DNS durch Schweizer Telekommunikationsanbieter gesperrt, und blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt.
Einschätzung. Diese Adresse ist für Wettende relevant, die das Angebot aus Neugier öffnen, und für niemanden, der einen Schweizer Anspruch braucht. Wer dort eine Schachwette über ein Turnier platziert, hat im Streitfall keinen Weg nach Bern und keinen nach Lausanne. Und der Zeitpunkt, an dem genau dieser Umstand relevant würde, ist der, an dem man ihn nicht mehr herbeiführen kann.
Sportuna
Sportuna verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Da das Unternehmen nicht unter der Aufsicht der Gespa steht, entfalten die berichteten Lizenzen hier keine Wirkung; das Angebot ist nicht an das Sperrregister angebunden, und die Seite kann jederzeit für den Zugriff aus der Schweiz blockiert werden.
Einschätzung. Eine Bewertung dieses Anbieters kann sich nur auf das stützen, was in der Schweiz nachprüfbar ist, und das ist im Fall einer fehlenden Bewilligung wenig. Wer ein Turnier über Wochen verfolgt, bindet Kapital und Aufmerksamkeit an eine Adresse, die von einem Tag auf den anderen hinter einer Sperre verschwinden kann. Das ist der Punkt, an dem die Bequemlichkeit einer ausländischen Seite aufhört, ein Argument zu sein.
AmunRa
Auch AmunRa agiert ohne Schweizer Bewilligung. Mangels behördlicher Anerkennung durch die Gespa bietet die Lizenz keine Rechtsgrundlage in der Schweiz. Da kein Anschluss an das Sperrregister existiert, bleibt nur die Option der technischen Domain-Sperre durch hiesige Provider.
Einschätzung. Nichts an diesem Eintrag ändert etwas daran, dass eine Schweizer Wette in einem Schweizer Regelwerk stattfinden muss, um Schweizer Schutz zu geniessen. Wer hier ein Schachturnier begleitet, tut das ohne diesen Schutz – und die Frage, was ein Ausstiegspreis wert ist, wenn kein Schweizer Recht dahintersteht, beantwortet sich von selbst.
myBet
MyBet operiert ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenzierung entbehrt in der Schweiz jeder Grundlage, und das Fehlen einer Registeranbindung unterstreicht die fehlende Kontrolle. Wie bei anderen Anbietern ohne Bewilligung bleibt die Aufnahme auf die Sperrliste der Gespa eine reale Option.
Einschätzung. Ein Name auf dem Markt ist kein Beleg für eine Bewilligung. Wer eine Schachwette platzieren will, sollte den entscheidenden Punkt deshalb nicht am Marktauftritt messen, sondern an der Frage, ob der Anbieter im Verzeichnis der Gespa beziehungsweise als Veranstalter einer bewilligten Sportwette auftaucht – dort erscheint höchstens, wer tatsächlich darf.
Betscore
Betscore besitzt keine Schweizer Bewilligung. Die vom Betreiber genannte Lizenz bietet in der Schweiz keinen Schutz, da keine gesetzliche Anerkennung vorliegt. Mangels Rechtsschutz und Registeranschluss können die Behörden lediglich den Zugang via Sperrliste unterbinden.
Einschätzung. Bei einem Live-Angebot, das während einer langen Partie ständig neue Quoten zeigt, ist die Verlässlichkeit der Gegenseite wichtiger als die Breite des Programms. Eine Bewilligung, die im Herkunftsland nichts wert ist und hier nichts gilt, liefert genau diese Verlässlichkeit nicht.
Gamdom
Gamdom verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Die im Ausland erworbene Lizenz ist für den Schweizer Markt irrelevant, und da kein Zugang zum Sperrregister besteht, können Spieler nicht aktiv vor einer Teilnahme geschützt werden. Der Anbieter kann zudem jederzeit auf die Sperrliste gelangen.
Einschätzung. Der fehlende Kontakt zum Schweizer Register ist der schwerste Teil dieses Eintrags – nicht für den Anbieter, sondern für den Wettenden. Wer sich hier aufhält, kann sich nicht in einem System sperren lassen, das ihn auch aus dem bewilligten Schweizer Angebot heraushält. Genau diese Verbindung wäre der Wert eines Kontos bei einem bewilligten Veranstalter.
MyStake
MyStake führt keine Schweizer Bewilligung. Die operativen Lizenzen gelten in der Schweiz als nicht existent, was bedeutet, dass Nutzer weder auf Rechtsschutz noch auf Sperrregister-Mechanismen vertrauen können. Bei behördlicher Prüfung riskieren auch diese Domains eine Sperrung.
Einschätzung. Ein ausländisches Angebot kann Schachmärkte führen, die einem gefallen. Nur nimmt niemand die Einsätze dieses Anbieters in einer Schweizer Statistik wahr, und wenn die Domain verschwindet, verschwindet sie zusammen mit dem Guthaben, das auf ihre Auszahlungsregeln angewiesen war.
Jackbit
Jackbit agiert ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenzierung ist für hiesige Spieler wirkungslos, da weder Rechtsschutz noch eine Registeranbindung vorliegen. Das Risiko einer Blockierung durch die Gespa besteht fortlaufend.
Einschätzung. Der letzte Eintrag der Liste unterscheidet sich in nichts Wesentlichem von den fünf vorangehenden. Genau das ist der Befund: Acht von zehn geprüften Adressen stehen in der Schweiz ohne Bewilligung da – ein Umstand, den kein einzelner Eintrag und keine einzelne Domain ändert.
Partieablauf, Remis und die Quote dahinter
Schach ist ein Sport mit einem Ausgang, den viele Anbieter anderer Sportarten gar nicht kennen: dem unentschiedenen Ergebnis als Normalfall und nicht als Randerscheinung. Wer zum ersten Mal auf eine Partie setzt, bringt die Gewohnheit mit, nur zwei Ausgänge zu sehen. Auf dem Brett gibt es drei, und der mittlere ist nicht der unwahrscheinlichste.
Zwei Ergebnistypen, die kaum zusammengehören
Der Nahbereich und die Ferne sind im Schach zwei verschiedene Rechnungen. Eine Einzelpartie lebt von der Stellung, der Form des Tages und der Frage, wie viel jeder Spieler riskiert. Der Titel über einen Zweikampf lebt davon, wie viele Partien gewonnen werden müssen – und in einem Wettkampf, in dem 14 Partien gespielt werden und 7½ Punkte zum Sieg genügen, ist ein Unentschieden kein Betriebsunfall, sondern ein Ergebnis, mit dem beide Seiten leben können.
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Die zweite Zahl ist die wichtigere, und sie gilt für die Spitze, nicht für den Durchschnitt der Partien einer Wochenendrunde. Auf einem Niveau, auf dem beide Spieler kaum Fehler machen, geht ein erheblicher Teil der Partien ohne Sieger zu Ende.
Zum Ablauf gehört, dass ein Remis auf sehr unterschiedlichen Wegen zustande kommt. Eine Schachpartie endet remis unter anderem durch Patt, wenn der Spieler am Zug keinen legalen Zug hat und nicht im Schach steht, durch Einigung, durch dreifache Stellungswiederholung, die nur auf Antrag geltend gemacht wird, und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Für den Wettenden zählt dabei weniger der juristische Weg als die Tatsache, dass ein Remis oft beschlossen und nicht erlitten wird: Zwei Spieler können eine korrekte Partie mit ausgeglichener Stellung einfach beenden.
Daneben gibt es die Fälle, in denen niemand mehr etwas entscheiden kann. Im Schach ist eine Partie automatisch remis bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, zudem bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann. Diese Regeln haben keine Antragsvoraussetzung. Eine Partie, die in eine tote Stellung führt, endet als Remis, egal wer am Zug ist und egal wie die Uhr steht – ein Umstand, den kein Wettschein und keine noch so kluge Einschätzung ändern kann.
Der erste Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann – der Kampf dauerte damals über mehrere Orte und Wochen und endete mit einem Ergebnis, in dem die Remisen bereits einen erheblichen Teil ausmachen. Dass sich daran seither wenig geändert hat, ist die vielleicht konservativste Eigenschaft dieses Sports.
Was drei Quoten bedeuten
Aus Sieg, Remis und Niederlage werden drei Quoten, und zwischen ihnen liegt die komplette Mechanik einer Quote. Der Auszahlungsanteil eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte der drei Quoten; die Marge ist 100 % minus diesem Anteil. Sie ist der Betrag, den der Markt von jeder gesetzten Einheit einbehält, unabhängig davon, welche der drei Quoten aufgeht.
Für einen Schachmarkt heisst das, dass die Marge nicht auf der Partie liegt, sondern in jedem der drei Ausgänge steckt – der Ausgang der Quote, die schliesslich gewinnt, ist immer um denselben Prozentsatz geschmälert wie die beiden, die verloren haben. Es gibt keine Quote, die von der Rechnung ausgenommen wäre, und es gibt keine Wette auf ein Schachresultat, die diese Rechnung umgeht.
Grundsätzlich gilt für die Wertung der regulären Spielzeit, dass Verlängerung und Penaltyschiessen nur zählen, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Beim Schach ist die naheliegende Parallele der Tiebreak: Der entscheidende Schnellschach-Wettkampf fällt nur dann unter die Wette, wenn das Angebot ihn ausdrücklich umfasst.
Zwei Ausgänge lassen sich sauber gegeneinander stellen. Nehmen wir ein illustratives Zwei-Wege-Angebot mit den Quoten 1.90 und 1.90 – ein Beispiel, keine gestellte Quote. Der Auszahlungsanteil dieses Marktes liegt bei rund 95,24 %, die Marge also bei etwa 4,8 %. Beträgt eine der beiden Quoten 1.95 und die andere 1.85, sinkt der Auszahlungsanteil auf rund 93,90 %, die Marge steigt auf etwa 6,1 %. In beiden Rechnungen ist die Summe aus Ausschüttungsquote und Marge genau 100 %.
Das ist eine Bandbreite, nicht eine feste Grösse, und die Bedingung steht in der Rechnung selbst: Die Marge wächst mit dem Abstand, den ein Markt zwischen den beiden Quoten aufspannt. Ein Zwei-Wege-Markt mit 1.90 und 1.90 trägt also rund 4,8 % Marge, einer mit 1.95 und 1.85 rund 6,1 % – derselbe Buchmacher, dieselbe Veranstaltung, ein anderes Paar. Wer die Marge eines Angebots einschätzen will, braucht die Quoten beider Seiten; eine einzelne Quote sagt nichts über das, was in ihr steckt.
Die Schweizer Rechtslage: Prüfen, wer bieten darf
Der Rahmen, in dem Schachwetten in der Schweiz stattfinden, ist eng und in wenigen Sätzen beschrieben: Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, und sie werden von der Gespa als Interkantonaler Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur die Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Weil die Kantone die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt haben, gibt es keine Liste weiterer bewilligter Anbieter. Es gibt nur zwei.

Daraus folgt alles Weitere, und es folgt mit Konsequenzen, die man vor der ersten Wette kennen sollte. Wer heute ein Konto bei Swisslos oder bei der Loterie Romande eröffnet, tritt in ein System ein, in dem der Anbieter die Bewilligung, die Aufsicht und den Regressweg mitbringt. Wer sich daneben bei einer ausländischen Seite anmeldet, tritt in ein System ein, das in der Schweiz nicht existiert: keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Schweizer Aufsicht.
Die Liste der erlaubten Sportarten und Wettarten
Was überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf, ist nicht dem Anbieter überlassen. Zulässig sind nur Sportwetten auf Sportveranstaltungen; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der Gespa der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten nach Art. 25 des Geldspielgesetzes und Art. 29 der Verordnung, in der Fassung vom 10. September 2026.
Für Schach ist der entscheidende Punkt genau dieser: Eine Wette auf eine Schachpartie ist nur zulässig, wenn Veranstalter und Ereignis in dieser Liste stehen. Es genügt nicht, dass ein Anbieter einen Markt anzeigt – es muss das Ereignis auf der Liste stehen und der Anbieter eine Bewilligung für diese Wettart haben. Zur Struktur der Liste gehört, dass Qualifikationsrunden nur aufgeführt sind, wenn sie ausdrücklich genannt werden, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt werden, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Rand- oder Kartenmärkte zeigt die Liste nicht, und einen E-Sport-Bereich enthält sie ebenfalls nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ohnehin gesperrt.
Der praktische Weg für einen Wettenden ist deshalb nicht der Blick ins Wettprogramm, sondern der Blick auf die Liste selbst. Die Gespa veröffentlicht sie in ihrer jeweils gültigen Fassung mit Datum, und nur dort steht, ob eine bestimmte Partie oder ein bestimmter Wettkampf überhaupt angeboten werden darf. Findet sich ein Ereignis dort nicht, hilft es nichts, dass die Quote gut aussieht: Der Markt hätte nicht bestehen dürfen. Und wer wissen will, welche Wettarten ein Anbieter für ein Ereignis anbieten darf, prüft dieselbe Liste – sie ist die Schnittstelle zwischen dem, was der Sport hergibt, und dem, was in der Schweiz gehandelt werden darf.
Livewetten sind zulässig, vor dem Ereignis und während des Ereignisses, soweit der Veranstalter eine Entscheidung besitzt, die sie erlaubt; das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Ein Livewetter auf Schach sollte das auf dem Schirm haben: Der Zeitpunkt, in dem die Wette den Server erreicht, entscheidet mit, zu welchem Preis sie gewertet wird.
Was Cash-Out betrifft, hält sich das Gesetz zurück. Es ist nicht geregelt, sondern ein Merkmal des jeweiligen Anbieters und steht in dessen eigenen Bedingungen. Wer ein solches Angebot bewerten will, liest die Regeln des Anbieters und nicht ein Gesetz.
Wie eine Wette hier Steuern und Auszahlungen berührt
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel – die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton»; eine einzige kantonale Zahl wäre falsch. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Für einen typischen Wettenden liegt ein Gewinn weit unterhalb dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Steuer auf dem Einsatz kennt die Schweiz nicht.
Die andere Seite ist die, die viele nicht auf dem Schirm haben. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können aber nach kantonaler Praxis steuerbar sein – die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer bei einer Seite ohne Schweizer Bewilligung setzt, tauscht also Schweizer Freibetrag und Schweizer Verfahren gegen eine Rechtslage ein, in der «je nach Kanton» eine sehr offene Formulierung ist. Für konkrete Fälle gehört die Frage zu einem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung, nicht in ein Wettkonto.
Auf der Auszahlungsseite zieht der Schweizer Rahmen eine klare Linie: Guthaben und Gewinne werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt, und eine Kreditvergabe an Spielende ist untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen eigenen Bedingungen. Ein Werkzeug zur Sperrung von Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten gibt es in der Schweiz nicht: Wer eine Zahlung an eine solche Adresse leistet, wird daran von keiner Bank und keinem Kartensystem gehindert.
Was eine Wette ohne Schweizer Bewilligung kostet
Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder aus welchem Land auch immer – hat in der Schweiz keine Kraft. Das Geldspielgesetz sagt das ausdrücklich, und daraus ergeben sich die Folgen, die einen Wettenden wirklich treffen. Es gibt keine Verbindung zum Schweizer Register der gesperrten Personen, und es gibt keine Fairplay-Kontrolle durch eine Schweizer Stelle. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden – der Wettende hat in einem solchen Verfahren keine Rolle und keine Ansprüche. Für den Anbieter steht mehr auf dem Spiel: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren.
Die Sperrliste der Gespa ist das Werkzeug, das daraus für den Wettenden am nächsten liegt. Die Gespa veröffentlicht darin ausländische Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter über DNS sperren; die erste Liste stammt vom 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt, ein Vorgang, den die Gespa Domain-Hopping nennt. Die beiden Seiten sind nicht Gegner in einem fairen Vergleich, sondern zwei verschiedene Rechtsordnungen; wer das verwechselt, liest in der Werbung eines Anbieters eine Zulassung, die es nicht gibt. Der Unterschied lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die bewilligte Seite trägt den Schweizer Schutz, aber sie besteht aus zwei Anbietern, einer geschlossenen Liste von Sportarten und Wettarten, einer Wohnsitzvoraussetzung und einer Identitätsprüfung; die nicht bewilligte Seite trägt keinen Schweizer Schutz, keine Anbindung an das Register und keine Schweizer Aufsicht.
Was Werbung darf und was sie kostet
Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder an gesperrte Personen richten. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft. Für ein Angebot mit dem Thema dieses Textes heisst das: werben darf man für Swisslos und die Loterie Romande, beschreiben lässt sich daneben alles andere – aber nicht empfehlen.
Einen separaten Punkt nehmen die Gratisspielguthaben ein: Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und ihre Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Einen Werbeverbots-Zeitraum nach Uhrzeit gibt es nicht, und ein Promotions- oder Gutscheincode gehört nicht in eine redaktionelle Beschreibung eines Angebots.
Für die beiden bewilligten Veranstalter heisst das, dass selbst ein Gratisspielguthaben nicht am Kunden vorbei entsteht: Es braucht eine Zustimmung der Aufsicht, bevor es ausgespielt wird. Wer umgekehrt auf einer Seite ohne Schweizer Bewilligung ein Gratisguthaben sieht, sieht eine Marketingentscheidung – und nicht die Wirkung einer Aufsicht.
Was bei der Prüfung tatsächlich geprüft wird
Wer die Zulässigkeit einer Schachwette prüfen will, kann das in einer festen Reihenfolge tun. Zuerst: Ist der Anbieter einer der beiden Veranstalter, die eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten tragen? Zweitens: Steht das Ereignis – die Partie oder der Wettkampf – in der Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten? Drittens: Erlaubt die Bewilligung des Anbieters die konkrete Wettart, also etwa einen Zwei-Wege- oder Drei-Wege-Markt auf ein einzelnes Ergebnis? Viertens: Stimmen die Wertungsregeln des Angebots mit dem überein, was auf dem Brett tatsächlich gewertet wird – klassische Partien, ein Tiebreak oder ein abgebrochener Kampf?
Der Punkt, an dem diese Prüfung am häufigsten abbricht, ist der erste, und er bricht nicht in der Mitte ab, sondern am Anfang: Wer ausserhalb des Vertragsgebiets des Veranstalters wohnt, kommt nicht weiter, und wer bei einem Anbieter ohne Bewilligung beginnt, muss die drei übrigen Fragen gar nicht mehr stellen. Das ist der Grund, warum dieser Text die Reihenfolge so setzt, wie er sie setzt.
Wohlgemerkt: Es gibt keine Schweizer Regeln, die einen Wettenden bei einem ausländischen Anbieter daran hindern würden, eine Wette zu platzieren. Nicht die Zahlung, nicht das Gesetz, nicht die Bank. Was fehlt, ist der Schutz – und der macht sich erst bemerkbar, wenn er gebraucht wird. Kein Vergleich der beiden Gruppen endet mit einem automatischen «sicher» auf der einen Seite: Die bewilligte Seite kostet etwas, nämlich Auswahl und Flexibilität, und die nicht bewilligte Seite kostet etwas anderes, nämlich jeden Anspruch.
Häufige Fragen zu Schachwetten in der Schweiz
Darf in der Schweiz überhaupt auf Schach gewettet werden, und bei wem?
Schachwetten sind zulässig, wenn das Ereignis in der Liste der Gespa der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht und der Anbieter eine Bewilligung für diese Wettart besitzt. Sportwetten dürfen in der Schweiz nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport veranstalten – je im eigenen Vertragsgebiet. Ausländische Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung.
Wie prüfe ich, ob ein Schachturnier in der Gespa-Liste steht?
Die Gespa veröffentlicht die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten mit Versionsdatum; die aktuell gültige Fassung trägt das Datum 10. September 2026. Dort lässt sich nachsehen, ob ein Wettkampf überhaupt aufgeführt ist. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe erscheinen nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind – ein fehlender Eintrag heisst, dass der Markt nicht bestehen darf.
Warum ist die Remisquote im Schach so wichtig?
Bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %, und Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte. Ein Remis ist im Schach ein Normalfall, kein Unfall. Wer nur auf Sieg oder Niederlage kalkuliert, lässt den Ausgang ausser Acht, der auf hohem Niveau am zweithäufigsten eintritt – und in einem Zweikampf über 14 Partien waren es 2024 neun von vierzehn.
Wie rechne ich den Gewinn einer Wette aus, und was ist die Marge?
Der Rückfluss einer gewonnenen Einzelwette ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal Quote minus 1; bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Wetten zu einem Preis. Die Marge ist der Teil jeder gesetzten Einheit, den der Markt einbehält: Auszahlungsanteil gleich 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, Marge gleich 100 % minus diesem Anteil.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein.
Was fehlt mir bei einer Auslandsseite ohne Schweizer Bewilligung?
Es fehlt die Anbindung an das Schweizer Register der gesperrten Personen, also der Mechanismus, mit dem eine Selbstsperre auch bei anderen Anbietern wirkt. Es fehlt der Schweizer Rechtsschutz, und es fehlt die Schweizer Aufsicht. Zusätzlich kann die Domain über die Sperrliste blockiert werden, und Gewinne können nach kantonaler Praxis steuerbar sein.
Sportarten – korbballtipps
Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»
