Wettquoten auf den EM-Sieger 2026: zwei Veranstalter, ein geschlossener Markt und die Marge dazwischen

Updated Oktober 2026
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Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.

Die Europameisterschaft 2026 gibt es nicht. Wer heute nach Wettquoten auf den EM-Sieger sucht, sucht entweder die Bilanz der letzten Ausgabe oder den Preis auf die nächste. Beides ist eine Rechnung, und in beiden Fällen sitzt eine Marge im Preis, die kein Veranstalter ausweist.

Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Gespa-Liste und die Veranstalterbewilligungen nach dem Geldspielgesetz geprüft.

Spanien schlug England am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin mit 2:1 und holte den vierten EM-Titel. Das war der Ausgang, den der Markt vorher bepreist hatte, und genau darum geht es auf dieser Seite: wie aus Form, Kader, Auslosung und Buchmacherkalkül eine Quote wird, welcher der beiden Schweizer Veranstalter welche Regeln ansetzt und was ein Einsatz auf einen Turniersieger kostet, bis er zurückkommt.

Wer in der Schweiz auf den Europameister wetten will, hat keine Auswahl zwischen zwanzig Buchmachern. Er hat zwei. Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen als einzige Sportwetten anbieten, jeweils in ihrem eigenen Gebiet. Alles andere ist ein Angebot ohne Schweizer Bewilligung, und der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern darin, was passiert, wenn etwas schiefgeht. Im Abschnitt «Die zwei bewilligten Wege im Vergleich» sind zehn Plattformen mit Bewilligungsstatus aufgeführt; zwei davon sind hier zugelassen.

Wie aus einer Quote eine Wahrscheinlichkeit wird

Eine Siegerquote ist kein Urteil über Fussball. Sie ist ein Preis, den jemand setzt, weil er eine Meinung über viele Einsätze braucht und nicht über ein Spiel. Wenn Sporttip für einen Titelanwärter 6.00 anbietet, dann steht dahinter nicht die Aussage, dass diese Mannschaft in einem von sechs Fällen gewinnt. Dahinter steht eine Einschätzung, um wie viel seltener als «in einem von sechs Fällen» der Veranstalter das Ereignis halten muss, damit die Reihe über alle Titelaspiranten für ihn aufgeht. Der Unterschied zwischen beidem ist die Marge, und die gehört dem Veranstalter, nicht dem Wettenden.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Rechnen lässt sich das mit einer Division: 1 geteilt durch 6.00 ergibt 0,1667, also 16,67 Prozent implizite Wahrscheinlichkeit. Der Name ist irreführend, denn dieser Wert schätzt nichts, er beschreibt nur einen Preis. Wer die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Titelaspiranten eines Marktes addiert, landet über 100 Prozent. Der Betrag über 100 ist die Marge.

Anschaulicher wird es an einem Markt mit zwei Ausgängen. Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 auf beide Seiten — ein Beispiel, kein quotierter Preis, und ein Markt, den es so auf den Turniersieger nicht gibt. Der Quotenschlüssel ergibt sich aus 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), das sind rund 95 Prozent Auszahlungsquote. Die Marge ist die Differenz zu 100 Prozent, liegt hier also bei etwa 5 Prozent. Das ist kein Skandal, sondern der Normalfall eines Buchmacherpreises. Nur: alles, was der Markt an Wert zurückgibt, kommt aus diesem Satz. Ein Zwei-Weg-Markt mit dieser Charakteristik lässt bei einer Reihe identischer Einsätze auf beide Seiten ungefähr fünf Rappen pro eingesetztem Franken beim Veranstalter.

Die Zahl ist eine statistische Schätzung, keine Zusage. Setzt jemand 100 Franken auf den Turniersieger und trifft, bekommt er seine volle Quote ausbezahlt; die fünf Prozent tauchen auf keinem Wettschein auf. Sie wirken nur über viele Wetten und über die ganze Reihe von Märkten hinweg. Genau deshalb ist es der falsche Massstab, einen einzelnen Veranstalter nach einem einzelnen Preis zu beurteilen — und der richtige, sich die Marge eines Marktes anzusehen, wenn sie sich überhaupt ermitteln lässt.

Bei Siegerwetten ist das schwieriger als bei einem Zwei-Weg-Markt. Ein Turniersiegerfeld hat nicht zwei Ausgänge, sondern so viele, wie der Veranstalter bepreist. Neben den grossen Nationen stehen Aussenseiter, von denen einige nie einen Titel holen werden und deren Quoten trotzdem nie weit genug steigen, um den Erwartungswert zu drehen. Wenn nur ein Teil des Feldes bepreist ist, lässt sich der Quotenschlüssel nicht sauber nachrechnen, und dann ist die Marge eben nicht ermittelbar. Sie zu schätzen wäre eine Erfindung.

Siegerwette, Gruppensieger, Torschützenkönig: drei verschiedene Wetten

Ein Turnier ist kein Spiel, und deshalb gibt es zu einer Europameisterschaft drei grundverschiedene Arten von Langzeitwetten. Sie unterscheiden sich nicht in der Quote, sondern darin, worauf man wartet.

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Die Siegerwette läuft über den ganzen Wettbewerb. Sie ist im Juni entschieden, am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion, und bis dahin ist das Geld gebunden. Eine Wette auf den Gruppensieger entscheidet sich nach drei Spielen je Mannschaft und ist damit die kürzere Wette: geringerer Preis, kürzere Bindung. Die Torschützenkönig-Wette wiederum hängt an einem einzelnen Spieler und an einem Regelwerk, das viele für einfacher hält, als es ist.

Dass Tore allein nicht reichen, zeigte die EM 2024: Sechs Spieler erzielten je drei Tore — Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Wer auf einen von ihnen gesetzt hatte, teilte sich den Titel mit fünf anderen, und je nach Ausschreibung des Veranstalters kann eine Wette auf den Torschützenkönig dann wertlos sein, obwohl der Spieler genau die Leistung gebracht hat, auf die man gewettet hat. Vor jeder Wette auf ein Einzelergebnis gehört die Ausschreibung gelesen.

Der Blick auf die Zuschauerzahlen zeigt, warum diese Long-Term-Märkte überhaupt so tief bepreist sind: 2’681’288 Zuschauer in 51 Spielen der EM 2024. Ein Turnier dieser Grössenordnung bewegt genug Einsätze, dass der Veranstalter das Feld breit ausbaut und jede einzelne Quote mit der Marge belastet.

Wo die Schweizer Preise herkommen: zwei Veranstalter, zwei Regelwerke

Der Schweizer Markt für Sportwetten ist nicht gross, er ist klein und geschlossen. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind die einzigen, die darauf Wetten annehmen dürfen, und sie teilen das Land unter sich auf. Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, kann nur bei Swisslos ein Konto eröffnen; wer in der Westschweiz wohnt, nur bei der Loterie Romande. Das ist keine Konkurrenzsituation mit Auswahl in beide Richtungen, sondern eine Aufteilung.

Ein Blick auf die Preisgestaltung lohnt trotzdem, weil beide Veranstalter nicht frei kalkulieren. Beide arbeiten nach ihren eigenen Spielregeln, und beide sind der Gespa-Aufsicht unterstellt. Was sie bei den Quoten tun, ist nicht öffentlich dokumentiert; was sie bei den Limiten tun, steht in ihren Bestimmungen und ist nachlesbar.

Zwei Wege zum selben Turnier: die Bindung als Entscheidungskriterium

Für jemanden, der auf den EM-Sieger setzen will und dabei einen bestimmten Betrag im Kopf hat, entscheidet nicht die Kopfquote, sondern die Frage, wie lange dieses Geld liegen bleibt. Ein Einsatz auf den Turniersieger ist bis Juli 2028 gebunden. Bei einer Wette, die zwei Jahre liegt, ist die Bindung selbst ein Kostenfaktor, und sie ist der Punkt, an dem sich der eine Weg vom anderen unterscheidet.

Sporttip bietet für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten einen Cash-Out an, vor Spielbeginn und live. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Cash-Out funktioniert bei Sporttip nur online, und er ist nur als vollständiges Cash-Out möglich, eine Teilauszahlung gibt es nicht. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer also eine Siegerwette platziert und hofft, im Halbfinale auszusteigen, sollte vorher prüfen, ob für diesen Markt überhaupt ein Cash-Out angeboten wird.

Für jemanden, der seine Siegerwette einfach bis zum Ende liegen lässt, ist das kein Argument gegen Sporttip. Es ist ein Argument dafür, die Wette von Anfang an so zu setzen, dass man sie nicht vorzeitig auflösen muss — mit einem Betrag, dessen Fehlen im Budget über zwei Jahre nicht auffällt.

Ein zweiter Punkt betrifft die Auszahlung selbst. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei einer Siegerwette über 100 Franken und einer Quote von etwa 2.10 macht das einen Unterschied von ein paar Rappen. Nicht der Rede wert auf einem Wettschein, aber ein Beleg dafür, dass hier jeder Franken nachgerechnet wird, bevor er das Haus verlässt.

Ein dritter Punkt, der jeden Turnierwetter trifft: Wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird, ist die Wette ungültig. Bei Einzelwetten wird der Einsatz zurückbezahlt; in Kombinationswetten bekommt diese Voraussage die Quote 1.00. Für eine Siegerwette auf ein Turnier heisst das: Ein abgesagtes Spiel wird nachgeholt oder die Wette verfällt, und der Kombinationswetter trägt das Risiko nicht in seiner Quote, sondern in seinem Schein.

Wie die beiden Wege auf ein Turnierfeld reagieren

Der Vorlauf zur EM 2028 ist bereits terminlich festgelegt, und das erklärt, warum Siegerquoten so früh zwischen den Veranstaltern auseinanderlaufen. Die Qualifikation wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams gespielt; die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Erst danach steht das Feld endgültig fest — und bis dahin bepreisen beide Veranstalter Mannschaften, von denen einige noch nicht qualifiziert sind.

Das Turnier selbst findet im Juni und Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt, mit 24 Nationen, Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff und Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Gespielt werden sechs Vierergruppen, dann Achtelfinale (24. bis 27. Juni), Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), Halbfinale (4. und 5. Juli) und Finale. Ein Spiel um Platz 3 gibt es nicht. Für den Wetter bedeutet das 51 Spiele wie bei jeder 24er-Ausgabe, nur diesmal ohne ein Trostspiel am vorletzten Tag.

Ein historischer Massstab hilft bei der Einordnung. Die erste Europameisterschaft fand 1960 statt, seit 2016 spielen 24 Mannschaften, von 1996 bis 2012 waren es 16. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei. Rekordtorschütze ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren, Veranstalter ist die UEFA, und das Turnier findet alle vier Jahre statt. Wer ein Feld von 24 Teams nach Turniersiegern durchsieht, sieht darin eine kurze Liste: Auf 17 Ausgaben kommen sehr wenige verschiedene Titelträger. Das ist der Grund, warum die Quoten auf die grossen Nationen selten in Regionen steigen, in denen eine Wette auf sie mehr als ein Ausgang wäre.

Was bei einem Spielabbruch passiert, und was bei Livewetten

Die wenigsten denken bei einer Siegerwette an einen Wettschein, dem das Ereignis weggezogen wird. Es passiert trotzdem, und beide Veranstalter haben dafür Regeln.

Bei Sporttip gilt: Wenn ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Für eine Langzeitwette auf den Turniersieger ist der Fall praktisch selten, aber er zeigt das Prinzip: Der Veranstalter trägt keine Ausfallrisiken, er gibt den Einsatz zurück und lässt den Markt fallen.

Bei Livewetten greift eine andere Regel, und sie ist die schärfere. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer während eines Elfmeters noch schnell abschickt, hat in dem Moment, in dem der Ball liegt, nicht mehr gewettet, sondern eine Zahlung ins Leere geleistet. Das ist keine Härte gegenüber dem Wetter, das ist der Versuch, eine Lücke im System zu schliessen, und es trifft in der Praxis vor allem die, die es eilig haben.

Dasselbe Prinzip greift, wenn jemand dependent Ereignisse kombinieren will. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Anders gesagt: Der Versuch, einen sicheren Schein zu bauen, endet nicht mit einem Gewinn, sondern mit dem Einsatz zurück.

Ein Wettguthaben ist kein Geldgeschenk

Rund um ein Turnier tauchen Formulierungen auf, die Selbstverständlichkeiten als Vorteil verkaufen. «Risikofrei» ist die häufigste davon, «100 % Bonus» die zweitbeliebteste. Beide beschreiben nicht dasselbe, was ein Wettender am Ende in der Hand hält.

Sporttip kennt zwei Instrumente dieser Art. Der Kombiboost gilt nur online, also Prematch, live oder für Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Sprung von 40 auf 100 Prozent sieht grosszügig aus, aber er verlangt fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 — und jede einzelne davon ist eine zusätzliche Möglichkeit, den ganzen Schein zu verlieren.

Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettende Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die kleine Falle im Wort «Boost»: Wer früh aussteigt, verliert die Erhöhung, und die Erhöhung war der ganze Grund für die Wette.

Was das für einen Siegerwetten-Spieler heisst: Diese Instrumente richten sich fast alle an kurzfristige Einzel- und Kombiwetten, nicht an die Langzeitwette. Ein Boost auf den Nettogewinn einer Turniersiegerwette wäre etwas anderes, und ob es ihn gibt, steht in den Bedingungen und nicht in der Werbung. Wer ein Gratisspielguthaben sucht, findet im Schweizer Markt ohnehin einen kleinen Sektor: Solche Guthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Wer jetzt nach einem Bonuscode sucht, sucht an der falschen Stelle — auf dieser Seite steht keiner, und ein Angebot beschreibt man nach seinem Gegenwert, nicht nach dem Weg dorthin.

Die zwei bewilligten Wege im Vergleich

Wer in der Schweiz auf den EM-Sieger wetten will, muss zuerst klären, welcher der beiden Wege überhaupt offensteht. Die Aufteilung ist geografisch, und sie entscheidet mehr als der Preis.

Veranstalter Bewilligungsstatus Gebiet für das Online-Konto Mindest- und Höchsteinsatz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, dazu Tessin und Liechtenstein Einzel- und Kombiwette CHF 1 bis CHF 1’000, Systemwette bis CHF 10’000
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD, VS online ab CHF 2, in Verkaufsstellen ab CHF 3, Multiples ab CHF 2; Einzel- und Kombiwette höchstens CHF 500
Rollbit keine Schweizer Bewilligung — —
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung — —
BetLabel keine Schweizer Bewilligung — —
Betscore keine Schweizer Bewilligung — —
Betovo keine Schweizer Bewilligung — —
ZotaBet keine Schweizer Bewilligung — —
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung — —
AmunRa keine Schweizer Bewilligung — —

Die Spalte der ausländischen Anbieter ist bewusst leer bis auf den Bewilligungsstatus, denn mehr ist hier nicht zu vergleichen: Sie unterstehen keiner Schweizer Bewilligung, und ihre Bedingungen führen zu einem Markt, der in der Schweiz nicht zugelassen ist. Die Spalte mit dem Gebiet ist die eigentlich wichtige, weil sie eine harte Grenze zieht: Wer in Zürich wohnt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen, egal wie gut die Quote dort aussieht. Wen in Genf die Sporttip-Limiten reizen, kommt nicht hinein.

Bei den Limiten fällt der Unterschied sofort auf. Sporttip erlaubt Einzel- und Kombiwetten bis CHF 1’000, Jouez Sport bis CHF 500. Wer grössere Beträge auf einen Turniersieger setzen will, ist mit Sporttip besser dran — aber eben nur, wenn er dort wohnhaft ist. Beim Mindesteinsatz dreht sich das Bild: Sporttip startet bei CHF 1, Jouez Sport online bei CHF 2. Für einen grossen Einsatz auf den EM-Sieger ist das irrelevant. Für jemanden, der im Turnierverlauf viele kleine Live-Wetten setzt, summiert sich dieser Franken pro Wettschein.

Ein Punkt, der in keiner Spalte steht und trotzdem entscheidend ist: Jouez Sport begrenzt den Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette auf CHF 300’000 und alle Gewinne eines Multiples zusammen auf CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei einer Siegerwette auf eine Mannschaft mit einer Quote um 2.00 ist die Gewinngrenze kein Thema. Bei einem gewagten Kombischein mit einer Gesamtquote in hohen Regionen wird sie zum Thema, weil die Grenze dann genau das kappt, was die Kombination ausmacht.

Sporttip kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer auf einen bestimmten Betrag plant, sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Limite von heute auch die von morgen ist. Diese Formulierung steht in den Bestimmungen, und sie ist wörtlich zu nehmen.

Wie die zehn Plattformen zu bewerten sind

Die Reihenfolge unten folgt keinem selbst erfundenen Ranking, sondern der Schweizer Rechtslage: Zuerst die beiden Veranstalter mit Bewilligung, danach ausländische Marken, die in der Schweiz keine haben. Wer eine Siegerwette über die Grenze hinaus sucht, weil ihm Mindest- oder Höchsteinsatz nicht passen, findet dort ein anderes Regelwerk — nicht unbedingt ein besseres.

Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit den grössten Einsatzspannen

Swisslos ist eine interkantonale Landeslotterie-Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das ist wichtig, weil Swisslos mehr als Wetten macht: Der öffentlich-rechtliche Auftrag färbt auf die Spielregeln ab, und die fallen entsprechend ausführlich aus.

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Das ist ein grosser Teil der Deutschschweiz plus Tessin, und wer darin wohnt, kommt mit einem Online-Konto hinein, sofern die Registrierung durchläuft. Für die Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer mit einem geschönten Profil rechnet, wird an dieser Stelle gestoppt, und das ist gut so.

Bei den Einsätzen ist Sporttip der grosszügigere der beiden: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Die Limiten können jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Interessant sind die Zusatzfunktionen für ein Turnier. Der Cash-Out funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 und staffelt den Bonus auf den Nettogewinn von 5 Prozent bei vier bis 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen, mit Limits auf Einsatz und Erhöhung. Beides gilt nur online. Für einen Spieler, der während der Gruppenphase laufend eingreifen will, ist das ein brauchbares Set. Für einen, der eine Siegerwette zwei Jahre liegen lässt, ist es fast ohne Bedeutung.

Fazit: Sporttip ist der Weg für alle, die im Vertragsgebiet wohnen und einen grösseren Einsatz platzieren wollen — die Limite reicht bis CHF 1’000, und die Auszahlung wird auf fünf Rappen genau abgerundet, was bei einem vierstelligen Betrag spürbar nachrechnet. Weniger passend ist der Veranstalter für alle, die vorne mitspielen und einen Teilausstieg planen: Der Cash-Out lässt sich hier nicht in Tranchen auflösen, und der Weg bis zur EM 2028 ist lang.

Loterie Romande Jouez Sport: der Westschweizer Weg

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Das ist eine Organisation mit Filialnetz, und das merkt man an der Struktur des Angebots: Der Verkaufsschein ist hier nicht Anhängsel des Online-Kontos, sondern der Ausgangspunkt.

Der Mindesteinsatz liegt online bei CHF 2, in den Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Für einen Spieler, der im Turnierverlauf viele kleine Wetten setzt, sind die CHF 3 in der Verkaufsstelle kein Problem; für einen, der die Zürcher Verhältnisse gewohnt ist, sind CHF 500 pro Kombiwette eine enge Decke.

Dafür ist die Gewinngrenze grosszügig bemessen: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei einer Siegerwette auf eine Mannschaft mit einer Quote um 2.00 greift keine dieser Grenzen, und die Kombination aus tieferem Höchsteinsatz und höherer Gewinngrenze ist für den Westschweizer Wetter in Ordnung.

Fazit: Jouez Sport passt zu jemandem, der sein Budget in kleineren Einheiten über das Turnier verteilt — viele Wettscheine zu je CHF 2, Live-Wetten während der Gruppenphase, gelegentlich ein Multiple. Die Spuren einer Lotterieorganisation, die 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen führt, liegen in den Regeln: Alles ist auf den Einzel-Schein und die Verkaufsstelle gedacht, und wer das gewohnt ist, findet sich zurecht.

Rollbit: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Konkret heisst das: Das Konto hängt nicht am Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und Rollbit kann mit seiner Domain auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren.

Für einen Schweizer Wetter bedeutet das keine Verteuerung, sondern einen Wegfall. Wer sein Konto dort führt und in einen Streit gerät, hat keine Schweizer Instanz, an die er sich wenden könnte. Der Einsatz auf den EM-Sieger ist derselbe Sparren auf dem Wettschein; nur die Rückfallebene fehlt.

Fazit: Der Weg ist offen für jeden, der die Schweizer Aufsicht nicht braucht und das Risiko selbst tragen will. Wer bei einem Problem eine Schweizer Stelle anrufen möchte, findet sie hier nicht.

Bruce Bet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Wirkung, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste kommen. Kein Schweizer Rechtsschutz, keine Verbindung zum Sperrregister.

Der relevante Punkt bei einer Plattform ohne Bewilligung ist die Steuerfolge: Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber von der kantonalen Praxis teilweise als Einkommen behandelt. Bei einem Schweizer Grossspiel sind Gewinne bis zum Steuerfreibetrag von Bundesseite steuerfrei — bei einem ausländischen Anbieter ist diese Sicherheit nicht automatisch vorhanden.

Fazit: Wer eine ausländische Plattform wählt, tauscht Schweizer Aufsicht gegen ein anderes Steuer- und Rechtsregime. Das ist eine Entscheidung, keine Nebensache.

BetLabel: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlt die Anbindung an alles, was in der Schweiz den Wetter schützt: die Sperrliste, das Sperrregister, der Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann per DNS gesperrt werden, und die gesperrten Adressen werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt.

Für die Siegerwette auf die EM 2028 heisst das: Die Auszahlung nach zwei Jahren Bindung hängt allein an den Bedingungen eines Anbieters, auf den das Schweizer Recht keine Aufsicht hat. Wer das einschätzen kann, kann es tun. Wer es nicht einschätzen kann, sollte es lassen.

Fazit: Zwei Jahre Wartezeit auf eine Auszahlung sind bei einem Anbieter ohne anwendbare Aufsicht eine lange Zeit. Das ist der eigentliche Preis dieses Wegs, und er steht nicht in der Quote.

Betscore: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Betscore hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und ein Schweizer Gerichtsweg besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Wer im Turnierverlauf viele kleine Live-Wetten setzt, ist besonders betroffen: Bei jeder einzelnen Wette ist der Schutzweg derselbe, den es nicht gibt. Bei einer Schweizer Wette gibt es eine Aufsichtsbehörde und ein Beschwerderecht; hier gibt es das nicht.

Fazit: Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist für alle interessant, die ihn in einem anderen Rechtsraum ohnehin nutzen. Für Schweizer Alltagswetter ist es eine Verlagerung des Risikos, kein besseres Angebot.

Betovo: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Betovo hat keine Schweizer Bewilligung. Nach Art. 4 BGS gilt eine ausländische Bewilligung nur im jeweiligen Ausland. Die Sperrliste der Gespa kann die Domain erfassen, und wer über ein Schweizer Bank- oder Kartenkonto ein- und auszahlt, sollte wissen, dass es gegen unbewilligte Wettangebote in der Schweiz kein Sperrinstrument für Zahlungen gibt. Der Schutz kommt hier von der Aufsicht über den Anbieter, nicht von der Bank.

Fazit: Der Unterschied zu den beiden Schweizer Veranstaltern liegt nicht in der Quote, sondern darin, dass bei Streitigkeiten keine Schweizer Stelle zuständig ist. Wer das akzeptiert, akzeptiert einen spezifischen Nachteil.

ZotaBet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung. Der Schweizer Rechtsweg fehlt, die Anbindung an das Sperrregister fehlt, und die Domain kann per DNS gesperrt werden. Blockierte Adressen werden schnell ersetzt; wer sich auf eine bestimmte Adresse verlässt, verlässt sich auf nichts Dauerhaftes.

Fazit: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung entscheidet nicht die Oberfläche, sondern die Bereitschaft, das Ausfallrisiko selbst zu tragen. Wer eine Schweizer Wette will, ist hier falsch. (Swisslos und Loterie Romande sind die beiden anderen.)

N1 Bet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Schweizer Aufsichtsinstanz, keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf die Sperrliste kommen.

Der Vergleich zu Sporttip und Jouez Sport fällt an einem Punkt deutlich aus: Bei den beiden bewilligten Veranstaltern steht hinter jeder Wette ein öffentlich-rechtlich gebundener Veranstalter mit Limiten, Spielregeln und Aufsicht. Hier steht dahinter ein Unternehmen, dessen Bewilligungsstatus für die Schweiz nicht feststeht und der hier auch nicht wirkt.

Fazit: Für den Schweizer Alltagswetter ist dieser Weg mit einem Kontrollverlust verbunden, den keine Quote aufwiegt. Wer trotzdem dort spielt, sollte den Betrag als verloren betrachten, den er über zwei Jahre bindet.

AmunRa: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung wirkt in der Schweiz nicht, ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domain kann von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS gesperrt werden.

Fazit: Bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung lohnt sich der Blick auf die eigene Wohnsitzadresse statt auf die Quote — wer in der Deutschschweiz wohnt, hat mit Sporttip ohnehin einen Weg mit weit mehr Rückhalt.

Was die Schweizer Regeln vorschreiben und was sie offenlassen

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Die ESBK ist hier nicht zuständig, sie beaufsichtigt nur Casinos. Eine Bewilligung braucht einen Veranstalter und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt — deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher. Es gibt keine.

Praktisch heisst das: Der Schweizer Markt ist eine geschlossene Liste, und die Gespa veröffentlicht dazu keine Auswahl von Anbietern, sondern nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer nach einer Alternative sucht, findet keine bewilligte.

Was überhaupt bewettet werden darf, ist ebenfalls eine geschlossene Liste: die von der Gespa geführte Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten nach Art. 25 BGS und Art. 29 VGS, in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden sind nur dann erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie dort aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder auf das Podest entscheidet — Wetten auf Trainingsläufe nie. Die Liste enthält keine Ecken- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt; Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind ausgeschlossen.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Das BGS schränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte ein. Cash-Out ist nicht geregelt, sondern Sache jedes Veranstalters. Über die rechtliche Zulässigkeit virtueller Sportarten ist hier nichts festgehalten — wer dort einsteigen will, klärt das vorher mit dem Veranstalter. Esport kommt in der Gespa-Liste nicht vor.

Der Margenbefund aus dem Zwei-Weg-Beispiel gilt in diesem Rahmen unverändert. Ein geschlossener Markt mit zwei Anbietern schützt nicht vor einer Marge, er verengt nur die Auswahl, mit der man sie vergleichen kann.

Wenn ein Turnier viele Wetten hintereinander auslöst

Ein Turnier über vier Wochen ist der Moment, in dem aus gelegentlichen Einsätzen Ketten werden. Deshalb sind die Grenzen, die hier greifen, selbst gesetzt und nicht verordnet.

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Teilnahme an Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das ist die praktischste Regel im ganzen Schweizer System: Wer im Halbfinalfieber seine Limite erhöhen will, wartet drei Tage — und in drei Tagen hat sich das Fieber gelegt oder das Spiel ist vorbei.

Das Gesetz verlangt, dass die Veranstalter Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste fordern; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Ein gesetzlich fester Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.

Neben den Limiten steht die Sperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, sperrt sich also breiter, als er denkt — das ist der Sinn des Registers. Wer sich freiwillig sperrt, kann die Sperre erst nach drei Monaten wieder aufheben lassen, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Sportwetten sind ab 18 Jahren erlaubt, Minderjährige werden online nicht zugelassen. Ein Konto pro Person, mit geprüfter Identität. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer glaubt, die Schranke an der Verkaufsstelle sei dicht, irrt. Bei einer Wette auf den EM-Sieger ist das kein Thema, solange man 18 ist; der Befund sagt etwas über die Kontrolle an der Theke und nichts über das eigene Konto.

Zahlungswege und wann ein Gewinn ankommt

Die wichtigste Regel im Schweizer Zahlungsverkehr ist kurz. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und ein Kredit an Spielende ist nicht erlaubt. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, findet diese Beschränkung nicht — und mit ihr auch nicht den Schutz, der dazugehört.

Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist Sache des Veranstalters und steht in seinen Bedingungen. Konten laufen in Franken, nicht in Euro. Wer aus der Schweiz heraus auf ein Turnier in England wettet, zahlt in CHF ein und bekommt in CHF ausbezahlt. Das ist ein Detail, bis eine Wechselkursbewegung über zwei Jahre dazwischenkommt: Eine Siegerwette auf die EM 2028, abgeschlossen im Jahr der Auslosung, trägt ein Kursrisiko, das niemand erwähnt hat, weil es nicht zum Wettangebot gehört.

Ein Punkt, der oft falsch herum erzählt wird: In der Schweiz gibt es kein Zahlungssperrwerkzeug gegen unbewilligte Wettseiten. Banken und Kartenschemes blockieren solche Zahlungen nicht. Der Versuch, sich auf eine blockierte Karte zu verlassen, ist ein Versuch auf Sand.

Was den Eingang des Geldes betrifft, ist Sporttip die bessere Adresse für Ungeduldige: Der Gewinnbetrag wird nach der Quote berechnet, auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Der Betrag ist also sofort klar, sobald das Turnier entschieden ist. Wie schnell er auf dem eigenen Konto liegt, hängt vom Weg ab, den der Veranstalter für Auszahlungen vorsieht, und der steht in seinen Bedingungen — nicht in einer Quote.

Die Steuerfrage gehört an dieselbe Stelle, weil sie die Auszahlung verändert. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind von der Einkommenssteuer befreit bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, und der liegt beim Bund seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag ist unterschiedlich, deshalb gilt hier: je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein normaler Wetter gewinnt weit unter dieser Grenze, zahlt also keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Praxis Gewinne aus ausländischen Grossspielen teilweise als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist eine Frage für die Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung, nicht für einen Wettschein.

Wie eine Einschätzung zum Turniersieger zustande kommt

Wer den Sieger eines Turniers bepreisen will, schaut auf vier Dinge, und keines davon ist eine Prognose. Die Form der letzten Monate, die Tiefe des Kaders, die Auslosung und die Frage, ob eine Mannschaft ein Turnier über sieben Spiele übersteht. Der Titel 2024 fiel an Spanien gegen England mit 2:1, und beiden Mannschaften war gemeinsam, was fast allen Finalisten gemeinsam ist: ein Kader, das über ein Turnier hinweg auswechselbar bleibt.

Der zweite Punkt ist die Auslosung, und bei der EM 2028 hat sie einen Stichtag. Die Qualifikation läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams, die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, und die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Für den Turniersieger-Markt heisst das: Bis zu diesem Datum wird eine Menge bepreist, die noch nicht feststeht. Danach wird die Setzliste konkret, und die Wahrscheinlichkeit, in eine schwere Hälfte des Tableaus zu geraten, wird zur rechenbaren Grösse.

Der dritte Punkt ist die Strecke. Sechs Vierergruppen, dann Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli, Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz 3 gibt es nicht. Wer eine Mannschaft nach ihrer Gruppenform bewertet, muss für diese zweite Hälfte des Turniers eine eigene Schätzung mitbringen.

Der vierte Punkt ist der, den alle wissen und keiner beherzigt: Der klare Favorit ist kein sicherer Favorit. Im Feld der EM 2024 standen 24 Mannschaften und am Ende gewann die, die vorher zu den Favoriten gezählt wurde; beim nächsten Mal kann es genauso laufen oder völlig anders. Wer eine Siegerwette abschliesst, sollte den Einsatz so wählen, dass er ihn bis Juli 2028 nicht braucht. Alles darüber hinaus ist eine Meinung, und Meinungen lassen sich nicht auf Quote übertragen.

Was sich übertragen lässt, ist der Umgang mit der Zahl über 100 Prozent. Wer die impliziten Wahrscheinlichkeiten mehrerer Titelaspiranten addiert und auf einen Wert deutlich über 100 kommt, sieht die Marge des Feldes — soweit das Feld vollständig bepreist ist. Bei einem Turniersieger ist es das selten. Deshalb bleibt für die meisten Spieler nur die Frage, ob ihnen der Preis für eine bestimmte Mannschaft genug erscheint, um zwei Jahre zu warten. Das ist eine subjektive Frage, und die einzige ehrliche Antwort darauf lautet: Es kommt darauf an, was man bis dahin mit dem Geld gemacht hätte.

Häufige Fragen zu Siegerquoten und zur Europameisterschaft

Wie wird eine Siegerquote für den Europameister berechnet, und was steckt von der Marge darin?

Der Veranstalter schätzt für jede Mannschaft eine Eintrittswahrscheinlichkeit und rechnet sie über 1 geteilt durch diese Wahrscheinlichkeit in einen Preis um, den er um seine Marge kürzt. In einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit je 1.90 auf beide Seiten beträgt der Quotenschlüssel rund 95 Prozent und die Marge etwa 5 Prozent. Das ist eine statistische Schätzung, keine Zusage.

Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?

Die nächste Europameisterschaft findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt, mit dem Finale im Wembley-Stadion in London. Zuletzt gespielt wurde die EM 2024 in Deutschland; Spanien gewann am 14. Juli 2024 in Berlin gegen England mit 2:1 und holte den vierten EM-Titel.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt die Gespa-Liste?

Beide sind Schweizer Veranstalter mit Bewilligung und dürfen auf zugelassene Wettbewerbe Wetten anbieten, jeder in seinem eigenen Vertragsgebiet. Die von der Gespa geführte Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten legt fest, was überhaupt bewettet werden darf; welche Märkte zum Turniersieger im Angebot stehen, zeigen die Wettprogramme der Veranstalter.

Wie lässt sich aus einer Quote von 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?

Man teilt 1 durch die Quote: 1 ÷ 6,00 ergibt 0,1667, also rund 16,7 Prozent. Dieser Wert ist kein Urteil über die Mannschaft, sondern der Preis umgerechnet in eine Zahl. Addiert man ihn für alle bepreisten Mannschaften eines Feldes, kommt mehr als 100 Prozent heraus, und der Betrag darüber ist die Marge des Veranstalters.

Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und ist ein vorzeitiger Ausstieg möglich?

Eine Siegerwette auf die EM 2028 läuft bis zur Entscheidung am 9. Juli 2028, gebunden über die volle Turnierdauer. Sporttip bietet für Langzeitwetten einen Cash-Out an, aber nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, ohne Garantie für jeden Markt und ohne Widerruf nach Ausführung. Ob ein Cash-Out für den konkreten Markt verfügbar ist, zeigt das Wettprogramm.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei; der Bundesbetrag liegt seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, und der kantonale Freibetrag ist je nach Kanton anders. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht. Verbindlich ist die Auskunft der kantonalen Steuerverwaltung.

Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»