Quotenrechner im Schweizer Sportwetten-Markt — was die Zahl auf dem Wettschein wirklich hergibt
Ladevorgang...
Die Zahl, die ein Wettquote-Rechner auf den Bildschirm schreibt, ist ein Zwischenergebnis. Nicht das Ergebnis. In der Schweiz rechnet sie am Ende der Veranstalter noch einmal nach — mit eigenen Regeln, eigenen Rundungsschritten und einer Bewilligung, die ihm erlaubt, das überhaupt zu tun. Wer den Unterschied kennt, liest einen Wettschein anders.
Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu den Bewilligungen wurden gegen die Aufsicht der interkantonalen Geldspielaufsicht und die veröffentlichten Bedingungen der konzessionierten Veranstalter geprüft.
Warum der Rechner nur schätzt — und wo die Verantwortung des Spielenden anfängt
Der Kern des Themas liegt nicht in der Formel. Er liegt in dem Moment, in dem ein Spielender die Zahl sieht und glaubt, sie sei eine Zusage. Ein Rechner multipliziert. Er kennt keine abgesagte Partie und keinen Videoschiedsrichter-Entscheid.

Die Limiten gelten vor der ersten Wette. Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen: Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Bemerkenswert ist der umgekehrte Weg: der Veranstalter baut die Wartezeit in die Erhöhung ein, nicht in die Senkung. Wer mit einem durchschnittlichen Wochenverlust von unter CHF 100 spielt, merkt von der Oberlimite nichts — und trotzdem hat er die richtige Zahl gesetzt, weil die Wartezeit das Nachschiessen nach einem schlechten Abend bremst.
Wer in einer Woche CHF 300 verliert und nachlegen will, stösst auf eine Grenze, die nicht in seiner Gewohnheit liegt, sondern in den Bedingungen. Die Limite ist damit kein Formular, sondern eine Verzögerung, und Verzögerungen sind das Einzige, was einem Impuls wirklich im Weg steht.
Spielsperre und Sperrregister: die Frist, die niemand zurückdreht
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Befreiung aus einer freiwilligen Sperre ist gesetzlich erst nach drei Monaten möglich, unter Einbeziehung einer Fachstelle; eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Das ist die konsequenteste Regel im ganzen Regelwerk. Sie ist unbequem, und genau deshalb trifft sie. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung steht nicht in diesem Register. Er sieht die Sperre nicht und ist nicht daran gebunden. Wer sich sperren lässt, sperrt sich damit nur aus dem halben Markt aus — ein Punkt, den die Werbung für ausländische Plattformen gerne übergeht. Die Konsequenz zeigt sich erst, wenn jemand bei einem ausländischen Anbieter weiter spielt, während das schweizweite Register ihn längst führt: kein Schweizer Konto darf ihn mehr bedienen, die ausländische Seite fragt niemanden.
18 Jahre, ein Konto, ein Ausweis
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Pro Person ist nur eine Registrierung möglich, die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Ein zweites Konto für dieselbe Person ist damit nicht nur verboten, sondern technisch an der Identitätsprüfung gescheitert.
Die Zahlen der Aufsicht aus dem Jahr 2025 mahnen zur Nüchternheit: bei Testkäufen an Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Ein Verbot auf Papier ist kein Verbot an der Theke. Wer den Rechner öffnet und 18 ist, hat die Kontrolle bestanden; wer zu einem Schalter geht, nicht notwendigerweise. Der Befund trifft nicht die Veranstalter, die ihre Online-Kanäle prüfen, sondern die vielen Verkaufsstellen — und er ist der Grund, warum die Aufsicht die Anonymität des Schalters nüchterner beurteilt als die des Kontos.
Was der Rechner über die Kosten verschweigt
Der Schritt von einer kleinen Einsatzgewohnheit zu Einsätzen, die in der Verlustlimite anstossen, ist kein Sprung, sondern eine Reihe kleiner Erhöhungen. Ein Rechner zeigt immer nur den möglichen Gewinn, nie die Summe der Einsätze, die in einem Monat zusammenkommt. Wer nachrechnen will, was das kostet, braucht keine Schätzung: die Einsätze stehen im Spielerkonto, und daraus lässt sich die Grösse der Gewinne gegen die Grösse der Einsätze stellen. Ein Rechenwerkzeug, das nur den Gewinnpfad kennt, macht den Verlustpfad unsichtbar — und der Verlustpfad ist der, den ein Budget spürt.
Für Wetten bei einem ausländischen Anbieter gibt es von Schweizer Seite keinen Schutz und keine Fairplay-Kontrolle. Das ist keine Einschätzung, sondern der Zustand, den die Behörden beschreiben. Hilfe bei problematischem Spielverhalten gibt es in der Schweiz über die Sozial- und Gesundheitsdienste der Kantone und über die Beratungsstellen, die auf Geldspielsucht spezialisiert sind — unabhängig davon, bei wem gespielt wurde. Diese Beratung fragt nicht nach dem Anbieter, und sie ist kostenlos.
Einzelwette, Kombi, System: wie die Formel sich mit der Zahl der Voraussagen ändert
Eine Sporttip-Wette kennt drei Formen, und sie rechnen sich unterschiedlich. Manche Rechner kennen nur eine davon, und der Unterschied ist meistens nicht in der Werbung zu finden.
Bei der Einzelwette steht eine Voraussage auf dem Wettschein. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um eine klassische Kombination aus mehreren Spielen oder um mehrere Voraussagen desselben Spiels handelt — nur müssen voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung bei Sporttip über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Rechenfehler verschwindet dann nicht, er wird zur ungültigen Wette.
Der praktische Fall: eine Kombination aus einem Torschützenmarkt und dem Endergebnis desselben Spiels gehört in den Bet-Builder. Der klassische Kombischein akzeptiert sie nicht, selbst wenn die Oberfläche beides anzuklicken erlaubt. Wer den Rechner für eine solche Kombination bemüht, rechnet korrekt und setzt falsch.
Die Systemwette ist die unbeliebteste Ecke des Themas und die, in der die meisten Rechner zu schweigen beginnen. Ihr Reiz: der Wettschein übersteht einen Fehler. Ihr Preis: bei gleichem Grundeinsatz wird auf weniger Kombinationen gesetzt, als wenn alle Voraussagen sicher zusammenkämen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt bei Sporttip CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Limite ist kein Angebot, sondern eine Grenze. Und die zwei Zahlen nebeneinander, CHF 1 und CHF 10’000, sind der beste Beleg dafür, dass die Systemwette im Sporttip-Regelwerk eine eigene Kategorie ist.
Wer eine Dreier-Systemwette mit zwei Richtigen spielt, setzt auf drei Zweierkombinationen. Bei CHF 20 pro Kombination sind das CHF 60 Einsatz — und ein Fehler reduziert den Ertrag, statt ihn zu streichen. Genau diese Rechnung fehlt in vielen Rechnern, die nur die klassische Kombination kennen.
Zur regulären Spielzeit gehört bei Sporttip die reguläre Spieldauer, etwa 90 Minuten Fussball, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer im Rechner einen Sieger nach Verlängerung einträgt, während der Wettschein auf 90 Minuten läuft, hat nichts falsch gerechnet — nur das falsche Ereignis. Ein Rechner kennt diesen Unterschied nicht. Ein Wettschein schon.
Der Kombiboost: was 100 % auf dem Papier bedeuten
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1,50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Auf den ersten Blick klingt die 100-%-Stufe nach einer Verdoppelung. Tatsächlich verlangt sie fünfzehn Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1,50 — eine Stufe, die kaum jemand erreicht, und genau deshalb steht sie dort, wo sie steht. Die 5 % bei vier Voraussagen sind die realistische Stufe, und sie bewegen sich in der Grösse einer Rundungsdifferenz. Ein Spieler, der vier Favoriten zu je 1,60 kombiniert und dafür 5 % mehr Nettogewinn bekommt, hat viele Minuten Arbeit in eine Summe gesteckt, die ein einziger besserer Preis auf einer der vier Voraussagen übertrifft. Das ist die nüchterne Lesart eines Angebots, das mit der Zahl 100 wirbt.
Hat der Rechner für den Boost gestimmt, gilt er nur unter seiner Bedingung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt ihn verfallen. Und die Mindestquote von 1,50 ist die eigentliche Hürde: nicht die Zahl der Voraussagen, sondern ihr Preis entscheidet, ob die Erhöhung greift. Eine Kombi aus vier Aussenseitern mit Quote 1,40 erfüllt die Vorgabe nicht, obwohl sie vier Voraussagen zählt.
Quotenboost und Profitboost: was die Verfallsregel kostet
Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
«Quotenboost» klingt nach einem Geschenk, ist aber an eine Bedingung geknüpft, die still im Kleingedruckten sitzt. Wer eine Wette mit Boost vorzeitig verkauft, verliert die Erhöhung — und wer den Cash-Out-Betrag nicht vorher gegenrechnet, merkt es nicht. Die Einmaligkeit pro Wettenden macht die Sache nicht besser: der Boost ist keine Rabattkarte, sondern eine einmalige Beigabe, und ihr Wert liegt in der Höhe der Erhöhung, die limitiert ist.
Livewetten und Cash-Out: was die Quote 1.00 bedeutet
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Das ist die konsequenzenreichste Regel im Sporttip-Regelwerk. Quote 1.00 heisst: der Einsatz kommt zurück, der Gewinn ist weg. Ein Rechner, der für dieselbe Situation 2,40 zeigt, ist in diesem Moment falsch, ohne dass sich die Quotenanzeige geändert hätte. Wer live spielt, muss damit leben, dass ein Tor, eine Rote Karte oder eine Bilderbuch-Korrektur den gerade gesetzten Schein auf null Gewinn zurückstellt. Das ist kein Betrug, es ist ein Absicherungsmechanismus des Veranstalters — aber es ist der Punkt, an dem der Unterschied zwischen «schnell reagieren» und «zu spät reagieren» bares Geld ist. Seit Video-Entscheide zum Alltag gehören, ist «zu spät» keine Randerscheinung mehr.
Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; angeboten werden muss er nicht für alle Wetten. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Wer den Cash-Out-Betrag gegen den möglichen Gewinn rechnet, sieht zweierlei: der Verzicht ist der Preis der Sicherheit, und die Sicherheit ist unvollständig, weil die Garantie für jeden Markt fehlt. Ein Rechner mit Cash-Out-Spalte tut so, als wäre diese Zahl stabil. Sie ist es nicht.
Die Absagefrist: 48 Stunden und ein Rückgaberecht
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Die Konsequenz ist ungleich: in einer Zehnerkombi drückt eine abgesagte Partie die Gesamtquote deutlich nach unten. Bei einem Rechner, der das nicht abbildet, produziert die Rückzahlung ein Ergebnis, das nur auf dem Bildschirm aufgeht.
Dazu gehört eine Frist, die auf keinem Wettschein steht: Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Und wer gegen eine verweigerte Auszahlung vorgehen will, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben. Ein Rechner setzt keine Frist. Die Bedingungen tun es.
Die Rechner im Vergleich: was sie mit der Formel machen
Ein Quotenrechner ist kein Produkt, sondern eine Rechenregel mit einer Oberfläche. Deshalb prüft der Vergleich sie nicht nach Marken, sondern nach dem, was sie mit der Formel machen: welche Wettarten sie kennen, wie sie runden, ob sie Limiten berücksichtigen und ob das Ergebnis mit den Regeln der Veranstalter übereinstimmt.
Zwei Dinge fallen fast überall auf. Rechner arbeiten mit dem Nettogewinn, also mit Einsatz mal Quote minus Einsatz, nicht mit dem Auszahlungsbetrag — und über den Sinn dieser Wahl gehen die Ansichten auseinander. Und sie fragen die Limite nicht ab. Wer CHF 2’000 in den Rechner tippt und Sporttip als Veranstalter wählt, sieht einen Gewinn, den der Wettschein nie akzeptieren würde.
Wie der tatsächliche Abzug konkret aussieht, zeigt der Blick in die Rundungsregel: bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer mit ganzen Frankenbeträgen und Quoten mit zwei Stellen rechnet, trifft das Ergebnis oft genau. Bei Quoten mit mehr Nachkommastellen und bei Kombinationen mit krummen Gesamtquoten liegt der Rechner regelmässig ein paar Rappen daneben. Wer mit einem Fünfer kombiniert, kommt an diesen Rappen nicht vorbei; wer eine Einzelwette zu 2.00 auf CHF 10 spielt, sieht sie nie. Das ist der Grund, warum bei Swisslos die Zahl auf dem Wettschein und nicht die Zahl im Browser zählt.
Vier Merkmale entscheiden darüber, wie brauchbar ein Rechner für Schweizer Sportwetten ist: ob er Systemwetten abbildet, ob er Kombinationsquoten multipliziert statt sie zu addieren, ob er die Rundung auf 5 Rappen kennt, und ob er den Unterschied zwischen Bruttogewinn und Nettogewinn sichtbar macht. Rechner mit einer Systemwetten-Option sind deutlich seltener als solche mit Kombiwetten-Option — wer eine Systemwette plant, sucht also länger als jemand, der zwei Spiele kombiniert.
Wer einen Rechner für Systemwetten sucht, stösst auf Angebote, die mit vielen Kombinationen werben und dann drei Angaben brauchen: Anzahl der Voraussagen, Anzahl der zu treffenden Richtigen und Einsatz pro Kombination. Fehlt eine dieser drei Angaben, ist das Ergebnis unbrauchbar. Auch hier bleibt die Limite aussen vor: CHF 10’000 für eine Systemwette sind schnell zusammengerechnet, und darüber nimmt der Veranstalter die Wette nicht an. Und die Anzahl der Kombinationen wächst schneller, als die meisten erwarten — aus zehn Voraussagen mit fünf Richtigen werden mehr als zweihundert Zweier- und Dreierketten, und der Einsatz pro Kombination ist die Zahl, die daraus einen Betrag macht.
Sicherheitsversprechen, die ein Rechner nicht einlösen kann
«Sichere Wetten» und «sichere Systemwetten» sind Formulierungen, die in der Werbung für Rechner und Systeme auftauchen. Kein Rechner kann eine Voraussage sicherer machen. Er kann nur darstellen, was ein Wettschein zahlt, wenn die Voraussagen eintreffen — und das ist eine andere Aussage. Ein System, das den Fehler überlebt, ist nicht sicher, es ist nur weniger empfindlich. Zwischen diesen beiden Wörtern liegt der ganze Unterschied, und keines davon ändert die Marge im Markt.
Was ein Rechner dagegen wirklich kann: er zeigt, wie schnell aus mehreren kleinen Einsätzen ein grosser wird. Bei einer Systemwette mit vielen Kombinationen ist die Einsatzsumme die eigentliche Überraschung, nicht der mögliche Gewinn.
Sporttip, Jouez Sport und die ausländischen Rechner: woran sich die Prüfung orientiert
Der Vergleich endet nicht beim Rechner, sondern bei dem, was er berechnet. Bei Swisslos und Loterie Romande gelten die eigenen Regeln der Veranstalter für den ausbezahlten Betrag. Bei ausländischen Anbietern gilt deren Regelwerk, und ein Schweizer Rechner, der mit dem Schweizer Rundungsverfahren rechnet, kann dort nicht richtig liegen.
Ausländische Rechner zeigen Rechnerergebnisse, Schweizer Rechner können den Schweizer Rundungsschritt abbilden. Diese Unterscheidung ist der eigentliche Punkt des Vergleichs. Wer sie übersieht, vergleicht Oberflächen und nennt das Ergebnis eine Empfehlung.
Die zehn Plattformen, an denen ein Quotenrechner in der Schweiz vorbeimuss
Zwei davon sind die Veranstalter mit einer Schweizer Bewilligung. Acht haben keine. Die folgende Einordnung trennt die beiden Gruppen und nennt für jede Plattform, welcher Status gilt.
| Plattform | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport |
| WirWetten | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BillyBets | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bahigo | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| HighFlyBet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die zehn Plattformen im Einzelnen
Der Blick auf die Liste macht die Ausgangslage klar: eine Reihe von Angeboten steht einer geschlossenen Zahl von zwei gegenüber. Die Einzelbetrachtung nimmt jede Plattform der Reihe nach vor, untereinander nach denselben Kriterien beurteilt. Keine der ausländischen Plattformen wird dabei legal oder sicher genannt; sie tragen alle die Markierung «ohne Schweizer Bewilligung».
Swisslos Sporttip: der Veranstalter, bei dem der Wettschein das letzte Wort hat
Swisslos betreibt Sporttip und besitzt die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Bundesgesetz über Geldspiele in der Fassung SR 935.51, beaufsichtigt von der Gespa. Nur zwei Veranstalter darf es in der Schweiz geben, und Swisslos ist einer davon. Sitz der Genossenschaft ist Basel.
Das Online-Konto ist ausschliesslich für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet möglich: den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie dem Kanton Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Westschweiz wohnt, kommt nicht durch. Für die Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Die Einsätze: CHF 1 Minimum für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Maximum für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Die Gratis-Auszahlung von Spielguthaben ist zweimal pro 365 Tage möglich, danach kann eine Kommission von 3 % anfallen, und die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung gehen automatisch ins Wallet; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist davon ausgenommen und nicht auszahlbar.
Für den Rechner heisst das: die Zahl auf dem Wettschein und die Zahl im Konto sind zwei verschiedene Dinge, und nur eine davon ist bare Münze. Die Rundung auf 5 Rappen, die klare Obergrenze pro Wettschein und die Frist von 26 Wochen, nach der nicht geltend gemachte Gewinne zugunsten des Zwecks von Swisslos verfallen, machen den Veranstalter zum genauen und unnachgiebigen Gegenüber. Wer den Rechner nur als Werkzeug benutzt, findet hier die einzige Stelle im Schweizer Markt, an der sich das Ergebnis Stück für Stück nachprüfen lässt.
Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweiz und eine andere Rechnung
Jouez Sport wird von der Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet; die Organisation zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Auch sie hält die Bewilligung für ein Grossspiel nach BGS, beaufsichtigt von der Gespa. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne.
Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich. Das ist die einschneidendste Beschränkung im Schweizer Markt: der Rechner ist überall abrufbar, die Wette nur dort. Für einen Zuzüger aus dem Kanton Zürich ändert sich mit der Postadresse auch der Veranstalter.
Beim Einsatz liegt Jouez Sport höher als Sporttip: online CHF 2 Minimum, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2, und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500. Wer CHF 500 als Maximum liest und an einen Tippfehler denkt, liegt falsch — die Zahl ist halb so hoch wie bei Sporttip. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Dazu kommt, was der Rechner nie zeigt: der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000, die Kombination umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Spanne von der Mindestquote 1.10 bis zur Höchstquote 100’000 ist für die meisten Spielenden ohne Belang. Die Obergrenze wird erst dann interessant, wenn jemand eine lange Kette aus sehr niedrigen Quoten zusammenstellt — und genau dort greift sie.
Die Westschweizer Variante ist damit der Gegenentwurf zum Basler Modell: weniger maximaler Einsatz, mehr maximale Quotenhöhe, dieselben zwei Bewilligungen. Für ein Budget unter CHF 100 pro Wette spielt der Unterschied zwischen CHF 500 und CHF 1’000 keine Rolle. Die zusätzliche Untergrenze von CHF 2 pro Online-Wette schon eher: ein Testeinsatz von CHF 1, der bei Sporttip erlaubt ist, fällt hier weg. Und die Kombinationsobergrenze von 10 Voraussagen setzt dem Bau einer sehr langen Kette ein Ende, bevor der Rechner überhaupt gefragt wird.
WirWetten: kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Bewilligung
WirWetten hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten annehmen; eine im Ausland berichtete Bewilligung — festgestellt wurde sie nicht — hat hierzulande keine Wirkung, wie es Artikel 4 des Geldspielgesetzes festhält.
Damit fehlt die Anbindung an das Schweizer Sperrregister, und es fehlt der Schweizer Rechtsweg. Domains des Anbieters können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die Gespa hat die erste solche Liste am 3. September 2019 veröffentlicht; Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Wie schnell eine blockierte Domain ersetzt wird, ist ein bekanntes Problem: die Aufsicht nennt dieses Domain-Hopping ausdrücklich.
Für den Rechner heisst das: er rechnet auf einem Wettschein, dessen Auszahlung nach einem Regelwerk erfolgt, das kein Schweizer Gericht überprüft. Wer das Produkt nur zum Nachrechnen nutzt, trägt kein Risiko dabei. Wer dort spielt, trägt eines, das in keiner Fussnote steht.
BillyBets: dieselbe Ausgangslage, dieselbe Kennzeichnung
BillyBets trägt die Kennzeichnung «ohne Schweizer Bewilligung». Eine ausländische Bewilligung wurde nicht festgestellt und hätte in der Schweiz ohnehin keine Kraft. Der Anschluss an das Register der Spielsperren fehlt, ebenso ein Schweizer Rechtsweg gegen den Anbieter.
Der praktische Punkt: eine Spielsperre, die bei Swisslos unbefristet ins schweizweite Register eingetragen wird, kommt hier nie an. Wer sich schützen will, muss sich auf die Selbstbeschränkung des Anbieters verlassen — sofern er eine anbietet. Und wer eine Wette über die Schweizer Limiten hinaus platziert, hat keine Stelle, an die er sich wenden kann, wenn die Auszahlung ausbleibt. Die Sperrliste kann die Domain erreichen; den Spielenden erreicht sie nicht mehr.
Bahigo: ein Anbieter ohne festgestellte Bewilligung
Bahigo gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine berichtete Bewilligung wurde nicht festgestellt und hätte nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes ohnehin keine Wirkung. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Ein Rechner auf einer solchen Plattform rechnet mit einem Quotenschlüssel, den niemand prüft. Ob das Ergebnis stimmt, lässt sich nur dem eigenen Konto gegenüberstellen. Diese Kontrolle fällt zwangsläufig schwerer, wenn der Betrag am Ende nicht auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Konto auf den eigenen Namen fliesst — bei konzessionierten Veranstaltern ist genau das die Vorschrift. Wer den Rechner nutzt, um ein Angebot zu beurteilen, sollte vorher die eigenen Zahlungswege prüfen. Dass Banken oder Kartensysteme Zahlungen an solche Anbieter unterbinden, ist nicht der Fall: ein solches Werkzeug gibt es in der Schweiz nicht.
Boomerang Bet: der Rechner als Einstieg, die Auszahlung als offene Frage
Boomerang Bet steht ohne Schweizer Bewilligung in der Liste. Eine ausländische Bewilligung wurde nicht festgestellt; nach Artikel 4 BGS hat sie hier keine Geltung. Das bedeutet keine Registeranbindung bei Spielsperren, keine Schweizer Aufsicht, keinen Schweizer Beschwerdeweg. Eine Sperrung der Domain über die Sperrliste ist möglich und wechselt mit jeder neuen Adresse.
Beurteilt wird der Anbieter nach denselben Kriterien wie alle übrigen ausländischen Plattformen — nicht schlechter und nicht besser. Der Unterschied zu den konzessionierten Veranstaltern liegt nicht in der Qualität der Quotenanzeige, sondern darin, dass es keine neutrale Stelle gibt, die eine Auszahlung erzwingt.
Interwetten: eine der Domains, die die Aufsicht ausdrücklich nennt
Interwetten hat keine Schweizer Bewilligung. Der Anbieter steht in der Liste der ausländischen Plattformen, und seine Domain ist eine der beiden, die die Gespa im Zusammenhang mit Domain-Hopping namentlich erwähnt. Das ist der einzige Punkt, an dem sich Interwetten in dieser Runde von den übrigen ausländischen Anbietern unterscheidet.
Praktisch heisst das: eine blockierte Adresse ist binnen Stunden durch eine andere ersetzt, und wer einen Quotenrechner auf einer solchen Seite nutzt, sollte wissen, dass die Erreichbarkeit nicht von Schweizer Regeln abhängt. Die Aufsicht führt hier keine Bewertung des Angebots durch, sondern eine Liste der gesperrten Adressen.
HighFlyBet: dieselbe Gruppe, keine Sonderstellung
HighFlyBet erscheint ohne Schweizer Bewilligung. Eine im Ausland berichtete Bewilligung wurde nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Wirkung; das Sperrregister erreicht den Anbieter nicht, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Der für einen Rechner relevante Punkt: bei einer Wette über die Schweizer Limiten hinaus gibt es keine Stelle, die eine Auszahlung erzwingen könnte. Die Schweizer Limiten selbst — CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten bei Sporttip, CHF 500 bei Jouez Sport — gelten hier nicht, und niemand verlangt sie.
Rabona: ohne Bewilligung, ohne Register, ohne Schweizer Weg
Rabona hat keine Schweizer Bewilligung, und eine ausländische Bewilligung wurde nicht festgestellt; Artikel 4 BGS gibt ihr hier keine Wirkung. Keine Anbindung an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain über die Sperrliste blockierbar.
Die praktische Folge betrifft die Verlustlimiten. Die Schweizer Regel, dass der Veranstalter vor der ersten Teilnahme eine Verlustlimite für 1, 7 und 30 Tage verlangt, gehört zu den Auflagen für ein Grossspiel. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung gibt es diese Pflicht nicht. Wer sich an eine selbst gesetzte Grenze gewöhnt hat, findet hier kein Formular, in das sie eingetragen wird.
Rollbit: der letzte Eintrag und dieselbe Vorsicht
Rollbit schliesst die Liste der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ab. Eine berichtete ausländische Bewilligung wurde nicht festgestellt und hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes in der Schweiz keine Kraft. Es besteht keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann über die Sperrliste unerreichbar werden.
Wer einen Quotenrechner hier öffnet, rechnet mit einem Angebot, dessen Bedingungen kein Schweizer Gericht auslegt. Wer den Rechner dagegen als neutrale Rechenhilfe nutzt, um ein Ergebnis gegen den eigenen Wettschein zu halten, tut genau das, wofür ein Rechner gemacht ist — und erfährt dabei am schnellsten, wie stark sich Regelwerke unterscheiden.
Was aus der Einordnung folgt
Der wichtigste Schluss liegt nicht bei den Namen, sondern bei der Struktur des Schweizer Marktes. Die beiden Veranstalter rechnen anders als die acht ausländischen Plattformen, und ein Rechner, der nicht nach Veranstalter unterscheidet, liegt bei einem Teil der Scheine falsch.
Was die Liste ausserdem zeigt: die Entscheidung über den ausbezahlten Betrag liegt nicht bei dem, der rechnet, sondern bei dem, der die Bewilligung hat — und das ist in der Schweiz eine geschlossene Runde von zwei. Gegen diese Zahl kommt kein Rechner an, und keine Quote.
Grundlagen: was ein Quotenrechner aus Einsatz und Quote macht
Die Einordnung fängt bei der Formel an. Eine Einzelwette zahlt Einsatz mal Quote. Eine Kombination zahlt Einsatz mal dem Produkt der Einzelquoten. Eine Systemwette zahlt den Einsatz pro Kombination mal der jeweiligen Gesamtquote, und die Zahl der Wetten ändert daran nichts — für jede einzelne gilt derselbe Satz. Dasselbe gilt, wenn eine Quote auf mehrere Spiele verteilt wird: der Rechner zerlegt nicht, er potenziert.

Was ein Rechner braucht, sind drei Angaben: den Einsatz, die Quote und bei Systemwetten die Zahl der zu treffenden Richtigen. Was er nicht rechnet, ist die Marge. Die steckt in der Quote selbst, und der Anbieter hat sie längst eingerechnet.
Ein Rechenbeispiel mit der Formel, das keine gestellte Quote ist: CHF 50 Einsatz auf eine Einzelwette zu 2.30 ergeben CHF 115. Der Nettogewinn beträgt CHF 65. Bei einer Kombination aus 2.30 und 1.55 wächst die Gesamtquote auf 3’565, und aus CHF 50 werden CHF 178.25. Die Netto-Gewinndifferenz beträgt in diesem Fall CHF 128.25. Beträge auf zwei Nachkommastellen sind hier theoretisch, denn der Veranstalter rundet anschliessend in seinem eigenen Verfahren. Das ist der Grund, warum ein Rechnerergebnis und ein ausbezahlter Betrag sich fast nie gleichen.
Die Marge: was sie über das Angebot verrät
Der Quotenschlüssel bemisst den Anteil aller Einsätze, den ein Markt an die Wettenden zurückzahlt: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus diesen Anteil.
Ein Beispiel, das keine gestellte Quote ist, sondern nur das Verfahren zeigt: ein Zwei-Weg-Markt mit der Quote 1,90 auf beiden Seiten. Der Kehrwert jeder Quote beträgt 1 ÷ 1,90, das sind etwa 0,5263. Zweimal addiert ergibt das rund 1,0526. Der Quotenschlüssel liegt damit bei etwa 95,0 %, die Marge bei etwa 5,0 % — wenn alle Einsätze gleichmässig auf beide Ausgänge verteilt sind. Die Marge ist damit ein Näherungswert für das, was der Anbieter von jedem Einsatz behält, und sie ist ein Band, kein Punkt. Die genaue Zahl hängt von der Verteilung der Einsätze auf die beiden Ausgänge ab, und keine Quote ist ein Interview. Ein Markt, der für den Anbieter schief liegt, hat eine andere Marge als dieser Modellfall. Diese Bandbreite sollte man beim Lesen jeder Marge mitrechnen.
Nützlich ist die Zahl vor allem als Vergleich zwischen zwei Märkten desselben Spiels. Ein Zwei-Weg-Markt mit der Quote 1,90 auf beiden Seiten und ein Dreier-Markt mit je 3,00 sind rechnerisch ähnlich durchschaubar, aber nicht identisch: bei drei Ausgängen zu 3,00 summiert sich der Kehrwert auf 1,000, was einem Quotenschlüssel von 100 % entsprechen würde — ein Wert, den kein Anbieter anbietet und der die Grenze der Formel zeigt. In der Praxis liegt der Schlüssel darunter, und je weiter darunter, desto teurer der Markt. Wer zwei Anbieter vergleicht, kann das mit vier Quoten aus einem Spiel selbst tun, ohne einen Rechner zu bemühen.
Ein Rechner, der die Marge nicht kennt, empfiehlt irgendwann eine Kombination aus mehreren Märkten, deren Quoten alle dieselbe Marge enthalten — die Marge wirkt also in jeder Voraussage erneut. Das ist der Grund, warum eine lange Kombination keine günstigere Wette ist, nur eine grössere.
Was der Rechner bei den Limiten nicht sieht
Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500 und der Höchstgewinn pro Wette bei CHF 300’000. Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Diese Werte sind Hausregeln der beiden konzessionierten Veranstalter, nicht Gesetzesrecht — und bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung ohnehin ohne Geltung.
Wer diese Zahlen in den Rechner einträgt, bevor er auf ein Ergebnis blickt, spart sich die Enttäuschung am Wettschein. Ein Rechner mit einer Eingabe für den Veranstalter ist der einzige, der das leisten kann.
Warum ein Rechner nicht ersetzen kann, was das Geldspielgesetz festlegt
Der Rahmen ist rasch beschrieben: Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Bundesgesetz über Geldspiele, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa beaufsichtigt — der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, zuständig nach dem Geldspielkonkordat in Kraft seit dem 1.1.2021. Nicht zuständig ist die ESBK, die ausschliesslich Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; die Loterie Romande die Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Eine Liste weiterer bewilligter Anbieter existiert nicht, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains. Die Nettoerlöse fliessen gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu.
Was überhaupt gewettet werden darf
Wetten sind auf Sportereignisse beschränkt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Was angeboten werden darf, steht in einer geschlossenen Liste der Gespa mit den bewilligten Sportarten, Wettkämpfen und Wettarten; die aktuelle Fassung trägt das Datum 10.09.2026. Qualifikationsrunden sind nur erfasst, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe sind nie möglich. Corner- und Kartenmärkte fehlen ebenso wie ein Esport-Bereich: E-Sport erscheint nicht auf der Liste der Aufsicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, wenn der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Ein gesetzlicher Vorbehalt für bestimmte Live-Märkte besteht nicht.
Für den Rechner heisst das: er rechnet Märkte, die in der Schweiz gar nicht gesetzt werden dürfen. Wer eine Corner-Wette im Rechner durchspielt, erhält ein Ergebnis, das kein bewilligter Wettschein je zeigen wird. Das ist keine Einschränkung der Software, sondern eine des Marktes.
Steuerfreibetrag und Verrechnungssteuer: der Fall, der die meisten nicht betrifft
Gewinne aus in der Schweiz bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400; die kantonale Schwelle weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton» und nie eine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer zurück, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Für den typischen Spielenden mit Einsätzen im Rahmen der Sporttip-Limiten ist das eine theoretische Grösse. Eine Sportwette über CHF 1’000 kann den Betrag nicht erreichen, und eine Systemwette über CHF 10’000 auch nur, wenn die Quoten gigantisch sind. Kein Freibetrag, keine Verrechnungssteuer — und keine Steuer auf den Einsatz, die es in der Schweiz nicht gibt.
Für Gewinne bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist die konsequenzenreichste Steuerfolge im Vergleich der beiden Gruppen, und sie steht in keinem Bonusversprechen. Das hier ist allgemeine Information; bei Fragen dazu ist der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse.
Wie Auszahlungen in der Schweiz laufen
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist verboten. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen. Bei Swisslos ist PostFinance Pay eine der Zahlungsarten zum Aufladen des Spielkontos; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Das Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.
Ein Zahlungsblocker gegen unerlaubte Wettseiten existiert in der Schweiz nicht. Wer liest, Banken oder Kartensysteme würden Zahlungen an solche Anbieter unterbinden, liest etwas, das es nicht gibt. Ein Schweizer Konto überweist an eine Plattform ohne Bewilligung genauso wie an jede andere. Der Schutz liegt nicht im Zahlungsverkehr, sondern in der Bewilligung — und die hat nur, wer sie hat.
Kein Freischein für Werbung
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Gratisspiele und Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Ein Werbeverbot nach Tageszeit gibt es nicht.
Das ist der Grund, warum ein Bericht über ausländische Wettangebote beschreibt und bewertet, aber nicht zur Anmeldung auffordert. Und es ist der Grund, warum auf dieser Seite keine Aktionscodes stehen — nicht aus Zurückhaltung, sondern weil die Beschreibung eines Angebots und der Aufruf, es zu nutzen, zwei verschiedene Dinge sind.
Was das für den Rechner bedeutet
Wer auf einer bewilligten Schweizer Plattform spielt, rechnet unter Bedingungen, die eine Aufsicht kennt. Wer auf einer Plattform ohne Bewilligung spielt, rechnet unter Bedingungen, die bei einer ausländischen Stelle liegen — mit Folgen, die sich im Steuerrecht, im Zugriff auf Spielsperren und im Weg zur Beschwerde zeigen. Ein Rechner, der die eine Zahl produziert, produziert die andere nicht mit.
Am Ende bleibt eine unspektakuläre Einsicht. Das Rechnen ist der einfache Teil. Die Regeln drumherum sind der Teil, der über den Betrag entscheidet. Wer beides trennt, hat aus dem Rechner mehr herausgeholt als eine Zahl.
Häufige Fragen zum Wettquote-Rechner
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Bei einer Einzelwette multipliziert man den Einsatz mit der Quote; bei einer Kombination mit dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Der Rechner liefert deshalb einen Näherungswert, den der Veranstalter noch korrigiert.
Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette aus den Einzelquoten berechnet?
Die Gesamtquote ist das Produkt aller Einzelquoten. Zwei Quoten von 2.00 und 1.50 ergeben 3.00. Bei Sporttip umfasst eine Kombination mehrere Voraussagen; voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Wird eine Partie abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, zählt sie mit Quote 1.00.
Wie rundet Sporttip den Gewinnbetrag, und warum weicht er vom Ergebnis eines Rechners ab?
Sporttip rundet den Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Zusätzlich sind die Einsätze begrenzt: CHF 1 bis CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für eine Systemwette. Beide Schritte fehlen in vielen Rechnern, weshalb die Zahl im Browser von der Zahl auf dem Wettschein abweicht.
Wie berechnen sich die implizite Wahrscheinlichkeit und die Marge aus den Quoten eines Spiels?
Der Kehrwert einer Quote ergibt die implizite Wahrscheinlichkeit. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit der Quote 1,90 auf beiden Seiten liegt der Quotenschlüssel bei etwa 95,0 % und die Marge bei etwa 5,0 % — ein Band, kein Punkt, weil die genaue Höhe von der Verteilung der Einsätze abhängt. Die Marge steckt in jeder Quote.
Wie rechnet sich eine Systemwette im Rechner, und welche Angaben sind nötig?
Nötig sind der Einsatz, die Anzahl der Voraussagen und die Anzahl der zu treffenden Richtigen; daraus ergibt sich die Zahl der Kombinationen, und jede wird einzeln mit ihrer Gesamtquote gerechnet. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Quoten – korbballtipps
Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»
