Der Value-Rechner für Sportwetten zeigt den Erwartungswert – die Rechnung entscheidet nicht, ob er eintrifft
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Veranstalterbewilligungen nach dem Geldspielgesetz und die Aufsicht der Gespa geprüft.
Wer zum ersten Mal einen Value-Rechner öffnet, erwartet meist ein Gerät, das sagt, ob eine Wette gut ist. Es sagt etwas anderes: ob eine Wette gut wäre, wenn die eigene Schätzung stimmt. Diese Bedingung ist der ganze Apparat. Ein Rechner frisst eine Quote und eine Prozentzahl, die der Nutzer selbst geliefert hat, und spuckt daraus einen erwarteten Wert aus. Die Quote ist eine Tatsache aus dem Wettprogramm, die Prozentzahl ist eine Meinung, und die Meinung sitzt am Steuer. Deshalb fällt das Ergebnis einer Rechnung in der Schweiz auf einen sehr engen Korridor: Es gibt genau zwei Veranstalter, es gibt Einsatzobergrenzen, und es gibt Verlustlimiten, die der Spielende vor der ersten Wette selbst setzen muss. Jeder dieser Rahmenbedingungen wohnt eine Folge inne, und die Folge zeigt sich nicht sofort, sondern in dem Moment, in dem der Rechner eigentlich beruhigen sollte.
Der zweite Irrtum ist stiller. Viele halten den erwarteten Wert für eine Eigenschaft der Wette, dabei ist er eine Eigenschaft der Kombination aus Wette und Schätzer. Zwei Personen können dieselbe Wette auf demselben Wettschein betrachten und zu entgegengesetzten Ergebnissen kommen, ohne dass eine von beiden falsch rechnet. Das ist keine Schwäche des Werkzeugs, sondern seine einzige ehrliche Eigenschaft. Wer damit umgeht, sollte vorher wissen, welche Zahl er eigentlich braucht und welche Zahl er nur zu haben glaubt.
Warum der Value-Rechner vor allem eines schützt: den eigenen Einsatzrahmen
Die Suchanfragen nach einem Systemwetten-Rechner, einem Wettschein-Rechner oder einem Quoten-Rechner haben einen gemeinsamen Kern: Der Nutzer will vor dem Absenden wissen, was herauskommt. Ein Systemwetten-Rechner beantwortet das für eine Serie von Voraussagen, ein einfacher Quoten-Rechner für eine einzelne. Beide beantworten es nur für den Fall, dass die Voraussagen zutreffen. Kein Rechner der Welt, der in diesen Suchbegriffen gefunden wird, verarbeitet eine Verlustserie.
Diese Lücke ist der Punkt, an dem der verantwortungsvolle Umgang mit dem Rechner beginnt – und die Reihenfolge auf dieser Seite ist bewusst so gewählt. Wer zuerst rechnet und danach über Limiten nachdenkt, hat die Reihenfolge umgedreht.
Verlustlimiten vor der ersten Wette: was der Rechner nicht vorwegnimmt
Wer sich bei Sporttip zum ersten Mal anmeldet, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, bevor eine Wette möglich ist. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten. Das ist keine Formalie am Rand der Registrierung, sondern die einzige Stelle im ganzen Prozess, an der die Bremse vor dem Motor montiert wird.
Was daraus folgt, ist unangenehm konkret. Ein Rechner kann ein noch so positives Ergebnis auswerfen; er kann den Betrag, der in einem bestimmten Monat überhaupt auf dem Spiel stehen darf, nicht erhöhen. Der Deckel steht bereits, und er wurde an einem Tag gesetzt, an dem noch keine Serie offen war. Eine Verlustlimite von CHF 9’999 ist keine Empfehlung, sie ist die gesetzlich zulässige Obergrenze – und die Untergrenze des Sinnvollen liegt weit darunter, weil eine Limite, die nie berührt wird, niemanden schützt. Sinnvoll ist eine Zahl, die man auch in einem schlechten Monat nicht erreicht, ohne es zu merken.
Die 72-Stunden-Sperre für Erhöhungen ist die wirksamste Regel des ganzen Arrangements. Sie sitzt genau dort, wo der Impuls am stärksten ist: nach einer Verlustserie. Wer die Limite am Sonntagabend hinaufsetzen will, wettet am Mittwoch. Der Gesetzgeber hat diese Frist in der Verordnung mit 24 Stunden angesetzt, Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Das ist ein Fall, in dem die Veranstalter über die Vorgabe hinausgehen, und es ist einer der wenigen, in denen die strengere Zahl dem Spielenden nützt.
Grundlagen: was aus Quote, Einsatz und Ereignis folgt
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Damit ist in der Westschweiz der Spielraum für eine einzelne Voraussage deutlich enger als in der Deutschschweiz, und das verändert, was ein Rechner überhaupt ausrechnen kann. Eine Value-Rechnung auf einer Wette, die man ohnehin nur mit einem Bruchteil des gewünschten Betrags platzieren darf, beantwortet eine Frage, die sich nicht stellt.

Der Höchsteinsatz ist ausserdem kein Qualitätssiegel, sondern eine Risikomarke des Veranstalters. Wo eine Einzelwette bei CHF 1’000 gedeckelt ist, sitzt die Deckelung nicht dort, wo ein durchschnittlicher Spielender hinkommt. Wer diesen Rahmen regelmässig ausreizt, spielt in einer Grössenordnung, in der eine einzelne Quote den Monat entscheidet. Der Rechner zeigt in dieser Grössenordnung dieselbe Zahl und denselben Prozentsatz wie bei CHF 10 – nur mit anderem Vorzeichen für den Haushalt.
Was die Marge ist: 1,90 und 1,90 ergeben keine fairen 50 Prozent
Ein Zwei-Weg-Markt mit den Quoten 1,90 auf der einen und 1,90 auf der anderen Seite sieht aus wie ein Münzwurf zu gleichen Teilen. Er ist keiner. Die Ausschüttungsquote dieses Marktes beträgt 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 0,9474. Die Marge ist der Rest zu 100 Prozent: rund 5,3 Prozent. Anders gesagt: Von jedem Franken, der auf diesen beiden Seiten zusammen eingesetzt wird, geht etwa 5,3 Rappen an den Veranstalter, bevor irgendjemand gewonnen oder verloren hat. Die beiden Quoten würden einen fairen Markt nur dann ergeben, wenn jede Seite bei 2,00 stünde.
Diese Rechnung ist eine Beispielrechnung und keine abgelesene Quote. Sie zeigt die Mechanik, und die Mechanik gilt bei jeder Quote. Der Multiplikator ist klein genug, um in einer einzelnen Wette unterzugehen, und gross genug, um über hundert Wetten den Unterschied zwischen einem Hobby und einer Aderpresse zu machen. Wer eine Quote als Preis liest, sieht diese 5,3 Prozent nicht. Wer eine Quote als Wahrscheinlichkeit liest – 1/1,90 entspricht 52,6 Prozent, und zwei mal 52,6 Prozent ergeben 105,3 Prozent – sieht sofort, dass die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten über 100 liegen muss, weil der Veranstalter nicht von Trinkgeld lebt.
Genau hier ist der Grund, warum die eigene Schätzung mit einer gewissen Grosszügigkeit arithmetischer Art daherkommen sollte. Ein Zwei-Weg-Markt ist symmetrisch, ein Fussballspiel mit drei Ausgängen ist es nicht, und je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto mehr Möglichkeiten hat der Veranstalter, die Marge auf die einzelnen Felder zu verteilen. Der Value-Rechner liefert deshalb je nach Markt unterschiedliche Ergebnisse, obwohl er bei allen Marktformen denselben Prozess ausführt: Quoten in implizite Wahrscheinlichkeiten umrechnen, Marge herausrechnen, mit der eigenen Schätzung vergleichen. Wie gross der Margenabstand zwischen einem Zwei-Weg- und einem Drei-Weg-Markt beim selben Anbieter ist, lässt sich an jeder veröffentlichten Quotenliste selbst nachrechnen – und wer das einmal getan hat, liest Wettprogramme mit einer Skepsis, die keine Marketingzeile mehr wegwischt.
Wie die implizite Wahrscheinlichkeit aus einer Quote entsteht
Die eine Umformung, auf der alles aufbaut, passt in eine Zeile: Implizite Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote. Bei 2,10 sind das 47,6 Prozent, bei 1,35 sind es 74,1 Prozent, bei 5,00 sind es 20 Prozent. Das ist die Rohform, und sie trägt noch die Marge in sich. Für den Vergleich mit der eigenen Schätzung genügt sie trotzdem oft, weil die Marge bei beiden Seiten des Marktes ähnlich verteilt ist und sich in der Gegenüberstellung zu einem guten Teil heraushebt.
Die saubere Variante teilt jede Rohwahrscheinlichkeit durch deren Summe über alle Ausgänge des Marktes. Bei einem Drei-Weg-Markt mit den Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60 ergibt die Rohrechnung 47,6 Prozent, 29,4 Prozent und 27,8 Prozent, zusammen 104,8 Prozent. Geteilt durch diese Summe bleiben 45,4 Prozent, 28,1 Prozent und 26,5 Prozent übrig, zusammen sauber 100. Der Unterschied ist der Anteil der Marge, der auf die jeweilige Seite entfällt, und er ist meist kleiner, als man erwartet – gross genug aber, um eine Value-Entscheidung an der Grenze umzudrehen.
Für Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zur Gesamtquote. Bei drei Voraussagen mit je 2,00 liegt die Gesamtquote bei 8,00, bei drei Voraussagen mit je 1,60 bei 4,096. Was dabei oft nicht bedacht wird: Die Marge multipliziert sich mit. Aus drei Märkten mit je rund 5 Prozent Marge wird ein Gesamtprodukt, dessen eingebaute Abgabe deutlich über 5 Prozent liegt. Eine Kombiwette ist deshalb nicht die schlaue Version einer Einzelwette, sondern die teurere – der höhere Gewinn ist der Preis dafür, dass man drei Mal gegen dieselbe Abgabe antritt.
Systemwetten und Kombis: warum der Gewinn zwei Rundungen durchläuft
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer mit einem Taschenrechner und einem Wettschein nebeneinander sitzt, rechnet in der Regel glatter als die Regeln erlauben.
Diese zweistufige Rundung ist technisch harmlos und praktisch lehrreich. Sie zeigt, dass der Gewinn keine kontinuierliche Grösse ist, sondern eine, die in Stufen von 5 Rappen ausbezahlt wird. Bei einem Einsatz von CHF 10 auf eine Quote von 2,10 ergibt die glatte Rechnung CHF 21,00. Bei krummen Quoten liegen zwischen Rechner und Auszahlung ein paar Rappen. Es gibt keinen Grund, deshalb auf die Wette zu verzichten, aber es gibt einen Grund, weshalb ein Systemwetten-Rechner, der auf den Rappen genau prognostiziert, mehr Präzision behauptet, als am Ende ankommt.
Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, und die Gesamtquote darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Solche Grenzen treffen fast niemanden; wenn sie treffen, treffen sie hart, weil eine Wette mit fünfzehn richtigen Voraussagen und einem Deckel darüber zu einem Bruchteil dessen ausbezahlt wird, was die Quote versprochen hat. Wer Systeme mit vielen Voraussagen spielt, sollte die Gewinnobergrenze deshalb nicht als Kuriosität am Ende der Bedingungen behandeln, sondern als Teil der Rechnung.
2026 und der Blick auf die beiden Schweizer Veranstalter
Ein Vergleich der beiden Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, ist ein kurzer Vergleich – es gibt nur zwei. Eine Rangfolge nach rechnerischem Vorteil verbietet sich von selbst: Der Value hängt an der Schätzung, nicht am Anbieter, und wer aus derselben Quote bei zwei Veranstaltern unterschiedliche Erwartungswerte ableitet, hat den Rechner missverstanden statt die Anbieter verglichen. Verglichen werden kann, was die Bedingungen festlegen: Einsatzgrenzen, Angebotsumfang, die Region, in der ein Konto überhaupt möglich ist.
| Veranstalter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin | Bediente Region |
|---|---|---|---|
| Swisslos / Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Deutschschweizer Kantone, Tessin, Fürstentum Liechtenstein |
| Loterie Romande / Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Kontaktadresse Lausanne | Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt, Wallis |
Die folgende Aufstellung erweitert den Blick um die Marken, denen Schweizer Spielende im Netz begegnen, ohne dass sie hier eine Schweizer Bewilligung hätten. Sie stehen dort als Referenz, nach denselben Kriterien eingeordnet wie die beiden Veranstalter, und jede von ihnen ist ausdrücklich als Marke ohne Schweizer Bewilligung gekennzeichnet.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos / Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande / Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Lausanne |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Duelbits | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Rabona | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| bet-at-home | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Interwetten | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Betify | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| MrXbet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
Was diese Aufstellung vor allem zeigt, ist die Asymmetrie zwischen den beiden Gruppen. Bei den ersten zwei Zeilen steht jeweils eine Veranstalterin mit einer Bewilligung, einem Sitz und einem definierten Gebiet. Bei den acht Zeilen darunter steht eine Marke mit einer gemeldeten Bewilligung, die in der Schweiz keine Wirkung hat. Die Zeile «gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz» ist keine Auslassung, sondern der vollständige Stand der Dinge: Eine ausländische Bewilligung – ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland – entfaltet hier keine Kraft, und die Schweiz kennt weder eine Aufsicht noch einen Rechtsschutz für diese Angebote.
Wer die Wette annimmt: zwei Veranstalterinnen und ein enges Gebiet
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer ausserhalb dieses Gebiets wohnt, bekommt dort kein Online-Konto.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Zahl der Verkaufsstellen ist der Grund, warum Sportwetten in der Westschweiz auch ohne Konto zugänglich bleiben: Der Wettschein am Schalter braucht keine Registrierung, und der Mindesteinsatz liegt dort mit CHF 3 über dem Online-Wert von CHF 2.
Zusammen ergibt das eine Lage, die man nicht mit einem Markt verwechseln sollte. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Ein Vergleich der Schweizer Sportwetten ist deshalb ein Vergleich zweier Häuser, die sich nicht Konkurrenz machen, sondern ein Gebiet unter sich aufteilen. Für den Value-Rechner heisst das: Der Wettbewerbsdruck, der anderswo die Marge drückt, fehlt hier weitgehend – und die Quote, die man in ein Rechenblatt einträgt, ist unter dieser Bedingung zustande gekommen.
Die Rechtslage: keine Bewilligung für ein Rechenblatt
Ein Rechner ersetzt keine Bewilligung. Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Eine Bewilligung braucht sowohl eine Veranstalterbewilligung als auch eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und faktisch im Gebiet des jeweiligen Hauses.

Dass nur zwei Veranstalter zugelassen sind, hat Folgen, die über die Auswahl hinausgehen. Wo sonst eine Handvoll Buchmacher um dieselbe Wette konkurriert und die Quoten gegeneinander treiben, steht hier ein geschlossenes Angebot. Der Preis dafür ist eine Quote ohne Vergleichsmassstab; der Preis dafür ist auch ein Schutz, den kein ausländisches Angebot ersetzt: geprüfte Identität, ein Konto pro Person, ein schweizweites Sperrregister und die Möglichkeit, sich selbst den Zugang zu schliessen.
Ist der Rechner auch in der Westschweiz anders zu lesen
Dieselbe Quote, zwei verschiedene tatsächliche Spielräume. In der Westschweiz liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei Jouez Sport bei CHF 500, in der Deutschschweiz bei Sporttip bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Wer in Genf wohnt, kann eine Value-Rechnung deshalb nicht in derselben Grössenordnung umsetzen wie jemand in Zürich – nicht, weil der Wert kleiner wäre, sondern weil der Betrag fehlt, um ihn abzubilden. Die persönliche Verlustlimite aus dem Abschnitt zu den Verlustlimiten vor der ersten Wette setzt unter beiden Grenzen den engeren Rahmen.
Swisslos Sporttip: der grösste Anbieter und der strengste Einsatzrahmen
Sporttip ist das Sportwettenprodukt der Swisslos und läuft unter einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter der Aufsicht der Gespa. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Diese letzte Klausel ist die wichtigste im ganzen Absatz. «Jederzeit ohne Angabe von Gründen» heisst, dass ein Value-Rechner, der auf einer heute gültigen Einsatzgrenze aufbaut, morgen eine andere Zahl vorfindet. Für den Spielenden ist das keine Katastrophe, aber es macht die Grenze zu einer beweglichen Grösse, die man beim Absenden prüft und nicht aus dem Gedächtnis einträgt.
Beim Kombiboost verlangt Sporttip mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1,50 und erhöht den Nettogewinn je nach Zahl der Voraussagen: 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Der Boost gilt nur online und für Prematch-, Live- und Systemwetten, und Einsatz wie Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Person nur einmal nutzbar, ebenfalls in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Die Staffelung ist eine Einladung, die man mit offenen Augen annehmen sollte. Der Sprung von 5 auf 20 Prozent liegt zwischen vier und sieben Voraussagen – drei zusätzliche richtige Tipps müssen diesen Weg erst rechtfertigen. Und die Mindestquote von 1,50 setzt eine Untergrenze, die jede sehr sichere Voraussage ausschliesst: Wer ein Spiel mit Quote 1,25 für einen Boost einbaut, bekommt den Boost nicht. Der Kombiboost belohnt also nicht die sorgfältigsten Tipps, sondern die mittelriskanten – und in einem Produkt mit nur einem Anbieter ist das eine Steuerung des Angebots, nicht ein Geschenk.
Cash-Out bietet Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht, und der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche Wettgewinn ohne vorzeitigen Ausstieg. Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden.
Wer hier zugreift, sollte die Funktion nicht als Notausgang mit fairem Preis lesen. Der tiefere Betrag ist der Preis für die Sicherheit, und über eine Serie von Wetten ist er eine Abgabe auf Ungeduld – genau das Gegenteil dessen, was die Value-Logik nahelegt. Wer den Erwartungswert einer Wette ausgerechnet hat, hat sich damit gegen den vorzeitigen Ausstieg entschieden.
Die Bewilligungs- und Aufsichtslage ist bei Sporttip die geschlossenste des Vergleichs: Veranstalterbewilligung, Spielbewilligung, Gespa-Aufsicht, Sitz in Basel, Gebiet bis ins Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Deutschschweiz wohnt und Wert auf einen Schweizer Rechtsweg legt, kommt an diesem Haus nicht vorbei.
Loterie Romande Jouez Sport: engeres Angebot, offenere Wege
Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande und läuft unter derselben Art von Bewilligung: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa. Das Gebiet umfasst Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14 in Lausanne, und die Veranstalterin nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.
Diese Zahlen beschreiben ein Haus, das systematisch tiefer deckelt als der Nachbar. Wer die Mindestquote von 1,10 mit der Mindestquote von 1,50 aus dem Kombiboost bei Sporttip nebeneinander legt, sieht zwei verschiedene Vorstellungen davon, was eine Kombiwette ist. Bei Jouez Sport darf eine Voraussage mit Quote 1,10 in die Kombi, und bei zehn solchen Voraussagen liegt die Gesamtquote bei rund 2,59 – für eine Wette mit zehn Ereignissen ein sehr niedriger Preis. Das ist rechnerisch kein Widerspruch, aber es erklärt, warum ein Kombiwetten-Rechner bei unterschiedlichen Anbietern zu Ergebnissen kommt, die man nicht miteinander vergleichen kann, ohne die Regeln daneben zu legen.
Der Verkaufsstellen-Mindesteinsatz liegt mit CHF 3 über dem Online-Wert von CHF 2, und für Multiples gilt an der Verkaufsstelle ebenfalls CHF 2. Wer den Weg über die Filiale nimmt, zahlt pro Wettschein einen Franken mehr als online – für einen kleinen Betrag ein grosser relativer Unterschied. Bei einem Einsatz von CHF 3 statt CHF 2 auf dieselbe Quote sinkt die Rendite einer gewonnenen Wette nicht, aber die Schwelle, unter der sich ein Wettschein überhaupt nicht mehr lohnt, rückt näher. Bei sehr kleinen Einsätzen ist der Franken Aufschlag ein grösserer Kostenfaktor als die Marge.
Die Westschweizer Kantone sind taxiert wie die übrigen; die Unterschiede zwischen den beiden Häusern liegen im Produkt, nicht im Recht. Wer in der Westschweiz wohnt, hat keinen Zugang zu Sporttip und umgekehrt. Das ist keine Marktlage, sondern das Ergebnis einer Aufteilung, und es nimmt dem Vergleich genau die Dimension, die einen Vergleich sonst interessant macht.
Betscore: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsweg
Betscore ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, und eine gemeldete Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung; sie ist nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes ohne Kraft in der Schweiz. Betscore ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und Domains können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt und von den Telekomanbietern per DNS blockiert werden.
Was das für einen Value-Rechner bedeutet, ist unmittelbar: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist nicht nur die Quote unbekannt, sondern auch der Rahmen, in dem sie gilt. Es gibt keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlung, keine geprüfte Identität nach Schweizer Vorgaben und keine Stelle, bei der ein Streit um einen gerundeten Gewinnbetrag landet. Die Rechnung auf dem Papier bleibt dieselbe, das Papier ist dünner.
Duelbits: Quote ohne Aufsicht, Rechnung ohne Rechtsweg
Duelbits trägt keine Schweizer Bewilligung. Wie bei den anderen ausländischen Marken gilt: Eine ausländische Bewilligung – welcher Herkunft auch immer – hat in der Schweiz keine Wirkung, das Haus ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Gespa kann Domains auf die Sperrliste setzen.
Wer bei einem solchen Anbieter eine Quotenrechnung anstellt, sollte die Rechnung um einen Faktor erweitern, den kein Rechner ausgibt: die Wahrscheinlichkeit, dass die Auszahlung reibungslos läuft. Diese Wahrscheinlichkeit steht in keinem Quotenvergleich, sie entscheidet aber über den tatsächlichen Ertrag. Auffällig günstige Quoten bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung sind im Übrigen kein Zufall und kein Geschenk – eine Marge, die unter Schweizer Verhältnissen liegt, findet sich in der Regel dort, wo andere Kosten niedriger sind.
Rabona: die Quote als einzige Information
Rabona hat keine Schweizer Bewilligung. Das Haus untersteht nicht der Gespa, kennt keine Schweizer Sperrregister-Verknüpfung und bietet keinen Schweizer Rechtsweg; seine Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden und sind dann per DNS nicht mehr erreichbar.
Eine Marke in dieser Lage liefert dem Spielenden genau eine Information, nämlich die Quote. Alles andere, was den Wert einer Wette mitbestimmt – ob im Streitfall jemand zuständig ist, ob das Konto bei einer Selbstsperre tatsächlich gesperrt wird, ob eine Auszahlung den Weg zurückfindet –, hängt an den Bedingungen eines Hauses, das keiner Schweizer Aufsicht unterliegt. Ein Value-Rechner, der nur die Quote verarbeitet, arbeitet bei Rabona mit einem Bruchteil der relevanten Daten und zeigt es nicht an.
bet-at-home: ein Name auf der Sperrliste
bet-at-home ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung und wird von der Gespa namentlich im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping genannt – dem Verfahren, bei dem blockierte Domains innerhalb von Stunden durch neue ersetzt werden. Das ist eine praktische Information, keine juristische Nebenbemerkung: Eine Sperrliste, die sich schnell umgehen lässt, ist als Schutzinstrument begrenzt, und eine Marke, die regelmässig auf ihr auftaucht, hat sich mit dem Schweizer Rahmen arrangiert, ohne ihn anzuerkennen.
Für die Rechnung heisst das: Selbst wer die Blockierung als unwirksam erlebt, spielt nicht innerhalb des Schweizer Rahmens. Es fehlen Sperrregister, Identitätsprüfung und Rechtsweg – und genau diese Dinge sitzen nicht im Value-Rechner.
Interwetten: Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Interwetten trägt keine Schweizer Bewilligung und gehört zu den Marken, die die Gespa beim Domain-Hopping namentlich nennt. Die Bekanntheit des Namens ändert nichts an der Rechtslage: Eine Bewilligung aus einem anderen Land gilt in der Schweiz nicht, das Haus ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.
Der Fall ist lehrreich für jeden, der Wert und Sicherheit getrennt betrachtet. Bei Interwetten kann eine Wette rechnerisch über dem Erwartungswert der Schweizer Veranstalter liegen und trotzdem das schlechtere Geschäft sein, wenn die Auszahlung nicht im eigenen Konto landet. Der erwartete Wert beschreibt eine Wette; er beschreibt keinen Anbieter.
BDMBet: keine Prüfung, keine Spur in der Schweiz
BDMBet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können per DNS blockiert werden. Eine gemeldete Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.
Was bei einer Marke dieser Grösse fehlt, ist die einfachste Absicherung überhaupt: eine Stelle, die prüft, ob eine Auszahlung tatsächlich erfolgt. In der Schweiz leistet das die Aufsicht in Verbindung mit den Bedingungen und einem Gerichtsweg. Ohne diese Stelle bleibt von der ganzen Rechnung ein Screenshot.
Betify: Rechnen ohne Adressat
Betify trägt keine Schweizer Bewilligung und untersteht damit weder der Gespa noch einer Schweizer Aufsicht über Spielerschutz oder Auszahlung. Eine Sperrregister-Verknüpfung besteht nicht, ein Schweizer Rechtsweg ebenfalls nicht; die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Wer dort gewinnt, hat einen Anspruch gegen eine Gesellschaft, deren Sitz und deren anwendbares Recht sich in einer anderen Rechtsordnung befinden. Der Betrag auf dem Bildschirm ist derselbe wie bei Sporttip, der Weg zu ihm ein anderer. Das ist der Punkt, an dem ein Rat wie «vergleiche die Quoten» zu kurz greift: Zwei Quoten sind erst dann vergleichbar, wenn hinter beiden dieselbe Durchsetzbarkeit steht.
MrXbet: der offene Zugang und sein Preis
MrXbet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Gespa-Aufsicht, keine Verbindung zum Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann per DNS blockiert werden.
Die offenkundige Zugänglichkeit solcher Marken ist kein Vorteil, sondern eine Beschreibung ihrer Position. Wer keine Bewilligung braucht, hat auch keine, und wer keine hat, muss keine Einschränkungen einhalten. Bei Schweizer Veranstaltern folgt aus der Bewilligung ein Regelwerk, das die Angebotsbreite beschneidet – ein geschlossener Katalog erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, dazu Einsatzgrenzen und Sperrmechanismen. Diese Beschneidung ist der Preis der Bewilligung und gleichzeitig das, was sie bedeutet. Ein Rechner, der nur den erwarteten Wert kennt, sieht diesen Preis nicht, weil er in keiner Quote steht.
Verantwortungsvoller Umgang: was aus einer Serie folgt
Ein errechneter Vorteil schliesst Verlustserien nicht aus. Das ist keine Floskel am Ende eines Ratgebers, sondern das Ergebnis, das aus der Rechnung selbst folgt: Ein erwarteter Wert ist ein Mittelwert über viele Wetten. Bei einem Vorteil von wenigen Prozent je Wette kann eine Serie von zwanzig Verlusten eintreten, ohne dass die Rechnung falsch war – und genau in dieser Serie trifft die Verlustlimite, die vor der ersten Wette gesetzt wurde, auf den Impuls, sie zu erhöhen. Die 72 Stunden zwischen Wunsch und Wirkung sind der einzige Moment, in dem die Rechnung noch etwas nützt.
Swisslos lässt den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Gesetz sieht für die freiwillige Selbstsperre eine Aufhebung erst nach drei Monaten vor, und es verlangt eine Unterbrechung von bis zu sechs Monaten, die jedem Spielenden offensteht.
Die schweizweite Wirkung des Registers ist der wirksamste Teil des Systems – und der einzige, den ein ausländisches Angebot nicht teilt. Wer sich bei einem bewilligten Anbieter sperrt, ist auch bei einem anderen bewilligten Anbieter und in den Casinos gesperrt. Wer bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung spielt, taucht in diesem Register nicht auf und bleibt für die Schweizer Anbieter ein unbeschriebenes Blatt. Der Schutz reicht nur so weit wie der Verbund.
Wenn der Schutz am Schalter endet
Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl steht gegen die Annahme, dass eine Kontrolle am Schalter strenger sei als online, wo die Identität beim Registrieren aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft wird. Für den Value-Rechner heisst das: Wo keine Altersprüfung greift, ist der gesamte Rahmen unzuverlässig – und ein Rahmen, der minderjährige Kundschaft bedient, ist kein Rahmen, auf den man Wetten gründet.
Der Zugang steht Personen ab 18 Jahren offen, unter 18 Jahren sind sie ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ohne Spielsperre, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet und mit mindestens 18 Jahren kann zur Online-Registrierung bei Swisslos geschritten werden – jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft.
Steuern, Auszahlungen und der Weg des Geldes gehören in diese Rechnung, weil sie den tatsächlichen Ertrag verändern. Der Zugang zum Spielguthaben bei Swisslos lässt sich über Online-Zahlungsmöglichkeiten oder einen Einzahlungsschein kaufen, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an, bei der die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Spielguthaben wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausbezahlt; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.
Die Zahl dieser Regelungen ist wichtiger als jede einzelne. Ein Konto, dessen Guthaben nur in einem Fenster von 30 Tagen und bis CHF 10’000 gefüllt werden kann, und ein Gewinn, der erst ab dem zweiten Bezug pro Jahr gratis den Besitzer wechselt, sind keine Schikane, sondern die Stellen, an denen der Spielbetrieb sich selbst begrenzt. Wer diese Grenzen umgehen will, wird sie nicht in einem Rechner finden, sondern in einem zweiten Konto – und genau das verbietet die Regel, dass eine Person sich nur einmal registrieren darf.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Es gibt also keinen anonymen Weg des Gewinns und keine Auszahlung in Kryptowährungen: Wer kein Konto in seinem eigenen Namen bei einer Schweizer oder Liechtensteiner Bank oder Post hat, kann sich den Gewinn nicht auszahlen lassen. Das ist in einem Ratgeber über Wertberechnung eine wichtigere Zeile als die Höhe der Quote, weil sie den Abstand zwischen ausgerechnetem und angekommenem Betrag beschreibt.
Der Rechner und die Steuer: CHF 1’071’000 als Grenze
Gewinne aus in der Schweiz erlaubten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn von der Einkommenssteuer befreit; ab dem 1. Januar 2026 liegt der Bundesbetrag bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Je nach Kanton gilt ein anderer Betrag, deshalb lässt sich dazu keine einzige kantonale Zahl nennen. Oberhalb des Steuerfreibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Für die Rechnung, um die es hier geht, ist die Grenze praktisch bedeutungslos. Ein Gewinn von CHF 1’071’000 entspricht bei einer Quote von 2,00 einem Einsatz von über CHF 535’000 – einem Betrag, den die Einsatzgrenzen der Schweizer Veranstalter gar nicht zulassen. Wer innerhalb der Limiten spielt, gewinnt unterhalb des Steuerfreibetrags und zahlt keine Einkommenssteuer auf den Gewinn. Eine Steuerfreibetragsgrenze, die über jeder zulässigen Einsatzgrösse liegt, ist eine Regel für andere Personen.
Anders sieht es bei Gewinnen aus dem Ausland aus. Sie unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständiges Einkommen. Ein Gewinn, der bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung anfällt, kann also steuerfrei aussehen und in einem Kanton steuerpflichtig sein. Wer sich dazu äussern will, sollte einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen; das hier ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung.
Sperrliste, Domain-Hopping und was ein Verbot tatsächlich bewegt
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, und Ende 2025 enthielt sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt – die Aufsicht nennt dieses Domain-Hopping ausdrücklich und nennt dabei Interwetten und bet-at-home, während bet365 als auf der Liste stehend geführt wird.
Für den Spielenden bedeutet das eine Regel, die man kennen sollte, weil sie ein Irrtum ausschliesst: Die Schweiz kennt kein Instrument, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren. Wer annimmt, die Karte fange das ab, irrt. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar – bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden.
Die Sperrliste ist ein Werkzeug mit einer offen bekannten Halbwertszeit und trotzdem kein nutzloses. Sie macht den Zugang unbequemer, und sie dokumentiert, welche Marken im Schweizer Rahmen als nicht erlaubt gelten. Wer wissen will, ob eine Marke Schweizer Spielenden legal angeboten wird, hat damit eine prüfbare Grundlage. Wer wissen will, ob eine Domain blockiert ist, findet das in der Liste selbst.
Warum Wetten ohne Bewilligung ein anderes Rechenbeispiel sind
Wer bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung spielt, spielt in einem Rechtsraum, den die Schweiz nicht mehr begleitet: keine Aufsicht, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Ein Gewinn ausländischer Herkunft kann je nach Kanton steuerpflichtig sein, und eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendwo sonst – bleibt hier ohne Wirkung. Die Sperrliste und das Domain-Hopping sind der praktische Ausdruck davon.
Ehrlicher lässt sich das so sagen: Beide Wege haben einen Preis, und keiner ist die sichere Wahl von selbst. Der bewilligte Weg bringt vollen Schweizer Schutz und einen geschlossenen Katalog erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, ausserdem Wohnsitzbindung und Identitätsprüfung. Der nicht bewilligte Weg bringt weder Sperrregister noch Rechtsweg. Wer rechnet, trägt diese beiden Kosten aber in keiner Zelle ein – und weil er das nicht tut, entscheidet der Rechner am Ende über genau die Frage, die er nicht kennt.
Was eine Quote verspricht und was die Rechnung einlöst
Ein Rechner für Sportwetten ist ein Werkzeug zum Ordnen eines Gedankens. Er sagt, was eine Wette bei einem bestimmten Ausgang einbringt, wie hoch der Anteil der Quote ist, der bei jedem Einsatz als Marge verloren geht, und ob eine persönliche Einschätzung über oder unter der impliziten Wahrscheinlichkeit liegt. Er sagt nicht, welche Wette gewinnt, und keine Zahl in diesem Ratgeber ändert das. Sobald aus einer Kalkulation eine Vorhersage wird, verliert sie ihren Wert – und wer nach einem Ausgang sucht, sollte sich das Geld sparen statt es einzusetzen.
Was er tatsächlich liefert, ist die Chance, den einen Fehler zu vermeiden, den man vor dem Absenden noch korrigieren kann. Wer beim Kombiboost mit Quote 1,50 eine Voraussage einbaut, deren Quote darunter liegt, bekommt den Boost nicht. Wer einen Auszahlungsrahmen von 30 Tagen und CHF 10’000 ausreizt, hat im nächsten Monat ein anderes Konto. Wer den Cash-Out nutzt, greift lieber auf die Rechnung von gestern zurück als auf den Ausstieg von heute. Alle drei Sätze stammen aus Bedingungen, nicht aus Prognosen, und deshalb sind sie belastbar.
Häufige Fragen zum Value-Rechner für Sportwetten
Wie funktioniert ein Value-Rechner, und welche Angaben braucht er?
Er rechnet eine Quote in eine implizite Wahrscheinlichkeit um und stellt sie der eigenen Schätzung gegenüber. Gebraucht werden zwei Angaben: die dezimale Quote aus dem Wettprogramm und die eigene Wahrscheinlichkeit als Prozentzahl. Fehlt die zweite, liefert der Rechner nichts Verwertbares, denn die Quote ist die einzige Tatsache, die er fertig antrifft.
Wie lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit aus einer Quote berechnen?
Indem man eins durch die Quote teilt. Bei 2,10 sind das 47,6 Prozent, bei 1,35 sind es 74,1 Prozent, bei 5,00 sind es 20 Prozent. Die Summe über alle Ausgänge eines Marktes liegt dabei über 100 Prozent, und der Überschuss ist die Marge des Veranstalters. Wer genau rechnen will, teilt jede Rohwahrscheinlichkeit noch durch diese Summe.
Wie wird die Marge des Anbieters aus den Quoten eines Ereignisses sichtbar?
Die Marge ist 100 Prozent minus die Ausschüttungsquote, und die Ausschüttungsquote ist eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1,90 auf beiden Seiten ergibt das 94,7 Prozent Ausschüttung und rund 5,3 Prozent Marge. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto mehr Felder tragen einen Teil dieser Marge.
Warum ist das Ergebnis eines Rechners nur so gut wie die eingegebene Schätzung?
Weil die Quote feststeht und die Wahrscheinlichkeit nicht. Der Rechner prüft die eigene Schätzung gegen den Markt und gibt ihr eine Zahl; eine systematische Überschätzung der eigenen Treffsicherheit verschiebt das Ergebnis in dieselbe Richtung, ohne dass die Rechnung einen Fehler anzeigt. Ein positives Ergebnis ist ein Hinweis auf eine möglicherweise günstige Quote.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und wie wird er bei Sporttip gerundet?
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 10 auf eine Quote von 2,10 ergibt das glatt CHF 21,00.
Welche Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport, und wie lassen sich Verlustlimiten setzen?
Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000, bei Jouez Sport bei CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Sporttip-Teilnahme gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden.
Quoten – korbballtipps
Inhalt erstellt vom Team «korbballtipps»
